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Küss den Frosch (Wii)

Rezension von Cronn

 

Ich stehe vor einem wunderschönen Restaurant in New Orleans – zumindest in meiner Traumwelt.

Okay, in New Orleans bin ich tatsächlich. Aber als ich den Plan von meinem zukünftigen Restaurant herunternehme, holt mich die Wirklichkeit auf grausamste Weise ein. Da gegenüber steht ein Gebäude, das den Namen „Restaurant“ nicht verdient, schon „Gebäude“ wäre zu hoch gegriffen – „Ruine“ müsste es heißen.

Na gut, ich übertreibe ein wenig. Aber dennoch muss ich feststellen, dass dieses „Gebäude“ sich in einem wahrhaft furchtbaren Zustand befindet.

Und hier soll ich in wenigen Wochen mein erstes Restaurant eröffnen? Ich kann mir das noch gar nicht vorstellen!

Vorsichtig überquere ich die Straße, öffne die Türe des Gebäudes und trete ein. Dann stehe ich inmitten eines großen Raumes und nehme dabei jedes Objekt in Augenschein.

Hier ist die Küche, dort ein Umkleidezimmer und hier mitten im Raum stehen ein paar Tische für die Gäste. Zumindest innen sieht es nicht so schlimm aus und es sind auch schon ein paar Menschen hier.

Ich werde mich mal umsehen und dann mich an das Kochen der ersten Gerichte machen. Vielleicht gelingt es mir ein paar neue Perlen und Kleider zu erstehen. Muss mal mich an den großen Kerl da wenden, der so großzügig auf dem Maskenball vor einiger Zeit gewesen ist. Vielleicht kann er mir dabei helfen...

 

KÜSS DEN FROSCH heißt das neue Spiel für Nintendos Vorzeigekonsole, die Wii. Es wurde von Disney Interactive auf den Markt gebracht und wird im Zuge des neuen Disney-Zeichentrickfilms gleichen Namens promotet.

KÜSS DEN FROSCH ist der erste Zeichentrickfilm aus den Disney-Studios seit Langem, der auch in die Kinos kommt. Deutet sich hier möglicherweise eine Trendwende an? Weg von den Animations-Filmen? Oder bedeutet es einen Versuch zu einer Koexistenz beider Stilrichtungen im Trickfilm? Die Zukunft wird es zeigen.

Doch zunächst soll mit KÜSS DEN FROSCH eine Kritik des Wii-Titels erfolgen.

 

Hintergrund:

Tiana hat eine heruntergekommene Zuckerfabrik in New Orleans gekauft und möchte sie in ein Vier-Sterne-Restaurant umwandeln. Dazu muss sie die Zuckerfabrik umbauen und neu gestalten.

Dazu ist der Spieler angehalten. Im Laufe des Spiels soll das Restaurant mehr und mehr sich einem modernen Zustand angleichen, immer hübscher werden und auch die Garderobe von Tiana wird sich erweitern.

 

Spielprinzip:

Das Spiel KÜSS DEN FROSCH kann man als eine Art Adventure bezeichnen, das Casual-Games-Anteile hat. Das hat KÜSS DEN FROSCH mit dem gleichzeitig erscheinenden „Tinkerbell – Die Suche nach dem verlorenen Schatz“ für Nintendos Kleinem (DS) gemein. In der Adventure-Szenerie besucht man nach und nach verschiedene Schauplätze, um dort Perlen und Garderobe-Teile zu erhalten. Mit den Perlen kauft man sich neue Inhalte für die Zuckerfabrik, sprich das neue Restaurant. Man erhält diese dadurch, dass man Mini-Spiele absolviert. Diese sind als abwechslungsreiche Spielchen gestaltet. Beispielsweise muss man Tanzbewegungen nachahmen, die am unteren Bildschirmrand symbolhaft angedeutet vorbeilaufen oder man muss vor einem verzauberten Frosch davonrennen. Auch gibt es ein Spiel, bei dem man bestimmte Tasten drücken muss, um auf einem Stromkabel zu fliehen – die Quick-Time-Events von PC-Games lassen grüßen.

Im Bereich der Küche hingegen mischt man Rezepte. Hier kommt es darauf an, zum richtigen Zeitpunkt richtig zu reagieren, die richtigen Inhalte auszuwählen und die Bewegungen korrekt auszuführen. Dann gelingt auch das Rezept und das Gericht.

Weiterhin existiert ein Garderobe-Bereich, was vor allem die Mädchen unter den Spielern begeistern wird. Hier kann man Tiana nach Lust und Laune ausrüsten. Zur Verfügung stehen verschiedenste Kleider, Schuhe und Accessoires. Im Laufe des Spiels kommen durch das Freispielen von Garderobe-Teilen noch weitere hinzu.

Im Restaurant gibt es auch noch einen Bühnen-Teil. Hier kann man die Jazz-Stücke auswählen, die dann im Restaurant gespielt werden. Ein kleines, aber feines Feature.

Ebenfalls gelungen: man kann mit bis zu vier Spielern das Spiel kooperativ bestreiten! Das sollten viele Spiele bieten! Löblich!

 

Grafik und Sound:

Nintendos Wii-Konsole ist dafür bekannt, dass sie grafisch nicht Höchstleistungen wie andere Next-Gen-Konsolen bringen kann. Doch ein geschicktes Grafik-Team vorausgesetzt, kann man schon noch ansehnliche Spiele hervorzaubern. KÜSS DEN FROSCH gehört dabei in den Graubereich zwischen „hübsch“ und „unansehnlich“.

KÜSS DEN FROSCH hat gelungene Hintergründe, vor dem sich die nur mittelprächtig animierten Figuren bewegen. Schade, dass nahezu vollkommen auf den Einsatz von Effekten wie Unschärfe oder Weichzeichner verzichtet wurde, denn das hätte die Grafik um einiges aufpoliert.

Der Sound dagegen ist tadellos. KÜSS DEN FROSCH bietet die Musik aus dem Film, welche in guter Qualität vorliegt und die man problemlos längere Zeit hören kann, ohne dass sie langweilig wird.

 

Fazit:

KÜSS DEN FROSCH ist ein Spiel für die Wii, das dem Film nur halb gerecht wird. Die Mini-Spiele sind witzig gehalten, die Hintergründe gut gestaltet und der Sound passt ebenfalls, doch das Aussehen der Figuren und deren nicht immer perfekte Animation sorgen für Unlust bei den Spielern. Somit ist KÜSS DEN FROSCH eine mittelmäßige Umsetzung, an der vor allem Fans des Films ihre Freude haben werden. Was KÜSS DEN FROSCH aus dem Mittelmaß heraushebt ist die Möglichkeit zu kooperativen Gameplay, was als Feature sehr gefallen kann.

 

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MEDIUM:

Küss den Frosch

von Disney Interactive Studios

Plattform: Nintendo Wii

USK-Einstufung: USK ab 0 freigegeben

Erscheinungsdatum: 19. November 2009

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 02.12.2009, zuletzt aktualisiert: 16.02.2015 13:41