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Maria Theresia

Rezension von Christel Scheja

 

Zu den schillernden Persönlichkeiten der europäischen Geschichte und einer der wenigen Frauen, die den Thron bestiegen und aus eigenem Recht regierten, gehört Maria Theresia, die sich in einer von Männern geprägten Welt immer wieder neu durchsetzen musste. Der TV-Zweiteiler widmet sich nun ihren Jugendjahren, der Zeit zwischen 1723 und 1741 in der die Prinzessin lernt in eine Rolle hinein zu wachsen, für die sie eigentlich nicht bestimmt war.


Eigentlich weiß Maria Theresia schon mit sechs Jahren, was sie will. Sie will ihren Freund, den etwa gleichaltrigen Franz Stephan von Lothringen heiraten und die Mutter vieler Kinder werden, denn Chancen auf den Thron rechnet sie sich nicht aus. Immerhin können Vater und Mutter noch mehr Kinder bekommen, auch den heißersehnten Sohn.

Allerdings ahnt sie noch nicht, dass sie die Letzte ist, die über ihr Leben entscheiden darf, denn Kaiser Karl VI. Und auch Prinz Eugen haben eigene Vorstellungen, immerhin kann man die Prinzessin auch günstig verheiraten, um Bündnisse zu vertiefen und die Position der Habsburger zu stärken.

Doch mit den Jahren zeigt sich, dass dem Kaiser wohl kein Sohn mehr geboren werden wird. Seine Frau ist durch den Pfusch eines Arztes mehr oder weniger unfruchtbar geworden und die wenigen Versuche enden in einem Desaster.

Das bringt die heranwachsende Prinzessin dazu, sich nicht nur heimlich weiter zu bilden, um vielleicht doch noch ihrem Vater beizustehen und letztendlich ihre Wünsche durchzusetzen, denn sie weiß immer noch, dass sie nur an der Seite ihres Franz Stephan glücklich sein kann und er mehr als andere Prinzen Europas ein geeigneter Heiratskandidat ist.

So beginnt sie auf ihre Weise zu kämpfen und dem Hof zu beweisen, das keine andere würdiger ist, den Thron zu besteigen als sie – die Tochter des Kaisers selbst.


Modern und dennoch leichtfüßig kommt der Zweiteiler über die Jugendjahre der Monarchin daher, die zwar der typischen Rolle der Frauen in dieser Zeit doch treu bleibt, aber sich trotzdem emanzipiert, weil sie wie ihr Vater das Land liebt und es beschützen möchte. Die Geschichte spielt so gut wie nur am österreichischen Hof und beschäftigt sich mit dem Intrigen und Machtblöcken, die zu dieser Zeit hinter den Kulissen die Politik bestimmen.

Während der Kaiser selbst schon früh das Potential seiner Tochter erkennt, scheint Prinz Eugen anderer Ansicht zu sein und will sie zunächst nur als Faustpfand in der europäischen Bündnispolitik verwenden, was durchaus eine gewisse Feindschaft schafft.

Zugleich wird auch die Liebesgeschichte zwischen Maria Theresia und ihrem Franz Stephan in den Mittelpunkt gestellt. Immerhin sind sich beide einander sehr zugetan, auch wenn bei dem jungen Mann schon früh zu merken ist, dass er gerne auch anderen Röcken nachschaut. Allerdings wird genau das nicht zu einem Drama aufgebauscht, das die beiden in eine Krise stürzt.

Denn Maria Theresia hat tatsächlich besseres zu tun. Sie ist damit zufrieden, einen Mann zu haben, den sie mag und dem sie vertrauen kann, der sie aber auch nicht dominiert, denn sie hat es am Hof schon schwer genug, sich gegen die Ratgeber ihres Vaters und später ihre eigenen durchzusetzen. Die Mischung ist daher sehr ausgeglichen und beschert dem Zuschauer viele spannende Momente und zwei Folgen ohne Längen.

Das Ambiente stimmt nicht nur in der Ausstattung – Kostüme und Kulissen fühlen sich richtig an, auch die Denkweise der Zeit schimmert immer wieder durch – die Sitten und das Rollenverständnis, das Maria zusammen mit ihrem Mann immer wieder durchbricht, auch wenn sie sich im großen und ganzen in das fügt, was von ihr erwartet wird. Manche Szene bewegt auch zum Schmunzeln, ist sie doch auf eine recht niedliche Weise naiv.

Alles in allem kann der Zweiteiler mit einer ausgeglichenen Handlung punkten, auf der einen Seite werden historische Ereignisse gut in der Handlung verpackt, auch die Machtspiele am österreichischen Hof kommen gut zur Geltung. Auf der anderen Seite bekommt die Heldin sehr viel Raum um sich zu entwickeln und auch die Romanze nicht zu kurz.


Fazit:


„Maria Theresia“ mag vielleicht nicht die historische Wirklichkeit exakt abbilden, bietet aber doch überraschen akkurate Bilder der Zeit und eine Handlung die gut gemischt ist und neben der Liebe vor allem auch die Politik, Machtspiele und gesellschaftlichen Chancen in den Vordergrund stellt, die die junge Frau zu einer starken und klugen Herrscherin heranreifen lassen.


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Eure Meinung:

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DVD:

Maria Theresia

Regisseur: Robert Dornhelm

Format: Dolby, PAL

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1)

Region: Region 2

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Umfang: 1 DVD

FSK: 12

Polyband/WVG, 30. November 2018

Produktionsjahr: 2017

Spieldauer: 200 Minuten

 

ASIN: B07CLPCKXT

 

Erhältlich bei: Amazon

DarstellerInnen:

  • Marie-Luise Stockinger
  • Vojtech Kotek
  • Karl Markovics
  • Fritz Karl
  • Julia Stemberger

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Erstellt: 17.12.2018, zuletzt aktualisiert: 07.04.2019 18:01