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Khronos 2 Edition

Rezension von Stefan Glaubitz

 

Khronos ist ein originelles und raffiniertes Spiel, das Sie in einen Kampf um Macht und Reichtum verwickelt, der die Zeit selbst durchdringt. Das Spiel entwickelt sich gleichzeitig in drei Zeitaltern… Werden Sie die Mahlströme der Zeit meistern und Ruhm und Reichtümer anhäufen? Oder werden Sie ein Opfer temporaler Paradoxien und verschwinden auf ewig im Nexus der Zeiten? Sie haben es in der Hand! Wägen Sie ihre Strategie genau ab, treffen Sie überlegte Entscheidungen und achten sie stets auf ihre Gegner, die keine Gelegenheit auslassen werden, ihre Pläne zu durchkreuzen. Khronos ist ein erstaunliches Spiel, das Sie immer wieder überraschen wird.

 

Spielziel

 

Die Spieler haben insgesamt sieben Runden Zeit, soviel Geld anzusammeln, wie sie können. Dieses bekommen sie durch den Bau bestimmter Gebäude, die ihnen sofort Einkommen verschaffen. Eine andere Möglichkeit ist die Kontrolle von Gebäudegruppen, sogenannten Domänen. In der vierten und siebten Runde können die Spieler Steuern auf ihre Domänen erheben, eine gute Gelegenheit, viel Geld einzustreichen. Der Spieler, der nach sieben Runden das meiste Geld hat, ist der Sieger.

 

Ausstattung

 

Der Karton von „Khronos“ ist schon etwas größer, sollte aber trotzdem in jedes Regal passen. Auch ein gewisses Eigengewicht bringt das Spiel mit, sodass es nicht unbedingt auf leichtere Spiele gestellt werden sollte. Die Komponenten im Einzelnen sind:

 

  • 1 Regelheft
  • 1 großer Spielplan
  • 155 Gebäudeplättchen in drei Farben
  • 60 Münzen
  • 55 Zivilisationskarten
  • 10 Spielfiguren
  • 1 Zählstein
  • 125 farbige Holzwürfel

 

Alle Komponenten machen einen sehr guten Eindruck auf mich. Vom Spielplan bis zu den Zivilisationskarten passt alles sehr gut zusammen und sorgt für eine gute Stimmung am Spieltisch. Besonders gut sind die Spielfiguren geworden, die sehr fein gearbeitet sind und fantastisch aussehen. Aber auch die Innenaufteilung des Kartons kann sich sehen lassen. Vier große Fächer, in denen man die verschiedenen Teile gut nach Zeitaltern einsortieren kann.

 

Spielregeln

 

Die Anleitung ist 12 Seiten stark und besteht aus einem Regelteil und einem Anhang. Dabei muss man auch wirklich alle Seiten lesen, damit man „Khronos“ vernünftig spielen kann. Allerdings ist das Regelwerk sehr schön aufgemacht und verständlich geschrieben. Viele Bilder und Beispiele erleichtern dabei das Verständnis des Regelwerks. Trotzdem sollte man bei den ersten Partien die Spielregeln zur Hand haben, da die Regeln von „Khronos“ doch ein wenig komplizierter sind.

 

Spielverlauf

 

Die Vorbereitungen für eine Runde „Khronos“ sollten nicht zu lange dauern. Der Spielplan wird auf dem Tisch ausgelegt und die Rundenzählleiste wird am unteren Ende des Plans platziert. Die 155 Gebäudeplättchen werden in die passenden Fächer im Karton gelegt und jeder Spieler nimmt sich zwei Abenteurer einer Farbe und stellt sie in den vorgesehenen Bereich im ersten Zeitalter. Weiterhin bekommt jeder die 25 Kontrollwürfel seiner gewählten Farbe und vier 1-Taler-Münzen. Die Zivilisationskarten werden gemischt und als verdeckter Stapel neben den Spielplan gelegt. Dann bekommt noch jeder Spieler vier von diesen Karten und es wird ausgelost, wer der Startspieler sein darf. Dann kann es auch schon losgehen.

 

Ist ein Spieler an der Reihe durchläuft sein Zug immer drei Phasen:

 

1. Austausch von Zivilisationskarten

 

Gefallen einem Spieler die Zivilisationskarten auf seiner Hand nicht, kann er einige oder alle auf den Ablagestapel abwerfen und darf sich seine Kartenhand für zwei Taler wieder auf vier Karten auffüllen.

 

2. Aktionsphase

 

Dies ist die Hauptphase eines Spielzugs. Wenn ein Spieler mag, kann er seine Abenteurer für einen Taler pro Person in ein anderes Zeitalter schicken. Das ist besonders in der vierten und siebten Runde sinnvoll, wenn es darum geht, Steuern einzutreiben. Wie oft ein Spieler mit seinen Figuren einer Runde durch die Zeit reist, ist ihm und seinem Geldbeutel überlassen.

 

Man kann und sollte auch Zivilisationskarten ausspielen. Dabei gibt es aber einige Vorschriften zu beachten. Zum einen kann man nur in einem Zeitalter Karten ausspielen, in dem man einen Abenteurer stehen hat, und man darf pro Abenteurer nur zwei Zivilisationskarten ausspielen. Stehen beide Abenteurer im selben Zeitalter, dürfen sie ihre Karten kombinieren.

 

Zivilisationskarten lassen sich dafür verwenden, um neue Gebäude zu bauen. Allerdings darf man das nur in den ersten beiden Zeitaltern. Das dritte und oberste Zeitalter ist dazu da, die bürgerlichen Gebäude zu besiedeln, damit man in diesem Zeitalter die meisten Kontrollwürfel in einer Domäne hat. Domänen sind einzelne Gebäude oder ganze Gruppen von Gebäuden und je nach Zeitalter bekommen die Spieler Punkte für bürgerliche Gebäude in den Domänen. Gebäude können aber auch mit Zivilisationskarten vergrößert werden. Es gibt drei Größen von Gebäuden. Klein, Mittel und Groß. Das Interessante ist, dass mittlere und große Gebäude in die höheren Zeitalter kopiert werden. Überlagern sie dort andere bereits gebaute Gebäude, verschwinden diese in einem Zeitparadoxon.

 

3. Neue Zivilisationskarten ziehen

 

Hat ein Spieler noch Karten auf der Hand, legt er sie auf den Ablagestapel und zieht sich vier neue Karten vom verdeckten Stapel.

 

4. Steuereinnahmen aus Domänen

 

Zum Ende seiner vierten und siebten Runde darf der Spieler Steuern aus seinen Domänen einstreichen. Allerdings muss er einen Abenteurer im passenden Zeitalter haben. Im untersten Zeitalter, dem Zeitalter der Macht, bekommt ein Spieler in den Domänen Steuereinnahmen, in denen er das höchstrangige militärische Gebäude kontrolliert. Im zweiten Zeitalter, dem Zeitalter des Glaubens, muss ein Spieler das höchstrangige religiöse Gebäude haben, um in einer Domäne Steuern eintreiben zu können. Im obersten Zeitalter, dem der Vernunft, muss man in einer Domäne die meisten Kontrollwürfel auf den bürgerlichen Gebäuden haben. Je nach Größe der Domäne können ganz unterschiedliche Beträge dabei herumkommen

Nach der siebten Runde werden die Taler der einzelnen Spieler gezählt, dann steht der Sieger fest.

 

Spielspass

 

„Khronos“ ist ein wirklich spannendes Spiel, bei dem meistens bis zuletzt der Sieger nicht sicher ist. Auch der Unterhaltungswert kommt dabei nicht zu kurz, wird doch eigentlich viel geredet und diskutiert. Außerdem kann man immer mal wieder versuchen, seine Gegenspieler zu überreden, ein Gebäude nicht so zu bauen, dass man ein eigenes verliert. Gerade das Kopieren der Gebäude durch die Zeit ist gut gelungen und dazu ist es noch sehr innovativ. Natürlich gehört noch einiges an Glück dazu, die richtigen Karten zu ziehen, aber dafür ist in der Anleitung eine optionale Regel, die Hold´em Regel, beigefügt. Hier liegt immer eine gewisse Auslage an Karten offen aus und ein Spieler der am Zug ist kann einige seiner Karten gegen diese offen ausliegenden austauschen.

 

Fazit

 

„Khronos“ ist ein Spiel für Strategen und für welche, die es werden wollen. Einziger Kritikpunkt von meiner Seite sind die etwas komplizierten Regeln. Gerade Brettspielanfänger dürften damit Probleme bekommen. Auch das Erklären dieser Regeln ist nicht so einfach, sodass man besser fast jedem Spieler die 12 Seiten Regelwerk zu lesen gibt. Nichts desto trotz läuft das Spiel rund und flüssig. Für die ersten Partien sollte das Regelwerk auf jeden Fall griffbereit am Platz liegen. Erfahrenen und unerschrockenen Spielern kann ich „Khronos“ nur wärmstens ans Herz legen. Sprung und gute Aufmachung sprechen für sich und trotz der Schwierigkeiten am Anfang ist „Khronos“ ein tolles Spiel.

 

 

(Anklicken zum Vergrößern)
 

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Brettspiel:

Khronos 2 Ed.

Heidelberger Spieleverlag, 2007

Autor: Arnaud Urbon und Ludovic Vialla

Spielerzahl: 2 bis 5

Spieldauer: ca. 90 Minuten

Mindestalter: ab 12 Jahre

ISBN-13: 4-015566-010307

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:

Inhalt:

 

  • 1 Regelheft
  • 1 Spielplan
  • 155 Gebäude
  • 60 Münzen
  • 55 Zivilisationskarten
  • 10 Spielfiguren
  • 1 Zählstein
  • 125 Holzwürfel

 


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Erstellt: 27.11.2007, zuletzt aktualisiert: 16.02.2018 17:50