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Khengis´ Schatten

Reihe: Die Schiffbrüchigen von Ythaq, Bd. 4

Rezension von Christel Scheja

 

„Die Schiffbrüchigen von Ythaq“ geht mit dem Band „Khengis’ Schatten“ nun schon in die vierte Runde und enthüllt neue Geheimnisse. Die Dinge, die bisher nur Zufall gewesen zu sein scheinen, erstrahlen plötzlich in einem ganz anderen Licht und manch einer der Gegner oder Freunde der Helden ist nicht das, was er vorgibt zu sein.

 

Aber erinnern wir uns: Der Luxusraumer „Kometenstaub“ ist aus unbekannten Gründen auf dem kulturell und technisch rückständigen Planeten Ythaq havariert. Die meisten Völker befinden sich noch einem vorindustriellen Zeitalter, das dem irdischen Mittelalter gleicht, einige sind von der Entwicklung her sogar noch weiter zurück.

Das haben drei Passagiere schon deutlich zu spüren bekommen. Nachdem sie den Absturz ihres Schiffsteils mehr schlecht als recht überlebt haben, suchen die Navigatorin Granit, der Bordtechniker Narvarth und die Luxusgöre Callista weiteren Überlebenden aus dem Kreuzer und auch einer Möglichkeit um nach Hause zu kommen. In den drei Bänden, die sich nur mit ihrer Reise beschäftigten, haben sie zwar in den Eingeborenen Tao und Krugor treue Freunde gefunden, sich aber auch Feinde gemacht.

Nachdem Callista durch Frechheit die geheimnisvolle Ophyde und ihre Schwester besiegen und mit den drei Freunden deren Geheimnis enthüllen konnte, sind sie den Söldner Dhokas immer noch nicht los geworden. Der verfolgt sie immer noch, weil er sich betrogen fühlt und Rache nehmen will.

Doch das ist das geringere Übel. Durch ihre Entdeckungen sehen Granit, Narvarth und Callista ihren Verdacht bestätigt, dass der Absturz auf dieser Welt kein Zufall war. Ganz offensichtlich steckt mehr dahinter, denn sie sind nicht die ersten, die hier strandeten. Zudem hat Granit eine ungewöhnliche Gabe entwickelt – Sie kann plötzlich das Feuer kontrollieren, als Waffe verwenden und sogar aus dem Nichts erschaffen. Zwar kommt ihr das oft genug sehr gelegen, aber warum das so ist möchte sie doch gerne erfahren. Und deshalb ist es um so wichtiger, andere Überlebende der „Kometenstaub“ zu finden. Immerhin wissen sie jetzt genau, dass sich einige davon im Norden aufhalten müssen.

Und so schlagen sich die drei mit ihren Freunden auch diesmal weiter durch gefährliche Regionen und müssen so manchen Rückschlag hinnehmen, vor allem als ein Monster Narvarth in seine Klauen bekommt und beinahe umbringt.

Eine Rückblende erzählt indes, wie es der Besatzung und den Passagieren in den anderen Teilen des Schiffes ergangen ist. Der Luxusraumer havariert tatsächlich im Packeis den Nordens, die Kommandantin und ihrer erster Offizier machen sich auf, um Hilfe zu suchen. Dabei bekommen sie es mit Khengis, einem blutrünstigen und grausamen Anführer wilder Barbaren zu tun, die offensichtlich nur eines wollen – Plündern, Morden und brandschatzen, um die auf dem Schiff befindlichen Schätze in ihre Gewalt zu bringen.

 

„Khengis’ Schatten“ setzt die Entwicklung fort, die in „Das Seufzen der Sterne“ angefangen hat. Allein durch die Rückblende erfährt man interessante Details und hat nun die Gewissheit, dass die Passagiere der „Kometenstaub“ manipuliert werden und das Erwachen von besonderen Gaben nicht unbedingt nur Zufall ist. Die Ziele der Unbekannten, die das Schiff mittels eines Traktorstrahls auf den Planeten gerissen haben, müssen noch ergründet werden – und so bleibt es weiter spannend.

Ansonsten bietet die Geschichte wieder die gewohnte Mischung aus Action, frechen Wortwechseln, einem Schuss Horror und Fantasy und nicht zuletzt Antworten auf die Fragen, die in den letzten Bänden aufgeworfen wurden. Allerdings werden auch genügend neue aufgeworfen, nun da die drei Helden ihr Schiff wiedergefunden haben. Denn es ist noch lange nicht alles gut, eher im Gegenteil.

Auch diese Episode hat kaum noch etwas Leichtes und Verspieltes. Ebenso wie die Handlung sind auch die Charaktere ernster und zielstrebiger geworden. Vor allem Granit wächst mehrfach über sich hinaus und tritt später ihren Vorgesetzten weit selbstbewusster gegenüber als früher. Callista und Narvarth bewahren sich hingegen noch ein wenig von ihren alten Charakterzügen, auch wenn sie sich ebenfalls durch die Erlebnisse verändert haben und nun ihren Teil zur Lösung der Rätsel beitragen.

Die Geschichte endet erneut mit einem Cliffhanger, denn wieder einmal sind Nebenfiguren wie der gefährliche Khengis nicht das, was sie zu sein scheinen, und die Auswertung der Informationen machen klar, dass jemand etwas von ihnen will. Doch was, das wird natürlich nicht verraten.

Adrien Flochs setzt auch in diesem Band seinen sehr dynamischen feinen Zeichenstil fort und vertieft die lebhafte Atmosphäre des Bandes. Mehr als in den Vorgängerbänden sind die Farben eher kälter und dunkler, als wollten sie einiges zu der bedrohlich düsteren Atmosphäre beitragen.

 

In „Khengis Schatten“ schlägt „Die Schiffbrüchigen von Ythaq“ nicht nur in der Rückblende zu den Anfängen zurück. Die Geschichte gewinnt an epischer Dimension und man hat das Gefühl, dass es noch sehr interessant werden dürften.

Ansonsten schließt man sich dem in francobelgischen Comics so typischen Genremix von Science Fiction und Fantasy an und nutzt ihn als Hintergrund für die ansprechende Handlung mit vielen eigenwilligen Charakteren und actionreichen, humorvollen Abenteuern.

Eure Meinung:


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Comic:

Khengis´ Schatten

Reihe: Die Schiffbrüchigen von Ythaq, Bd. 4

Autor: Christophe Arleston

Zeichner: Adrien Floch

Hardcover-Album, 56 Seiten

Splitter, Oktober 2007

ISBN 978-3-939823-07-0

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 17.06.2008, zuletzt aktualisiert: 14.07.2019 13:58