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Klaus: Die wahre Geschichte von Santa Claus

Rezension von Christel Scheja

Es gibt viele Geschichten, die sich um den Weihnachtsmann, in Amerika auch „Santa Claus“ und seine Herkunft ranken. Zumindest ein Teil des Mythos geht auf den historischen Bischof Nikolaus von Myra zurück, der Mädchen vor der Prostitution bewahrte und auch die armen Kinder speiste, und dem hier am 6. Dezember gedacht wird. Andere Facetten entstanden durch Volksmärchen und nicht zuletzt durch einen Werbefeldzug der „Coca Cola“-Company.
Das erlaubt es natürlich jetzt Künstlern ihre eigene Version zu erzählen, so wie in „Klaus: Die wahre Geschichte von Santa Claus“.

Ein einsamer Wanderer kommt in klirrender Winterkälte nach Grimsvig, um dort Fleisch und Felle zu verkaufen. Doch muss er feststellen dass der Ort so kurz vor dem Jul-Fest in keiner feierlichen Stimmung ist. Eher im Gegenteil. Es scheint als sei jede Freude aus der Stadt und der Baronie verschwunden.
Den Leuten ist es nicht erlaubt zu feiern, sie leiden Hunger und Not. Stattdessen müssen die Männer in den Kohlegruben schuften und ihre Familien alleine lassen. All das, weil der verbitterte, ja böse Baron Magnus es so befiehlt und nicht einmal vor seiner Familie Halt macht. Allerdings legt er sich nun mit dem Falschen an.

Denn Klaus, einst aus den im Frost erstarrten Armen seiner Mutter gerettet, ist ein wahres Kind des Waldes und der Geister, die dort hausen. Auch wenn er ein Kämpfer und Jäger ist, so hat er doch eine gute und warme Seele, hilft immer denen, die seiner am meisten bedürfen und schenkt ihnen Freude, vor allem den Kindern.
Doch sein Gegenspieler verkörpert einen anderen, einen dunklen Geist der Weihnacht, der nur Grausamkeit und Gewalt kennt, das Lachen und Licht aus der Seele aller verbannen will, um seinem dunklen Herrn zu dienen.
Es macht Spaß der Geschichte zu folgen, die zwar in einem historisch scheinenden nordischen Setting beginnt, aber auch immer wieder magische Elemente und den Geist dessen dazu mischt, was Weihnachten ausmacht.
Der Kampf dreht sich um die Seele der Kinder, vor allem eines Jungen, an dem auch die Zukunft hängen wird. Und sie erlaubt dem Wanderer eine gewisse Liebesgeschichte, die vielleicht sogar über den Tod hinaus geht.
Der Ausgang des Abenteuers kommt natürlich nicht überraschend, aber der Weg dorthin ist immer wieder mit spannenden Enthüllungen garniert, die auch dem Helden etwas mehr Hintergrund geben.
Das alles mag erfunden sein, der Kreativität der Künstler entsprungen, aber ist durchaus möglich, wenn man sich andere Märchen betrachtet. Und Fantasy-Fans werden den Kontext mögen, der auf christlichen Symbolismus verzichtet und sich in erster Linie auf den sympathischen Helden konzentriert.
Das ganze ist vor einigen Jahren schon einmal bei Panini erschienen, kann aber durchaus neue Leser in den Bann schlagen.

„Klaus: Die wahre Geschichte von Santa Claus“ ist mehr ein handfestes und actionreiches Fantasy-Abenteuer, als eine kitschige Weihnachtsgeschichte voler Schmalz. Denn der Held ist jedenfalls mehr als sympathisch, ein freundlicher und herzensguter Kerl, der sich aber auch zu wehren weiß, wenn es darauf ankommt und so eine sehr interessante Interpretation des Weihnachtsmannes zu sein verspricht.

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Eure Meinung:

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Comic:

Klaus: Die wahre Geschichte von Santa Claus
Original: Klaus #1-7
Autor: Grant Morrison
Zeichner & Farbe: Dan Mora
Übersetzung: Mark Oliver Frisch
Panini Verlag, Stuttgart, 09/2021
Comic, Fantasy, 208/2900
Vollfarbiges Hardcover auf Kunstdruckpapier

ISBN-10: 3741625361
ISBN-13: 978-3741625367

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 14.10.2021, zuletzt aktualisiert: 14.10.2021 16:51