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Kleiner Thor (Bd. 1)

Rezension von Martina Klein

 

"Idun, Hüterin der Äpfel ewiger Jugend, ist verschwunden! Odins Tage sind gezählt. Deshalb schickt er seinen Sohn Thor auf die Erde, um die Menschen verstehen zu lernen. Denn in Walhalla kündigt sich ein Machtwechsel an, und Thor soll so bald wie möglich den Thron seines Vaters besteigen. Nun lebt Thor in einem kleinen Wikingerdorf. Dort allerdings versucht Tyr, Gott der Westgermanen, den Thronfolger unauffällig zu beseitigen. Unglücklicherweise wird Thor zudem sein magisches Schwert entwendet. Doch auch ohne dessen Hilfe wagt er es, sich gegen den Wasserriesen zu stellen, welcher sich unaufhaltsam auf des Dorf zu bewegt. Schon bald muss der Gott des Donners feststellen, dass er gar nicht so alleine ist, wie meint, aber auch, dass Freund und Feind nicht immer leicht zu unterscheiden sind..."

 

In dieser Comicserie geht es also um die erfundene Kindheit des nordischen Gottes Thor, der als kleiner Junge von seinem Vater Odin auf die Erde geschickt wird, um die Menschen verstehen zu lernen.

 

Odin hat Thor Hals über Kopf zu den Menschen hinunter auf die Erde verfrachtet. Sogar seine Frau und Thors Mutter, Frigg, hat vorher nichts davon geahnt. Aber wenigstens hat er seinem Sohn sein magisches Schwert mitgegeben. Der Feind der Familie, Tyr, erfährt trotz großer Vorsicht dank eines Spions schnell davon und sieht eine günstige Gelegenheit, um den Thronfolger und Anwärter auf den Posten als oberster Gott aus dem Weg zu schaffen.

 

Währenddessen wird die entführte Apfelhüterin Idun zu Geirröd, dem Fürsten der Nordischen Riesen, gebracht. Die Riesen brauchen ihre Äpfel zur Stärkung ihrer Macht...

 

Thor hingegen steckt in dem Wikingerdorf, in das er gelangt ist, prompt in Schwierigkeiten, da er mit dem magischen Schwert seines Vaters so mancherlei Unsinn treibt... Und so gerät er - zwar ohne sein Schwert und als sogenannter Unfreier (also als Sklave), aber immerhin am Leben! - in die Obhut der beiden Priester Bruder Thomas und Bruder Malmus. Dort ist er zwar in Sicherheit, doch ist ihm bald schrecklich langweilig...

 

Unterdessen weckt ein unvorsichtiger Zeitgenosse, dessen Identität wir erst später erfahren werden, den bösen und gefährlichen Meeresriesen Njomir auf, der unversehens zu einer gewaltigen Bedrohung für das kleine Wikingerdorf wird...

 

Doch ohne sein Schwert kann der kleine Gott Thor wenig gegen den Riesen ausrichten. Die Menschen im Dorf glauben ihm sowieso nicht so recht, dass er ein Gott ist.

 

Also müssen die Männer des Dorfes ohne göttliche Hilfe gegen den Riesen kämpfen, was relativ aussichtslos ist. Schwer verwundet und erfolglos kehren sie ins Dorf zurück.

 

Thor bietet sich nun doch noch an, gegen den Riesen anzutreten. Doch leider bekommt er auch dafür sein Schwert nicht ausgehändigt... Die beiden Priester, die ihn aufgenommen haben, wollen Thor helfen, die Waffe zurück zu bekommen, da sie sich von einem erhofften Sieg des Jungen, der sich in ihrer Obhut befindet, versprechen, mehr Respekt für sich und ihre Kirche von der übrigen Dorfbevölkerung zu bekommen. Doch ihr Schützling kommt eigentlich auch ganz gut alleine klar...

 

Währenddessen landet Thors Schwert bei einem Schmied, der es einschmelzen soll. Zum Glück geht das nicht so einfach: Das Schwert selbst entscheidet über sein Schicksal und dass es zu einem Hammer umgeschmiedet werden will, wogegen der Schmied auch rein gar nichts ausrichten kann. Schließlich landet die magische Waffe auch "auf eigenen Wunsch" wieder in Thors Händen. So erfahren wir also, wie der Gott Thor zu seinem Hammer gekommen ist...

 

Und dann gelingt es Thor auch - gemeinsam mit der vereinten Hilfe der Dorfbevölkerung und ein wenig Hexenzauberei! - den mächtigen Riesen zu bezwingen. Das macht ihn - sprichwörtlich auf einen Schlag! - beliebt im Dorf! Nun will er herausfinden, wer den Riesen geweckt hat und warum. Währenddessen sind Odins und somit Thors Feinde jedoch auch weiterhin nicht untätig...

 

Und Idun ihrerseits weiß auch noch immer nicht so recht, wie sie sich verhalten soll: Soll sie sich bereit erklären, Äpfel für die Riesen anzubauen oder sich weigern und ihres und das Leben der übrigen Götter, die ihre Äpfel ebenfalls dringend benötigen, aufs Spiel setzen?

 

Unterdessen hecken Thor und seine neuen Freunde - Leif, der Sohn des Dorfanführers, und die junge Hexe Klimetta - einen Plan aus, um mit Thors Feinden fertig zu werden...

 

Auf den ersten Blick ist der "kleine Thor" eher was für Kinder. Der Eindruck täuscht jedoch etwas, da der Humor der Geschichte bisweilen durchaus ziemlich tiefgründig ist. Außerdem braucht man gewisse Vorkenntnisse der nordischen Götterwelt und der Zustände, die damals bei den Wikingern herrschten: So ist z.B. die beginnende Christianisierung ein Thema. Damals glaubten die Leute an vieles: Das Christentum und die Verehrung der alten, heidnischen Götter existierten parallel. Und bei diesem langwierigen Prozess der Christianisierung griffen die missionarischen Christen auch gerne mal zu ungewöhnlichen Mitteln...

 

Alles in allem wird die Geschichte sehr klar, leicht und witzig erzählt, wodurch der Comic großen Spaß macht, sich aber leider auch wahnsinnig schnell durchliest.

 

Am besten haben mir die Zeichnungen gefallen, die sehr stilsicher und kraftvoll sind. Vorne und hinten im Buch sind ein paar kolorierte Zeichnungen, wodurch man feststellt, dass es außerordentlich schade ist, dass der restliche Comic nur schwarzweiß ist.

 

Insgesamt kann man den "kleinen Thor" mit seiner im Stile der guten, alten Disney-Comics erzählten klaren Geschichte wirklich empfehlen.

 

Eure Meinung:


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Comic:

© 2006 Kim Schmidt /

Kleiner Thor (Bd. 1)

Text:

Patrick Wirbeleit

Zeichnungen:

Kim Schmidt

Format: Softcover

Sprache: Deutsch

Seitenzahl: 168 Seiten

Altersangabe: ab 10

Verlag: Tokyopop

Erschienen: September 2007

ISBN-Code (13):

978-3-86719-029-9

ISBN-Code (10):

3-86719-029-1

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 01.04.2008, zuletzt aktualisiert: 16.10.2017 21:18