Königsmacher (Autorin: Karen Miller; Reihe: Kingmaker, Kingbreaker Bd. 1)
 
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Königsmacher von Karen Miller

Kingmaker, Kingbreaker Bd. 1

Rezension von Christian Endres

 

Ein neuer Randomhouse-Ableger, der nur Fantasy veröffentlichen wird. Ein ansprechendes Cover. Eine toll aufgemachte, klotzige Klappenbroschur. Ein parallel zu diesem ersten Band erscheinender zweiter, abschließender Roman.

 

Klingt interessant? Definitiv.

 

Im ersten Teil ihres auf zwei dicke Bände ausgelegten Königsmacher/Königsmörder-Epos erzählt die australische Autorin Karen Miller vom Aufstieg des jungen Asher, der vom störrischen und nicht gerade pflegeleichten Fischersohn zum persönlichen Berater des Prinzen Gar von Lur wird – was er seinem losen Mundwerk, aber eben auch seiner Ehrlichkeit und Offenheit zu verdanken hat, die dem Prinzen zwischen all den Lügen und Intrigen auf dem politischen Parkett der Hauptstadt als wertvolle Eigenschaften erscheinen.

 

Schnell zieht sich Asher so diverse Feinde und Neider zu, während er obendrein mit allerhand menschlichen, politischen und am Ende sogar familiären Problemen fertig werden muss. Und dann herrscht am Hof des Königreichs auch alles andere als eitler Sonnenschein: spätestens als sich im Verborgenen ein altes Übel erhebt und sich die Vernichtung des Geschlechts der Wettermacher, den Fall der magischen Schutzmauer und damit die Rückkehr der Dämonen wünscht, ziehen wahrlich dunkle Wolken am Horizont auf. Und dann ist da natürlich noch die 600 Jahre alte Prophezeiung vom Unschuldigen Magier, die mit Asher zu tun hat, ohne dass dieser etwas davon ahnt. Dafür wissen andere Bescheid und ziehen die Fäden...

 

Karen Miller bewegt sich mit ihrem Auftaktband in hohen Kreisen: Ihre schrulligen Figuren, die Chemie zwischen den Charakteren und die ausufernde Ausgestaltung einzelner Szenen und Dialoge erinnern gerne einmal an Dave Eddings, mehr noch aber an Robin Hobb und J. V. Jones. Was Miller im direkten Vergleich mit diesen drei Genre-Größen allerdings fehlt, das ist die Konsequenz. Ihre Figuren wachsen einem nicht ganz so schnell (oder sehr) ans Herz wie bei Hobb, und ihre Handlung erzeugt längst nicht so einen Sog wie bei Eddings oder Jones. Auch gibt es zwar allerhand schöne Passagen im Roman – viel zu oft plätschert die Handlung aber auch in zu üppig ausgestalteten Szenen einfach nur vor sich hin, vermisst man die letzte Konsequenz und das letzte Feuer.

 

Am Ende merkt man schnell, was Miller mit all dem bezwecken möchte und wo es hin gehen könnte, und das nährt die Hoffnungen für den zweiten Band, wo die Konstellation hoffentlich ihr gesamtes Potenzial entfalten wird (was auch erklärt, weshalb der zweite Band parallel erscheint – ein Buch in zwei Bänden, sozusagen).

 

Für sich genommen ist »Königsmacher« dann aber leider wirklich nur ein stilistisch gefälliger High Fantasy-Schmöker zwischen Magie und einem halbwegs interessanten politischen Weltbild, der primär als Aufbau für den Abschlussband der Geschichte dient und diesem eine vielversprechende Ausgangslage schafft.

 

Ob Miller ihrem »Königsmacher« damit einen Gefallen getan hat, ist eine andere Frage.

 

 

 

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20240713015529479ef9e0
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Buch:

Königsmacher

Kingmaker, Kingbreaker Bd. 1

Autorin: Karen Miller

A5-Klappenbroschur, 608 Seiten

Penhaligon, August 2008

ISBN: 3764530030

Erhältlich bei Amazon


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Erstellt: 16.09.2008, zuletzt aktualisiert: 08.06.2024 14:45, 7358