Kinder der Apokalypse (Autor: Terry Brooks; Die Großen Kriege 1)
 
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Kinder der Apokalypse von Terry Brooks

Reihe: Die Großen Kriege 1

 

Rezension von Ralf Steinberg

 

Verlagsinfo:

Die Apokalypse hat stattgefunden, die moderne Zivilisation liegt in Trümmern. Luft, Wasser und Boden sind von Giftgas und Radioaktivität verseucht. Wer es nicht geschafft hat, sich rechtzeitig in einen der wenigen, stark befestigten Zufluchtsorte zu retten, muss versuchen, in einer Welt zu überleben, in der nur noch das Recht des Stärkeren zählt. Einer Welt, in der Mutanten und Veränderte den Menschen ihren Platz streitig zu machen suchen. Doch es gibt auch Hoffnung, denn zugleich mit diesen Schrecken der Vergangenheit sind auch uralte Kräfte des Guten wieder zum Leben erwacht, die den Kindern der Apokalypse in ihrem letzten Kampf beistehen könnten …

 

Rezension:

Seit dreißig Jahren schreibt Terry Brooks an seiner Fantasy-Saga Shannara. Mit der Genesis of Shannara Trilogie erzählt er nicht nur eine weitere Vorgeschichte, er verknüpft sie auch auf raffinierte Weise mit seiner Dämonen-Trilogie (Word/Void-Zyklus). Niemand geringeres als das Kind von Nest Freemark ist diesmal dazu auserkoren, die Welt zu retten. Oder besser gesagt, ein bisschen davon vor der endgültigen Vernichtung an einen sicheren Ort zu bringen.

Zwei Ritter des Wortes, Logan Tom und Angel Perez, sollen dabei helfen, jeder von ihnen mit einer eigenen Aufgabe betreut. Logan Tom muss das Kind von Nest Freemark finden und vor den Dämonen beschützen, während sich Angel auf die Suche nach den Elfensteinen macht. Ja, die Elfensteine. Der Elfenteil der Geschichte ähnelt denn auch sehr stark an jenen Shanara-Band von Brooks aus dem Jahre 1982. Es geht um den Elcrys und seine Auserwählten aber auch um den Loden, jenen Stein, dessen Geheimnis wir bereits aus dem Band Die Elfenkönigin von Shannara kennen. So schön es auch sein mag, dass Brooks hier Fäden über den gesamten Serienkontext spannt, sind die Wiederholungen hier etwas zu öde, entwickelt sich die Handlung viel zu zäh und vorhersehbar.

Spannender ist da schon der Plot um den Jungen Hawk und seine Jugendgang, den Ghosts. Sie bilden einen Clan, eine Familie. Lauter Kinder, die in den Ruinen von Seattle um das Überleben kämpfen müssen. Brooks schildert ihr Schicksal und ihren Alltag eindringlich und überaus sensibel. Nach und nach lässt er dabei die Lebensgeschichten der einzelnen Mitglieder in die Ereignisse mit einfließen, sodass sie für den Leser greifbarer werden, als frühere Charaktere Brooks. Es bleibt zu hoffen, dass Brooks diese Figuren in den weiteren Teilen ausbaut und ihnen Platz einräumt. Um einfach umgebracht zu werden, gefielen mir Owl, Panther, River und die anderen viel zu gut.

 

Die Welt, in der die Ghosts leben, ist eine zerstörte Hinterlassenschaft ihrer Eltern und Großeltern, voller mutierter Wesen, Seuchen und Gefahren, die schnell und plötzlich zuschlagen. Hawk hat sich und seiner Familie einen Codex gegeben, der ihnen helfen soll, darin zu bestehen. Auch gegen die Reste der Zivilisation, jenen stark isolierten Lagern, die sich mit ihren strengen Regime soweit einengen, dass ihr Ende absehbar ist, ohne dass es die Lagerbewohner einsehen wollen. Doch ein riesiges Dämonenheer zieht durch das Land und zerstört Lager um Lager in den ehemaligen USA. Und ihr Weg führt nach Seattle.

Doch Hawk kann nicht einfach weggehen, denn in dem Lager lebt Tessa, seine Geliebte, die ihnen heimlich Medikamente besorgt und wegen ihrer kranken Mutter nicht mit Hawk mitgehen will.

Natürlich erhöht diese Liebesgeschichte die Dramatik der Story ungemein und ein riesiger Cliffhanger heizt das nochmals an, aber etwas Romantik tat dem Shannara-Zyklus bisher immer gut.

Im Handlungsstrang um Logan Tom hingegen erfahren wir mehr über die Dämonen, ihre abscheulichen Experimenten an Kindern und Brooks baut möglicherweise die Entwicklung von Rittern des Wortes zu Druiden auf. Wir werden sehen. Auf jeden Fall ist dieser Strang düsterer als der um Hawk. Wenn auch die Gewalt nicht so brutal dargestellt wird, wie Die Reise der Jerle Shannara. Das erstaunt zwar, aber letztlich besteht Horror nicht nur aus Gewalt.

 

Blanvalet verzichtet überraschenderweise darauf, auf dem Cover zu vermerken, dass es sich hierbei um ein Buch handelt, dass Shannara zuzuordnen ist. Der deutsche Titel der Trilogie „Die großen Kriege“ könnte durchaus Fans der Fantasy-Saga ablenken. Das Titelbild ist zwar recht stimmig, hat aber nicht direkt mit der Romanhandlung zu tun.

Michael Nagula als Übersetzer scheint momentan hoch gefragt zu sein, auf jeden Fall ist seine Übersetzung souverän. Gut gefiel mir etwa der Beibehalt der englischen Namen, obwohl diese Entscheidung auch von Redakteurin Waltraud Horbass getroffen worden sein kann.

 

Fazit:

Brooks überrascht mit neuen und fein ausgearbeiteten Figuren, die aus dem Auftakt zur Genesis of Shannara einen spannenden und angenehm unterhaltsamen Auftaktroman machen. Her mit Band 2!

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 202407131031163abdd1e0
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Buch:

Kinder der Apokalypse

Reihe: Die Großen Kriege 1

Autor: Terry Brooks

Originaltitel: Genesis of Shannara 1: Armageddon's Children, 2006

Übersetzer: Michael Nagula

Blanvalet, April 2008

Broschiert, 444 Seiten

 

ISBN-10: 344224496X

ISBN-13: 978-3442244966

 

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 12.06.2008, zuletzt aktualisiert: 08.06.2024 14:45, 6691