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Mass Effect 3 (PC; USK 16)

Rezension von Cronn

 

Rezension:

Wir springen aus dem Landeshuttle und werden sofort von den anwesenden Cerberus-Agenten unter Beschuss genommen. Die Geschosse rasen pfeilschnell an uns vorbei, treffen hier und da auf unsere Schutzschilde, die blau aufleuchten und wieder verblassen.

Garrus sprintet nach rechts, Liara nach links und ich werfe mich nach vorn hinter eine niedrige Brüstung in Deckung. Derart geschützt analysiere ich die Lage.

Unser Auftrag lautet auf diesem extraterrestrischen Planeten ein Labor der Cerberus-Organisation zu infiltrieren und mehr über deren Forschung herauszufinden, was uns im Kampf gegen die Reaper helfen könnte.

Ich erkenne vor mir zwei Agenten, die ebenfalls Schutz gesucht haben. Die Kisten auf der Landeplattform dienen ihnen als Deckung. Vier weitere Cerberus-Agenten rücken noch an. Jetzt heißt es: nicht nervös werden!

Meinen Kollegen gebe ich den Befehl, dass sie auf panzerbrechende Munition umschalten. Dazu soll Liara ihre biotischen Kräfte einsetzen, was sie sofort unter Beweis stellt: zwei der Agenten schweben plötzlich in der Luft, gehalten vom biotischen Kraftfeld meiner Mitstreiterin. Sofort ziele ich über Kimme und Korn und beschieße die Schwebenden, so dass sie keine Gefahr mehr darstellen. Dann wechsle ich meine Position, da die Agenten ja durch meine Salven wissen, wo ich mich befinde. Hinter einer Kiste hervor, beharke ich den nächsten Gegner.

Auch meine Freunde sind nicht untätig, wie ich an ihren Kommentaren höre, während weitere Feinde heranrücken. Liara wird angeschossen, ich muss sie heilen, was aber nur zu einer kurzen Unterbrechung des Feuergefechts führt. Garrus hält mir derweilen die Gegner vom Leib.

Schließlich sind alle Cerberus-Agenten besiegt und wir können unseren Weg durch die Forschungsstation fortsetzen.

Bis zur Befreiung der Erde von den Reapern liegt aber noch ein weiter Weg vor uns.

 

MASS EFFECT 3 ist das brandneue Game von dem Kultentwickler Bioware. Lange haben die Fans darauf gewartet, dass mit dem dritten Teil die Trilogie rund um Commander Sheperd abgeschlossen wird.

Nun ist es soweit und alle Welt fragt sich: Wie ist der Abschluss-Teil den Machern von Hits wie „Baldurs Gate“ und „Dragon Age“ gelungen?

 

Hintergrund:

Alle, die den ersten und zweiten Teil kennen, dürfen bedenkenlos zum nächsten Abschnitt der Rezension vorspringen.

Die Reaper, eine Zivilisation aus riesigen Maschinenwesen, überfällt alle paar zehntausend Jahre die Galaxis, um alle anderen höher entwickelten Zivilisationen zu vernichten. Nun ist es wieder mal soweit und die Galaxis gerät ins Fadenkreuz der Reaper.

 

Story:

Während sich die Invasion in den ersten beiden Teilen der Reihe noch ankündigte, man Hintergrundwissen ansammelte und Kampfgefährten rekrutierte, ist die Invasion im dritten Teil voll im Gange. Auch die Erde wird überfallen und Commander Sheperd fliegt mit der Normandy los, um seine Gefährten zum Kampf zu vereinen. Dabei wird schnell klar, dass die verschiedensten Völker untereinander im Clinch liegen. Die Turianer und die Kroganer haben ihre Probleme wegen der Genophage, die Quarianer schlagen sich mit den Geth herum, ihren ehemaligen Skalven und so weiter.

Aufgabe von Commander Sheperd ist es nun im dritten Teil, die Völker zu einen, ihre Probleme zu lösen oder zumindest für eine gewisse Zeit zu helfen, dass sie das Kriegsbeil begraben. Damit ist Sheperd beschäftigt, und wenn nicht damit, dann kämpft er gegen die Auswirkungen der Cerberus-Geheimorganisation, deren genauen Beweggründe im Geheimnisvollen liegen. Sind sie eher Bedrohung oder zumindest teilweise im Kampf gegen die Reaper hilfreich?

Auf dem Mars findet Sheperd zu Beginn von MASS EFFECT 3 Hinweise auf den Bauplan einer Waffe, mit der die Reaper zu schlagen seien. Wird es gelingen, mit Hilfe aller Völker diese Waffe zu bauen?

Die Story von MASS EFFECT 3 ist die logische Konsequenz der ersten beiden Teile. Hier werden die offenen Enden der Handlungsstränge zusammengeführt und zu einem Ende, wenn auch einem in der Community ziemlich umstrittenen, geführt. Sicherlich ist dieses Ende eine Geschmackssache, aber man kann nicht sagen, dass sich Bioware es damit leicht gemacht hat. MASS EFFECT 3 lebt zum großen Teil von seiner Story und die ist auch hier wieder wendungsreich ersonnen und geglückt.

 

Gameplay:

Sheperd ist in der Galaxis mit seinem Raumschiff „Normandy“ unterwegs. Von dort aus bereist er die verschiedensten Planeten und Stationen.

Die Missionen unterteilen sich in Priorität-Missionen und Nebenmissionen. Prioritätsmissionen sind wichtig für den Fortgang der Story, die Nebenmissionen dienen vor allem dazu, den Wert der Kampfbereitschaft der Galaxis zu erhöhen. Erst wenn dieser ein Minimum überschritten hat, ist überhaupt ein aussichtsreicher Kampf gegen die Reaper möglich. Diesen Wert kann man auch in Mehrspieler-Schlachten erhöhen, wo man zu viert kooperativ gegen Wellen von Feinden ankämpft. Dies ist optional.

Die Hauptmissionen sind allesamt sehr gut designt. MASS EFFECT 3 setzt hier voll auf Atmosphäre. Da kämpft man gemeinsam mit Turianern auf deren Mond, während über einem eine Raumschlacht tobt und der Heimatplanet der Turianer brennt. An anderer Stelle erlebt man den Angriff von Cerberus-Agenten auf eine im grünen Dschungel liegenden Salarianer-Forschungsstation mit. Stets lebt das Umfeld, immer fühlt man sich als Teil einer großen Schlacht, eines wichtigen Auftrags.

In den Nebenmissionen geht es gemächlicher zu. Diesmal darf man in der Citadel-Raumstation mehrere Botengänge erledigen, wenn man will. Oder man sucht in der Galaxis nach verstreuten Gegenständen. Ab und an aber werden Nebenmissionen richtig spannend, etwa wenn man einen Kriminalfall auf der Citadel-Station löst.

Die Kämpfe spielen sich wie gewohnt recht actionlastig ab, wenngleich man auch das Spiel pausieren und dann die Aktionen auswählen kann. Erhöht hat man diesmal die Auswahlmöglichkeiten. Schon zu Beginn kann man auswählen, wie man MASS EFFECT 3 spielen möchte – Action-Variante, Rollenspiel-Variante oder Story-Variante. Die klassische Art ist die Rollenspiel-Variante, die anderen verschieben den Fokus des Gameplays einseitig zu Action, oder keine Action und nur Story.

Auch Sheperd darf vielfältig ausgestattet werden. Seine Panzerung kann unterschiedlich zusammengestellt werden und auch seine Bewaffnung darf man modifizieren. Er hat zudem einen Nahkampfangriff spendiert bekommen, der ziemlich schlagkräftig geworden ist.

Zwei Begleiter sind an Sheperds Seite, die man zu Beginn der Mission auswählt. Diesen kann man Befehle geben, muss man aber nicht. Die KI agiert auf gelungene Weise selbständig.

Die Dialoge laufen wie gewohnt ab. Bioware zeigt hier seine Meisterschaft und zwingt den Spieler moralische und politische Entscheidungen ab, über die man länger nachdenkt. Auf diese Weise wird das Spiel zu etwas wahrlich Besonderem in der Gamelandschaft.

 

Grafik und Sound:

MASS EFFECT 3 benutzt erneut die UT3-Engine. Diese sieht immer noch schick aus, erweist sich aber besonders in den Umgebungsdetails als nicht mehr taufrisch. Die Charaktermodelle sehen beispielsweise ordentlich aus, haben aber verwaschene Texturen spendiert bekommen. Die Gesichter hingegen sind superrealistisch und betonen die Emotionen der Charaktere kongenial. Die Effekte im Kampf und die Animationen sind als gelungen einzustufen.

Der Soundbereich ist effektiv mit orchestraler Musik und stimmigen Sounds besetzt. Die Waffeneffekte könnten noch einen Hauch mehr Pepp haben, aber ansonsten ist kein Aussetzer festzustellen. Auch die Übersetzung ins Deutsche ist gelungen. Die Synchronsprecher haben gute Arbeit geleistet.

 

Fazit:

MASS EFFECT 3 beendet die Trilogie auf gelungene Weise. Es besticht durch ein durchdachtes Missionsdesign, interessante Charaktere und eine tiefgehende Story. Gerade auch die moralischen Entscheidungen, wozu Bioware den Spieler bringt, heben das Spiel aus der Masse hervor.

Daher ist MASS EFFECT 3 eine klare Kaufempfehlung für Fans der Vorgänger, die man als SF-Fan gespielt haben sollte!

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Eure Meinung:


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Game:

Mass Effect 3

von Electronic Arts

Plattform: Windows 7 / Vista / XP

USK-Einstufung: USK ab 16 freigegeben

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 04.04.2012, zuletzt aktualisiert: 10.05.2019 10:50