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Loki 2: Der Preis der Lüge

Rezension von Christel Scheja

 

Gauner, Trickster, Lügner und Gegenspieler – Loki ist einer der schillernden Bösewichte des DC-Universums, der es einfach nicht lassen kann, seinem Halbbruder zuzusetzen, wie sich auch in den „Avengers“-Verfilmungen zeigte, in denen er augenzwinkernd von Tom Hiddleston verkörpert wurde. In der neuen Comic-Reihe „Loki“ ist das allerdings etwas anders.

 

Loki ist gestorben und wiedergeboren worden, um einen Neuanfang zu machen. Und bisher ist der inzwischen zum jugendlichen gereifte Held auch auf einem guten Weg, auch wenn er es natürlich nicht ganz lassen kann, unlautere Methoden anzuwenden oder zu lügen. Eine ganze Zeit arbeitete er als Agent für Asgard, hat aber inzwischen die Schnauze voll von der Bevormundung durch die Allmutter und gibt deshalb seinen Job auf.

Allerdings kann er auch auf keine Unterstützung mehr zählen, als ihm sein älteres Ich zu schaffen macht und er dann auch noch auf Konfrontationskurs mit Doktor Doom geht. Und das ist nur der Anfang eines noch größeren Debakels, denn als eine Welle des Hasses die Erde überrollt, ist Loki nicht mehr in der Lage zu lügen.

Er kann ein Held ohne Furcht und Tadel werden, aber wird ihm das sein Umfeld abnehmen wollen – seine wenigen Freunde, die er in diesem Leben hat, die anderen Superhelden oder gar seine Verwandten aus Asgard?

 

Um den zweiten Band der „Loki“-Reihe zu verstehen, ist es eigentlich nur nötig, den ersten zu kennen, sehr viel darüber hinaus gehendes Vorwissen ist nicht nötig. Vor allem Fans der Filme werden ihren Spaß haben, ist der junge Loki seinem Filmvetter in manchem doch gar nicht so unähnlich – auch jetzt, wo die Saga etwas mehr ins Marvel-Universum eintaucht und ihn nicht nur mit seinem älteren Ich, sondern auch mit Dr. Doom konfrontiert.

Die Geschichte bleibt natürlich dem Superheldengenre treu, die Action in Form von handgreiflichen Konfrontationen bleibt im Mittelpunkt der Handlung. Aber es gibt auch Szenen, in denen der junge Anti-Held mit seiner Umwelt agiert und ganz andere Seiten von sich zeigt. Das ganze ist durchsetzt von Humor, denn immer wieder tritt Loki in zwischenmenschliche Fettnäpfchen und bekommt zu spüren, dass niemand einem notorischen Lügner glauben will, selbst wenn er es bitterernst meint.

Die Geschichte wirkt an manchen Stellen wie eine Tragikkomödie, und das letzte Bild lässt erahnen, dass den asgardischen Antihelden vermutlich noch mehr Prüfungen erwarten – und vermutlich am Ende auch die Entscheidung, ob er seinen alten Weg wieder einschlagen oder den neuen weiterverfolgen wird.

Es bleibt also spannend und man freut sich deshalb um so mehr auf den dritten Band, in dem vermutlich diese Frage beantwortet wird. Das Artwork selbst ist gegenüber dem letzten Band leider etwas abgefallen, man merkt sehr deutlich den Schnitt zu einem anderen Zeichner, der den jungen Helden nicht ganz so lebendig darstellt wie Lee Garbett.

 

„Loki“ bietet auch im zweiten Band unterhaltsame Einblicke ins Marvel-Universum, die man auch ohne große Kenntnisse des Universums genießen kann „Der Preis der Lüge“ konfrontiert den frechen Antihelden diesmal amüsant mit den Auswirkungen seiner größten Stärke … und Schwäche, ohne dabei zu langweilen.

Eure Meinung:

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Comic:

Loki 2: Der Preis der Lüge

Original: Loki: Agent of Asgard # 6-11, USA 2014

Autor: Al Ewing

Cover, Zeichnungen und Tusche: Lee Garbett und Jorge Coelho

Farben: Nolan Woodard, Antonio Fabela und Lee Loughridge

Panini Comics, 04/2016

Übersetzer: Stefan Pannor

 

ISBN: 978-3-3-95798-749-5

 

Erhältlich bei Amazon


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Erstellt: 22.05.2016, zuletzt aktualisiert: 12.07.2019 19:51