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Klingen der Macht von Mark Chadbourn

Die Rückkehr der Tempelritter Bd.1

Rezension von Christel Scheja

 

Der britische Autor Mark Chadbourn ist dem deutschen Leser kein Unbekannter, es erschien bereits seine "Weltendämmerung"-Trilogie bei Blavalet. Seine Vorliebe für Endzeit-Fantasy-Szenarien scheint sich nun in seinem neusten Roman "Klingen der Macht" fortzusetzen, dem ersten Band des Zyklus "Die Rückkehr der Tempelritter".

 

Von einem Tag auf den anderen versinkt die Welt ins Chaos. Die Menschen wissen selber nicht wie ihnen geschieht, aber Energie- und Kommunikationsnetze brechen zusammen. Damit wird die meiste Technik unbenutzbar, die Welt fällt in ein barbarisches Chaos zurück, in dem vor allem das Recht des Stärkeren zählt. Seltsame Wesen und Schatten tauchen auf und verbreiten zusätzliches Grauen. Die Welt droht in ein barbarisches Zeitalter zurück zu fallen

Um dem entgegen zu wirken und den Menschen Schutz zu bieten, kommt der Erzbischof von Salisbury auf die Idee, eine Kämpfertruppe zu schaffen, die in der Tradition der alten Ritterorden stehen soll. Den Männer wird nicht nur körperliche, sondern auch geistige Disziplin abverlangt, auch wenn man versucht, anfangs noch alle christlichen Glaubensvarianten unter einem Dach zu vereinen.

Die Tempelritter sollen einen Schutzwall gegen die aus dem Nichts auftauchenden Schatten und Höllenwesen bilden und damit den Menschen Zuflucht und Hoffnung geben.

Diesem neu gegründeten Ritterorden schließt sich eines Tages auch Mallory an, ein zynischer Söldner, der nicht bereit ist, seine Vergangenheit preis zu geben, aber bereit ist, sich in die Gemeinschaft einzufügen - bis zu einem gewissen Maße versteht sich. Von Anfang an bleibt er skeptisch und bildet sich seine eigene Meinung über die Vorgänge in Salisbury und dem Orden und übertritt Regeln. Er ist offen für alles, freundet sich mit einer Gruppe von Hippies an, die die Kräfte der Natur verehren, und kommt so auch in Kontakt mit einer geheimnisvollen Macht, die ihm im Traum seine wahre Aufgabe enthüllt: Sein Schicksal ist es nicht, dem Orden zu dienen, sondern als "Bruder des Drachen" die wahren Gefahren zu bekämpfen.

Sehr schnell versteht Mallory, was damit gemeint ist: Seine Mitbrüder haben die Angriffe auf die Kathedrale und den Bischof, der auf grausamste Weise ermordet wird, selber verschuldet, denn einer unter ihnen ist ein Verräter am Glauben und an der Gemeinschaft. Herauszufinden, wer genau das ist, ist nun seine Aufgabe, wenn er das Schlimmste verhindern und auch sein eigenes Leben retten will...

 

Unsere moderne Zivilisation durch den Wegfall der Energie- und Kommunikationsnetze in das Mittelalter zurück fallen zu lassen, war schon immer ein Grenzfall zwischen den Genres der SF und Fantasy. Wenn - wie in diesem Fall - jedoch Magie im Spiel ist und nicht akribisch wissenschaftlich der Verfall der modernen Sitten im Vordergrund steht, dann haben wir es mit einem lupenreinen Fantasy-Abenteuer zu tun.

Für "Klingen der Macht" sind viele sich aus der Veränderung ergebende soziale Aspekte uninteressant und werden nur angesprochen, wenn sie die Handlung voran bringen. Im Vordergrund stehen die Erlebnisse des Zweiflers Mallory, der sich nur vordergründig den Obrigkeiten unterwirft, um in ihrem Schatten seinen eigenen Weg zu gehen. Er ist zwar ein Zyniker, aber das befähigt ihn weiter zu denken und offener zu sein als viele seiner Mitmenschen.

Seine Gegenspieler sind engstirnige und fanatische Kleriker, die den Templerorden und willfährige Mitläufer benutzen, um ihre Meinung durchzusetzen und ihre Macht zu behalten, dabei allerdings nicht merken, dass sie den größten Schaden anrichten.

 

Bis auf die Tatsache, dass man als Leser den Figuren näher zu sein scheint als mittelalterlichen Helden, da man deren Interessen und Sehnsüchte leicht nachvollziehen kann, unterscheidet sich der Roman kaum von anderen Soldatengeschichten. Nicht ritterliches Verhalten, eher soldatischer Drill und Kriegsalltag sowie die Gemeinschaft zwischen den Kameraden steht im Vordergrund, garniert mit der entsprechend "realistischen Beschreibung" von Gewalt. Damit verquirlt wird noch ein wenig esoterisch-mythischer Hintergrund, die Helden erleben wie Fabelwesen lebendig werden...

 

Allerdings wissen weder diese Aspekte noch die Figuren wirklich zu fesseln, die Handlung plätschert mit größeren Längen bis zu einem matten Hintergrund dahin und zeigt kaum Spannung, so dass "Klingen der Macht" eher zu den belanglosen Werken der moderneren Fantasy gehört.

 

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Buch

Titel: Klingen der Macht

Reihe: Die Rückkehr der Tempelritter Bd.1

Autor: Mark Chadbourn

Broschiert - 597 Seiten

Blanvalet, München

Erscheinungsdatum: Oktober 2005

ISBN 3-442-24352-1

Erhältlich bei: Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 17.10.2005, zuletzt aktualisiert: 08.05.2019 13:37