Krieg der Heiler (Autorin: Janice Hardy; Die Heilerkriege, Bd. 3)
 
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Krieg der Heiler von Janice Hardy

Reihe: Die Heilerkriege, Bd. 3

Rezension von Christel Scheja

 

Mit “Krieg der Heiler” schließt Janice Hardy ihre Trilogie ab, in der die junge Nya, die sich in den Elendsvierteln der Stadt Geveg zusammen mit ihrer Schwester Tali mehr schlecht als recht durchgeschlagen hat nicht nur ihre ganz besondere Gabe erkannte, sondern auch plötzlich im Mittelpunkt des Interesses stand.

 

Inzwischen ist Geveg unter die Herrschaft des Herzogs von Baseer gefallen, der erkannt hat, dass man das magische Heilen auch als Waffe verwenden kann. Haben die Männer und Frauen der Heilergilde ihre Gabe bisher nur für teures Geld verkauft, so werden sie nun dazu gezwungen, die Schmerzen, die sie über sich in ein besonderes Material ziehen, als Lichtblitze gegen andere zu richten. Die Garde der Unsterblichen, wie man sie nun nennt, verbreiten Angst und Schrecken unter den Menschen.

Nya kommt eine besondere Rolle zu. Sie ist eine „Schifterin“ – sie vermag nicht nur Schmerz und Krankheit an sich zu ziehen, sondern auch auf andere zu übertragen. Außerdem ist sie in der Lage, das magische Metall wieder zu entladen und brauchbar zu machen.

Schon einmal hat der Herzog sie in seine Gewalt gebracht und sie das volle Ausmaß seiner Machtgier und Gewalt spüren lassen. Nya konnte zwar entkommen, musste aber ihre Schwester in seinen Händen zurücklassen.

Nun steht die junge Frau vor der Wahl, die Rebellen in ihrem Kampf zu unterstützen, und so vielleicht in der Lage zu sein, Tali zu retten, oder sich zurückzuziehen und die Augen vor dem immer mächtiger werdenden Grauen zu verschließen. Sie entscheidet sich für Ersteres, allein schon deswegen, weil ihr auch Danello und andere Männer und Frauen des Widerstandes ans Herz gewachsen sind.

 

Wie die anderen Teile setzt auch der dritte Teil der Trilogie auf die persönlichen Erlebnisse der Protagonisten. Der Befreiungskampf ist keine Aneinanderreihung heroischer Taten einiger selbstloser Helden, sondern ein schmutziges Hin und Her, in dem vor allem unschuldige Menschen zu schaden kommen. Das Schlachtenglück wogt hin und her – selbst der Vorstoß, der Nya schließlich in die Nähe des Herzogs bringt – wird eher nüchtern und realistisch geschildert.

Die Charaktere haben Ecken und Kanten, denn immerhin geht die Autorin in diesem Band etwas weiter in die Tiefe als vorher. Auch die junge Heilerin darf hassen und sich schlecht fühlen, darf grausam sein und zynische Bemerkungen über die Hoffnung machen. Nya war schon früher kein naives Ding, das lachend in die Welt schaut – jetzt ist sie um so trockener und zynischer, weil die Erlebnisse ähnlich tiefe psychische Spuren in ihr hinterlassen hat wie in Tali, die vom Herzog zu einer Unsterblichen umfunktioniert wurde.

Ihre Freunde mögen zwar zueinander sehr freundlich und liebevoll sein, handeln aber im Ernstfall auch nach der Devise: „Der Zweck heiligt die Mittel!“ und scheuen sich nicht, mit Gift und hinterhältigen Tricks zu arbeiten.

Einzige der Bösewicht der Geschichte bleibt relativ blass, da er nur wenige Auftritte hat und seine Motivation nicht wirklich heraus gearbeitet wird. Spannung entsteht vor allem durch die Tatsache, dass man nur schwer vorhersehen kann, welche Haken die Geschichte schlägt, bis sie ihr Ziel erreicht.

Wie zu erwarten, steht auch diesmal das Abenteuer im Mittelpunkt der Geschichte, garniert mit ein wenig Charakterentwicklung. Eine Romanze wird angedeutet, hält sich aber dezent im Hintergrund.

 

Alles in allem liest sich „Krieg der Heiler“ aber sehr flüssig, führt alle offenen Fäden zusammen und bringt die Geschichte zu einem ebenso angemessenen wie auch glaubwürdigen Abschluss. Vor allem die Freunde realistischer Fantasy, in der ganz auf magische Wesen und allzu viel Zauberei verzichtet wird und die Menschen im Mittelpunkt der Geschichte stehen, werden ihre Freude an dem Buch haben.

 

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20240713025434ba2a3803
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Buch:

Krieg der Heiler

Reihe: Die Heilerkriege, Bd. 3

Autorin: Janice Hardy

Paperback, - 302 Seiten

Bastei-Lübbe, Köln, erschienen Februar 2012

Übersetzung aus dem amerikanischen Englisch von Michael Krug

Titelbild von Marta Dahlig

ISBN-10: 340420011X

ISBN-13: 978-3404200115

Erhältlich bei: Amazon

Kindle-Edition

ASIN: B006OE64I8

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 25.03.2012, zuletzt aktualisiert: 08.06.2024 14:45, 12410