Kaylin und das Geheimnis des Turms (Autorin: Michelle Sagara; Die Chroniken von Elantra, Bd. 2)
 
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Kaylin und das Geheimnis des Turms von Michelle Sagara

Reihe: Die Chroniken von Elantra, Bd. 2

Rezension von Christel Scheja

 

Durch die „Chroniken von Elantra“ ist die kanadische Autorin Michelle Sagara auch einem internationalen Publikum bekannt geworden. Bereits erschienen ist „Kaylin und das Reich des Schattens“, nun legt der Mira Verlag den zweiten Band der Reihe „Kaylin und das Geheimnis des Turms“ nach, in dem nicht Elfen, Zwerge oder Orks neben den Menschen zu finden sind, sondern ganz andere unheimliche Wesen.

 

In einem Land, in dem Drachenlords und Angehörige der unsterblichen Barrani die Macht in den Händen halten, haben Menschen nicht viel zu sagen, vor allem nicht, wenn sie auch noch im Gebiet von Lord Nachtschatten aufgewachsen sind, in dem dunkle magische Praktiken ausgeübt werden und Banditen die Straßen unsicher machen.

Vor sieben Jahren ist Kaylin dem drohenden Schicksal als Opfer entkommen und hat bei den Gerechtigkeitshütern, den sogenannten „Falken“, Zuflucht und Anstellung gefunden. Da sie aber auch noch über besondere Gaben verfügt, sie selbst nicht so ganz versteht, ist sie ab und zu auch in der Stadt unterwegs, um den Hebammen bei schwierigen Geburten beizustehen. Damit versucht sie ihre Schuldgefühle gegenüber Kindern auszugleichen, die bei oder durch ihre Flucht sterben mussten.

Allerdings bleiben ihre magischen Kräfte nicht verborgen. So wird sie immer wieder dazu gedrängt, diese überprüfen und ausbilden zu lassen. doch Kaylin, die nichts mit Politik und Zauberern zu tun haben will, sperrt sich immer wieder dagegen.

Dennoch wird sie eines Tages darum gebeten, an den Hof des Hochlords der Barrani zu kommen. Seine beiden Erben sind erkrankt, und sie scheint die Einzige zu sein, die noch helfen kann, nun da alle anderen Mittel versagt haben.

Tatsächlich gelingt es der jungen Frau, die beiden aus dem Koma zu holen. Dabei aber entfesselt sie Geheimnisse und Mächte, die sie immer mehr in die Intrigen der Unsterblichen verstricken. Doch genau das erweist sich schließlich sogar als Tor zu den Geheimnissen ihrer eigenen Vergangenheit ...

 

Wie auch schon im ersten Band der „Chroniken von Elantra“ beschäftigt sich die Autorin weniger mit romantischen Gefühlen als den Geheimnissen, die die Heldin umgeben. Zu dem, was man bereits erfahren hat, kommen nun weitere Enthüllungen, die allerdings nicht gerade für Aufklärung sorgen, sondern die Verwirrung noch mehr vertiefen.

Letztendlich erhält man nur einen Bruchteil der Antworten, die man sich erhofft, stattdessen werden sogar neue Fragen aufgeworfen, die Kaylin betreffen. Wer oder was ist sie eigentlich wirklich? - auf diese Enthüllung wartet der Leser vergebens.

In dieser Hinsicht sorgt die Autorin zwar für genügend Dramatik - wenn auch nicht mit der Handlung selbst. Wieder fällt auf, dass sie darauf verzichtet, die Rassen und das Setting ihrer Welt näher vorzustellen.

Das sorgt leider dafür, dass weder die kulturellen Eigenheiten der Barrani verständlich werden, noch die Gründe für Intrigen und Machenschaften. Auch die Magie wird weiterhin nur sehr kryptisch erklärt.

Obwohl sie flüssig schreibt und durchaus schon einmal für Action sorgt, kommt man mit dem Lesen nur schwer voran. Das liegt in erster Linie daran, dass nicht nur der Hintergrund, sondern auch die Nebenfiguren sehr schwammig und blass bleiben, so dass man sie nicht wirklich im Kopf hat.

Nicht einmal die Gefühlswelt der Heldin wird verständlich dargestellt, denn die Autorin schweift immer wieder gerne zu Nebensächlichkeiten ab und zieht Dialoge viel zu sehr in die Länge, so dass die Geschichte meistens eher dahin plätschert. Überraschungen halten sich zudem in Grenzen und wenn, dann scheinen sie weder Hand noch Fuß zu haben, da man sie einfach nicht verstehen kann. Gedanken an eine Romanze verschwendet man ebenfalls nicht, da die Figuren den Leser gar nicht dazu veranlassen für irgend eine der Figuren schwärmen zu wollen.

 

Alles in allem bietet auch „Kaylin und das Geheimnis des Turms“ wieder nette Ansätze für wirklich interessante und erfrischende Ideen im Bereich der Fantasy. Nur werden diese leider nicht treffend umgesetzt, da sich die Autorin zu sehr in alltäglichem Geplänkel und Nebensächlichkeiten verliert.

 

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20240713015134bcac6e3f
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Kaylin und das Geheimnis des Turms

Reihe: Die Chroniken von Elantra, Bd. 2

Autorin: Michelle Sagara

broschiert, 460 Seiten

Mira, erschienen November 2010

Übersetzung aus dem Englischen von Justine Kapeller

Titelbild von pecher und soiron

ISBN-10: 3899417992

ISBN-13: 978-3899417999

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 02.07.2011, zuletzt aktualisiert: 08.06.2024 14:45, 11938