Lucky Luke Gesamtausgabe Bd.11- 1967-1969
 
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Lucky Luke Gesamtausgabe Bd.11- 1967-1969

Rezension von Christoph Weidler

 

Band 11 der Lucky Luke Gesamtausgabe beinhaltet die beiden Bände „Das Greenhorn“ und „Dalton City“ und zusätzlich findet man hier noch die vier Kurzgeschichten „Herausforderung für Lucky Luke“, „Hast du Töne“, „Stadtbummel“ und „Die Reisschlacht“. Gerade die vier Kurzgeschichten sind schon eine kleine Rarität, wurden sie in Deutschland bisher nur 1973 in den ersten drei Bände der Zack-Parade veröffentlicht, 1983 in dem vom Carlsen Verlag umgesetzten Buch „Nichts geht ohne Lucky Luke“ und dann 1990 in der Taschenbuchausgabe des Ehapa Verlages mit dem Titel „Abenteuer im Westen“, aber sie waren so nie Bestandteil der festen Lucky Luke Albenreihe gewesen und werden hier erstmalig in ihrer chronologisch richtigen Form gezeigt.

 

Doch beginnen wir erst einmal mit der Story „Das Greenhorn“ in der Luke erstmalig auf den englischen Aristokraten Waldo Badmington und seinen Butler Jasper trifft. (im Band „Am Klondike“ gibt es ein weiteres Abenteuer mit Luke und Badmington.)

Waldo Badmington hat die Ranch von Lukes verstorbenen Freund Baddy geerbt und ist aus Übersee angereist um sein Erbe anzutreten. Typisch für den Wilden Westen muss Waldo erst einmal ein Begrüßungsritus durchlaufen, mit dem Greenhorns üblicherweise begrüßt und gedemütigt werden, doch mit einer überlegenen britisch Coolness durchläuft Waldo diese Begrüßung und lässt sich von nichts aus der Ruhe bringen und tritt sein Erbe an. Sehr zum Frust des Jack Ready, der ein Auge auf die Ranch des alten Baddy geworfen hat. Zum Glück steht Luke Baddys Erben zur Seite und zusammen können sie sich gegen den Schurken Ready behaupten.

Ein mehr als köstliche Geschichte in der Luke zwar mehr als Nebenfigur agiert und Waldo die Hauptfigur in dieser Story ist, aber das Zusammentreffen von typisch britisch Coolness und heißblütigen amerikanischen Schurken sorgt schon für reichlich Komik und einem spannenden Abenteuer und gibt der ganzen Story ihre persönliche Würze. Sehr gelungen!

 

In „Dalton City“ gehen die Daltonbrüder einmal einen ganz anderen Weg, anstatt in einer Stadt für Schrecken zu sorgen, sorgen sie dafür dass sie eine Stadt des Schreckens gründen. Auf ihrer Flucht treffen sie auf die Geisterstadt „Fenton Town“ und sie beschließen sie in Dalton-City – einem Treffpunkt für Gauner und Banditen umzufunktionieren. Was möchte man auch mehr, der Traum eines jeden Banditen: Die eigene Stadt mit eigenen Banken, die man dann selber ungestraft „überfallen“ kann. Wäre da nicht Lucky Luke der dem Quartett einen Strich durch die Rechnung macht. Als er die flüchtigen Daltons verfolgt und dann in dem frisch gegründeten „Dalton-City“ landet wird er von den Daltonbrüder gefangen genommen und gezwungen die neu gegründete Stadt zum Leben zu erwecken. So soll er als Testgast all die Vorzüge der neuen Stadt ausprobieren und seine Meinung dazu sagen, damit die Daltons ersehen können wo sie in ihrer Stadt noch etwas zu optimieren haben. Sei es Averells sehr gewöhnungsbedürftiger Küche oder die Daltons als Showtänzer, er bleibt von nichts verschont. Sehr zum Frust erkennen das eine eigene Stadt nicht nur Vergnügen bedeutet, denn es ist auch ein großes Stück harter Arbeit nötig um eine Stadt aufblühen zu lassen. Und das wo die Daltons alles mögen, nur keine ehrliche und harte Arbeit. Doch so schnell geben die Daltons nicht auf, flugs wird eine Gruppe echter Showgirls eingestellt und reichlich Werbung bei allen Banditen der Umgebung gemacht. Schnell stellt sich auch der gewünschte Erfolg ein und Dalton-City blüht auf. Doch sie haben ihren Plan ohne Lucky Luke gemacht und er nutzt die Gelegenheit um mit einen Schlag alle Outlaws in der Stadt dingfest zu machen.

Mal ganz ehrlich wer hat nicht schon einmal in seinem Leben davon geträumt eine ganze Stadt sein eigen zu nennen? Bei mir war es als Jugendlicher der verrückte Gedanke, wenn ich einmal reich bin kaufe ich die Insel Helgoland und mache ein Steuerparadies daraus – ein verrückter Plan aber damals keine schlechte Idee. Ok, reich bin ich, außer an Erfahrung, nicht geworden, und so gehört Helgoland immer noch nicht mir ‚grins’, doch die Idee an sich ist doch nicht schlecht. Ebenso ist es den Daltons ergangen, nur sie hatten die Gelegenheit eine ganze Stadt ihr Eigen zu nennen und wäre da nicht ihre eigene Trotteligkeit und Lukes Köpfchen, dann wäre ihnen sicherlich ihr Plan auch gelungen. Es macht einfach Spaß zuzusehen wie die Daltons am Ende über sich selber stolpern und der noch am Anfang perfekteste Plan den Bach runter geht.

 

Den Abschluss der Gesamtausgabe machen die vier Kurzgeschichten „Herausforderung für Lucky Luke“, „Hast du Töne“, „Stadtbummel“ und „Die Reisschlacht“, in denen Luke mit den verschiedensten alltäglichen Situationen konfrontiert wird. Etwas ungewohnt ist die Darstellung der Shortstorys, kommen sie hier doch in großen Bildern und weniger der ansonsten von Morris bekannten Liebe zum Detail her und erinnern ein wenig an die ersten Comicstrips um Lucky Luke, aber dennoch sind sie gerade für eingefleischte Lucky Luke Fans ein wahrer Leckerbissen die das Gesamtband interessant und humorvoll abrunden.

 

Ein weiteres Band welches, gerade durch die vier fast unbekannten Kurzgeschichten, jeden Lucky Luke Fan das Herz erwärmt.

 

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 2024061919570061d57369
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Comic:

Lucky Luke Gesamtausgabe Bd.11- 1967-1969

Autor: Morris, Goscinny

Gebundene Ausgabe: 159 Seiten

Verlag: Ehapa Comic Collection - Egmont Manga & Anime (Januar 2006)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3770421434

ISBN-13: 978-3770421435

Erhältlich bei Amazon

 

 

Lucky Luke Geschichten in diesem Band:

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Das Greenhorn

Dalton City

Herausforderung für Lucky Luke

Hast du Töne

Stadtbummel

Die Reisschlacht

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Erstellt: 27.11.2007, zuletzt aktualisiert: 31.12.2023 11:30, 5380