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Keltis - Das Orakel von Reiner Knizia

Rezension von Bine Endruteit

 

"Keltis – Das Orakel" ist ein neues Spiel aus der Feder von Reiner Knizia. Der Erfolgsspieleautor hat bereits zahlreiche Veröffentlichung herausgebracht, mit dem Original-Keltis konnte er sich sogar den Titel "Spiel des Jahres 2008" sichern. Erstaunlicherweise ist aber trotzt dieser Auszeichnung die hier vorliegende Version noch ein ganzes Stück spannender und vielseitiger gestaltet.

 

Das Spielbrett zeigt eine große Spirale mit verschiedenen Wegeplätchen, die für jedes Spiel neu gemischt und ausgelegt werden. So bleibt es immer spannend, da man nie genau planen kann und sich immer wieder überraschen lassen muss, welche Kombinationen sich diesmal ergeben haben. Mit insgesamt drei Spielfiguren zieht jeder der zwei bis vier Spieler über dieses Brett. Dabei benutzt man seine Handkarten. Diese zeigen Farben, die sich auch auf den einzelnen Feldern wiederfinden. Bis zur ausgelegten Farbe darf man ziehen. In jeder Runde hat man acht Handkarten, von denen man eine ausspielt. Es gibt fünf verschiedene Farben und in jeder Farbe sind 2x alle Zahlen von 0 bis 10 vorhanden. Man legt seine Karten in Zahlen-Reihen aus, die entweder aufsteigend oder absteigend sein müssen, dabei darf man aber auch Zahlen auslassen oder doppelt legen. Den aktuellen Punktestand markiert man während des Spiels mit einem Stein am Rand des Brettes, was ein lästiges, komplexes Auszählen am Ende überflüssig macht.

 

Das Ziel eines jeden Spielers ist es, so viele Punkte wie möglich zu sammeln, was man auf verschiedenen Wegen erreichen kann. Man kann seine Figuren schnell voran bringen, was sie aus dem Minuspunktebereich entfernt. Man kann aber auch die Druidenfigur ziehen, die Sonderpunkte bringt, wenn sie auf einen eigenen Spielstein trifft oder die Wunschsteine einsammeln, die am Ende der Wertung weitere Zusatzpunkte bringen. Außerdem gibt es Sonderfunktionen, die es einem erlauben Felder vorwärts oder sogar beliebig weit rückwärts zu springen. Kobolde lassen einen Hand- oder bereits ausgelegte Karten entfernen und neue nachziehen. Besucht man die Kobolde mit seinen Spielsteinen gleichzeitig gibt das nochmal bis zu 15 Extrapunkten.

 

Insgesamt ergibt sich ein äußerst rundes Spiel mit vielen Möglichkeiten, das dazu noch leicht zu lernen ist. Tatsächlich sind die oben genannten Regeln schon alle, viel mehr gibt es nicht zu beachten. Wer das Original-Spiel kennt, wird die Grundzüge erkennen, aber schnell die vielfältigeren Möglichkeiten von "Das Orakel" nicht mehr missen wollen.

 

Natürlich gibt es durch die Handkarten und die immer wieder neu ausgelegten Wegeplätchen einen gewissen Glücksfaktor, allerdings hat man auch viele Möglichkeiten, Karten einer schlechten Hand auszutauschen oder durch geschicktes nutzen der Sonderfelder trotzdem Punkte zu machen. Es gibt verschiedene Strategien, die zum Ziel, also zu vielen Punkten, führen und man muss sich nicht auf eine davon festlegen, ohne sie wechseln zu können. Aber auch ganz ohne große Strategien kann man hier recht weit kommen, da sich fast immer etwas interessantes ergibt, bloß sollte man darauf achten, seine Karten beim Ausspielen möglichst geschickt zu legen. Deswegen eignet sich das Spiel für eine große Spielergemeinde: Ob als Familienspiel, als Unterhaltungsspiel für nebenbei oder eine kleine Strategieeinlage, "Keltis – Das Orakel" bietet für jeden das Richtige. Egal ob man nur zu zweit spielt oder mit mehreren, es macht immer gleich viel Spaß. Mit weniger Spielern kann man etwas mehr planen, bei vier Leuten ist der Glücksfaktor etwas höher, da man nie weiß, was bis zum nächsten eigenen Zug passiert und durchaus Wunschsteine verschwinden oder die Duidin einfach weiterziehen kann.

 

Außerdem sehr ansprechend gestaltet ist das Spielmaterial. Es ist durchweg aus stabiler Pappe, die Karten liegen gut in der Hand und die Figuren sind in den passenden Ambiente-Farben Weiß, Grau, Schwarz und Braun gehalten. Die Spielanleitung hat lediglich vier Seiten (wovon ein großer Teil Bilder und Beispiele sind) und ist trotzdem ausführlich und leicht zu verstehen.

 

Jedem, der "Keltis" mochte, kann man auch "Keltis – Das Orakel" empfehlen. Wer noch keins der beiden Spiele sein eigen nennt, sollte sich ganz klar für diese neue Variante entscheiden, die viel mehr Möglichkeiten und Abwechslung bietet.

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MEDIUM: Brettspiel

Keltis – Das Orakel

Autor: Reiner Knizia

Kosmos, 4. Januar 2010

Broschiert, 615 Seiten

ISBN-10: B0032U9FM4

Modellnummer: 691042

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 16.06.2010, zuletzt aktualisiert: 16.02.2018 17:50