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Karl der Wikinger 1: Das Schwert Eingars

Rezension von Christel Scheja

 

Don Lawrence dürften die meisten Leser durch seine Reihen „Storm“ und „Trigan“ kennen, aber das waren nicht die ersten Geschichten aus seiner Feder, denn in den frühen 1960er Jahren veröffentlichte er „Karl der Wikinger“ in Fortsetzungen in einem Magazin, so dass man auch innerhalb der drei großen Episoden, die in diesem Band erscheinen, erkennen kann, viel viele Seiten die Leser bei der Erstveröffentlichung zu sehen bekamen.


Bei dem Überfall auf ein angelsächsisches Dorf, entscheidet sich Eingar, der grausame Wikingerhäuptling, der sonst keine Gnade kennt einer Eingebung folgend dazu, einen Säugling in zu verschonen und mit sich zu nehmen, denn um den tapferen Feind zu ehren, den er gerade erst besiegte, soll der Junge soll als sein Adoptivkind aufwachsen.

Und tatsächlich ist Karl, so wie der Waisenjunge genannt wurde, viele Jahre später der ganze Stolz von Eingar: Ein mutiger junger Mann, der seinen Vater immer wieder durch seinen Mut , seine Entschlossenheit und seine Loyalität beeindruckt

Karl selbst weiß nichts von seiner Herkunft, was sich aber ändert als Eingar einen folgenschweren Fehler begeht und dadurch überraschend verschwindet. Nur ein Mann seiner Mannschaft kehrt lebend in das Dorf zurück und berichtet von dem Fluch, den der Häuptling auf sich geladen hat. Karl ist einer der ersten, die sich auf die Suche nach dem Vater machen, doch das ganze wird auch noch von dem Machtkampf überschattet, den er nun mit Skurl ausfechten muss, dem ungeliebten leiblichen Sohn Eingars.


Die Handlung ist klassisch zu nennen und zeichnet im Prinzip quais das Bild nach, welches man in den 1960gern von den barbarischen und wilden Nordmännern hatte. Interessanterweise ist Karl dabei nicht unbedingt der moralisch integre Held, der aus der Masse heraus sticht, weil er vor der Gewalt an sich zurückschreckt, sondern macht durchaus bei den Schlachten und Überfällen genau so mit wie der Rest.

Auf der anderen Seite bleibt er aber auch moralisch genug, um eine Identifikationsfigur zu sein, er besitzt ein Gefühl für Gnade und Hilfsbereitschaft, kann auch schon einmal erstaunlich sanft sein und beschützt auch Unschuldige, wenn es seinem Ehrempfinden entspricht. Deshalb gibt es wohl auch als Gegengewicht in den ersten Geschichten Eingar und Skurl, die solche Skrupel nur in Ausnahmefällen zeigen.

Die drei Episoden – die erste schildert seinen Werdegang, die zweite seine Auseinandersetzung mit Skurl und die dritte führt ihn in ein fernes Land, sind in erster Linie solide Abenteuer mit viel Action und ohne sonderlichen Tiefgang was den Hintergrund und die Charakterisierung betrifft. Insgesamt sind die Stories aber sehr detailreich gezeichnet und vom Inhalt doch ein wenig härter als man es gewohnt ist, was daran liegen mag, dass sie in England erschienen, wo man damals noch keinen Comic-Code kannte.


Fazit:


Das Schwert Eingars“, das erste Album zu „Karl der Wikinger“ ist ein solides historisches Abenteuer das all die Klischees bietet, die man zur Entstehungszeit mit den Nordmännern verbindet, aber dazu auch ein paar interessante Facetten aufweist, die die Geschichte etwas aus der Masse ähnlicher Titel hervorhebt und doch ein wenig vielschichtiger und abwechslungsreicher macht als man denkt.



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Eure Meinung:

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Comic:

Karl der Wikinger 1: Das Schwert Eingars

Autor: Ted Cowan

Zeichnungen: Don Lawrence

Übersetzung: Kerstin Fricke, Uwe Peter

Hardcover im Albenformat, 96 Seiten

Paninicomics erschienen Juni 2017

ISBN-10: 3741602477

ISBN-13: 978-3741602474

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 05.07.2017, zuletzt aktualisiert: 07.04.2019 17:49