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Killer Karnickel (und die Jagd nach der Magischen Karotte)

Rezension von Marcus Krug

 

Bunt, verdammt bunt, ist so in etwa das, was mir beim Anblick von Killer Karnickel in den Sinn kam. An den merkwürdigen Namen hatte ich mich da schon gewöhnt, da ich ja wusste, was mir in dieser Woche ins Haus flattern würde. Die Optik bzw. der Farbeinsatz kann wirklich nur dem Drogenrausch eines Hippies aus den 70ern entsprungen sein. Gleichzeitig passt er jedoch hervorragend zu der Spielidee und zeigt von Anfang an, dass man ein Spiel in Händen hält, das Spaß machen soll und sich selbst nicht allzu ernst nimmt,

 

Aufmachung

Wie bereits erwähnt ist das ganze Spiel sehr farbenfroh gestaltet. Die Grafiken auf den Karten sind in einem grellen Comic-Stil gehalten, die Qualität der Karten ist gut. Dazu gibt es noch zwölfseitige Würfel in verschiedenen Farben.

 

Verständlichkeit der Spielregeln

Die Spielregeln selbst sind leicht verständlich und schön kurz, jedoch kommt es, wie bei Kartenspielen mit viel Kartentext der Fall, auch hier öfters zu Auslegungsproblemen hinsichtlich der Karteneffekte und –eigenschaften. Hier hilft ausuferndes Ausdiskutieren und Rumbrüllen jedoch meist weiter.

 

Spielziel

Ziel des Spiels ist es Karotten zu erlangen, die wiederum Siegpunkte wert sind, und die Karnickel der anderen Spieler umzubringe. Die zufällig bestimmte „magische Karotte“ ist am Ende drei, alle anderen Karotten ind einen Punkt wert. Hier weicht das Spiel angenehm von der amerikanischen Vorlage ab, bei der der Spieler, der die „magische Karotte“ gezogen hat, ohne weitere Verrechnung gewann. Dies hinterließ aber bei vielen Spielern einen eher bitteren Beigeschmack, weil an sich das Spiel unwichtig war, wenn man nicht eben diese eine Karotte bekommen hat. Die deutsche Version ist hier klar vorzugswürdig.

 

Spielvorbereitung

Die Vorbereitungszeit geht gegen null. Karten mischen, austeilen, Kartotten, Kohl und Wasser zurechtlegen, fertig.

 

Spielablauf

Zunächst bekommen alle Spieler 7 Handkarten, von denen sie zwei vor sich auslegen, dazu gleich mehr. Alle gezogenen Geldkarten werden vr dem jeweiligen Spieler abgelegt und er kann Ersatzkarten ziehen. Dann beginnt das eigentliche Spiel, wbei jeder Spieler der Reihe nach im Uhrzeigersinn dran ist.

 

Von links oben nach rechts unten: Kaballa Dolla, Karotte, Karnickel, Waffe

Kartentypen

Es gibt fünf verschiedene Kartentypen:

 

 

  • Run-Karten (die wichtigsten Karten im Spiel - Karnickel, Waffen, Defensivkarten usw.)<br>&nbsp;
  • Spezial-Karten (Ereigniskarten der Snderkarten, die einem Spieler besndere Möglichkeiten geben - sie können nur im eigenen Zug gespielt werden)<br>&nbsp;
  • Super-Spezial-Karten (Vergleichbar den Spezial-Karten, jedoch können sie immer gespielt werden)<br>&nbsp;
  • Sofort-Ausspielen-Karten (Zufallsereignisse, töten immer ein eigenes Karnickel und müssen direkt nach dem Ziehen angewandt werden)<br>&nbsp;
  • Kaballa-Dolla (Geld, wird direkt nach dem Ziehen)

 

 

Wichtig ist nun, wie diese Karten ins Spiel kommen können, denn das ist sehr unterschiedlich. Die Spezial- und Super-Spezial-Karten können grundsätzlich von der Hand gespielt werden. Bei den Run-Karten ist dies völlig anders.

 

Jeder Spieler legt zu Beginn des Spiels zwei Karten verdeckt untereinander aus. Diese Karten werden obere und untere Run-Karte genannt. Die hierfür gewählten Karten können Run-, Spezial- oder Super-Spezial-Karten sein. Im Spielverlauf werden diese Karten umgedreht, ausgeführt und durch neue Karten ersetzt. Dies ist die einzige Möglichkeit Run-Karten ins Spiel zu bringen.

 

Handlungsmöglichkeiten der Spieler

Ist der Spieler an der Reihe, kann er zwischen verschiedenen Handlungsalternativen wählen.

 

1. Er kann eine Spezial- oder Super-Spezial-Karte von der Hand spielen. Hat er dies gemacht, zieht er eine Karte nach und ist fertig.

 

2. Er kann die obere Run-Karte umdrehen uns spielen. Handelt es sich um ein Karnickel, legt er es vor sich aus. Bei einer Waffe benennt er ein gegnerisches Karnickel und greift dieses an, usw. je nach Kartentext.

Hat er dies getan, schiebt er die untere Run-Karte auf den ursprünglichen Platz der oberen Run-Karte, die er ja gerade gespielt hat. Danach zieht er eine neue Karte vm Nachziehstapel, wählt eine seiner Handkarten aus und legt sie verdeckt auf den jetzt freien Platz der unteren Run-Karte.

 

Wie man hier feststellen kann ist es wichtig seine Züge im Voraus zu planen, da man die Reihenflge der Run-Karten nicht mehr ändern kann, sndern nur deren Umdrehen durch Ausspielen vn Spezial-Karten um eine Runde verzögern.

 

Hat der Spieler eine seiner beiden Handlungsalternativen gewählt, ist der nächste Spieler an der Reihe.

 

Wichtig!:

Viele Karten können nur gespielt werden, wenn der Spieler ein Karnickel ausliegen hat, weswegen diese sehr wichtig sind! Hat man kein Karnickel,

 

Der Karnickel-Mord

Wir ein Karnickel angegriffen, muss dessen Besitzer eine auf der Angriffskarte vermerkte Zahl überwürfeln, schafft er dies nicht, ist das Karnickel futsch. Interessant wird ein Angriff immer dann, wenn die Waffe nicht nur ein Karnickel betrifft, sondern mehrere. Die ausgelegten Karnickel aller Spieler bilden nämlich einen Kreis. Es kann als durchaus vrkommen, dass eine entsprechend starke Waffe alle Karnickel wegputzt, wenn man falsch rechnet auch die eigenen.

 

Futter

Oben habe ich Kohl- und Wasser-Karten angesprochen. Diese sind wichtig, wenn ein Spieler eine Fütter-dein-Karnickel-Karte gegen einen Mitspieler gespielt hat. Das Opfer muss dann bis zum Ende seines nächsten Zuges Futter in Form von Wasser und Kohl für sein Karnickel ranschaffen, damit es nicht stirbt. Dieses Futter kann man jederzeit zu einem festen Preis erwerben.

 

Karotten

Gut, der Abluf des Spiels ist in etwa klar, wie man Karnickel ins Spiel bringt und die anderer Spieler über den Jordan bläßt ist auch klar, aber wie bekommt man eigentlich Karotten aka Siegpunkte?

 

1. Man kann diese zunächst jederzeit für einen festen Geldbetrag kaufen. Dumm ist natürlich, wenn man kein Geld hat.

 

2. Es gibt eine Run-Karte, die es einem ermöglicht, sich kostenlos 1 bis 2 Karotten vom Stapel zu nehmen. jedoch nur, wenn man gerade ein Karnickel auf dem Tisch hat.

 

Spielende

Das Spiel endet, sobald die Letzte Karotte erworben wurde. Dann wird per Zufall die magische Karotte bestimmt. Wer die meisten Siegpunkte hat, gewinnt.

 

Fazit

Killer Karnickel will einfach nur Spaß machen und dabei ein bischen gemein sein. Genau dies gelingt dem Spiel in großer Runde hervorragend. Man kann den anderen mit schöner Regelmäßigkeit das Leben zur Hölle machen, indem man ihnen die Karnickel wegpustet, die sowohl für das Ausspielen eines Großteils der Karten, als auch zum Gewinnen des Spiels nötig sind. Das frustet insbesondere dann ungemein, wenn man gerade erst mit viel Mühe ein Karnickel auf den Tisch gebracht hat.

Durch die Notwendigkeit seine Züge bereits teilweise 2 Runden im Voraus zu planen (man denke an die Run-Karten), kommt eine angenehme Priese Taktik ins Spiel. Dennoch bleibt Killer Karnickel ein angenehm lockerer Spaß, der insbesondere in großer Runde überzeugen kann und auch dann nicht zu lange dauert. Denn durch die feste Anzahl an Karotten hat das Spiel ein festes Ende. Dies ist meiner Ansicht nach ein klarer Vorteil gegenüber vergleichbaren Spielen, wie etwa Munchkin, das leider manchmal einfach nicht enden will und dann dröge wird.

 

Was die Spielerzahl betrifft, so macht es in grßer Runde am meisten Spaß, das 2-Personenspiel kann ich nicht empfehlen. Die angegebene Spieldauer scheint mir vernünftig. Der Wiederspielwert ist bei einer gesunden Portion Sadismus hoch, insbesondere, da uns eine Flut von Erweiterungen erwarten dürfte. Die Altersangabe ist meiner Ansicht nach zu hoch, das sollten auch Jüngere schaffen. Die Frage ist nur, ob die die niedlichen Karnickel killen wollen?!?

 

Wer ein nettes, kurzweiliges Spiel, mit etwas Taktik, aber auch viel Glück, zum Austoben und andere Leute ärgern sucht, ist hier genau richtig.

 

Eure Meinung:


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Killer Karnickel

Spieldesign: Jeffrey Neil bellinger

Grafikdesign: Jnathan Young

Verlag: Pegasus

Spielerzahl: 2-8

Spielbar ab: 12 Jahre

Spielzeit: ca. 45 - 60 Minuten

Erhältlich bei: Amazon

 

 

  • 1 Regelheft
  • 165 Spielkarten
  • 36 kleine Karten (Karotten, Kohl und Wasser)
  • 6 12-seitige Würfel

 


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Erstellt: 04.11.2006, zuletzt aktualisiert: 16.02.2018 17:50