Medal of Honor - Airborne (PC)
 
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Medal of Honor - Airborne (PC)

Rezension von Cronn

 

Mit angespannten Gesichtern sitzen wir in der Blechbüchse, die in tausend Metern Höhe durch die schwarze Nacht fliegt. Das Dröhnen der Motoren ist überlaut in unseren Ohren. Keiner sagt etwas. Der eine betet leise ein Vater-Unser, bekreuzigt sich. Dann bricht die Hölle urplötzlich über uns herein.

„Flak!“, brüllt der Offizier. Er hätte es nicht betonen müssen. Auch so hören wir das Rattern der Flak-Geschosse und der Maschinengewehrsalven, die ihre Leuchtspuren vom Boden schräg in die Luft ziehen. Die Flak-Granaten explodieren dort mit gewaltigem Krachen. Die Detonationen schütteln unser Flugzeug kräftig durch. Gottlob sind sie zu tief, als dass sie uns gefährlich werden können. Aber wir müssen zum Absprung tiefer gehen...

Da kracht ein Schuss durch die Hülle des Flugzeugs und Srgt. Miller zuckt zusammen. „Mist! Sie haben mich getroffen!“, zischt er durch die zusammengebissenen Zähne.

„Ok, alle Mann aufstehen und bereitmachen! Miller, du bleibst hier und fliegst zurück in die Heimat!“, brüllt der Offizier.

„Nein, es geht schon.“ Miller steht leicht schwankend auf, reiht sich ein. Bewundernde Blicke allerorten. Grünes Licht – Absprung!

„Es geht los! AIRBORNE!“, schreit der Offizier und schon werfen sich die ersten Kameraden aus der Luke, dem Boden entgegen.

Um mich herum zuckt Leuchtspurmunition durch die Nachtluft, krachen Explosionen, schmieren getroffene Flugzeuge brennend ab, eine Qualmwolke hinter sich herziehend. Die Hölle muss so ähnlich aussehen, falls sie existiert. Aber noch möchte ich nicht nachsehen gehen...

Der Boden kommt schnell nahe. Unser Ziel ist eine kleine Stadt auf Sizilien, dem ersten Punkt der Alliiertenlandungsexpedition. Die Festung Europa einzunehmen ist unser erklärtes Endziel. Ich steuere einen Kirchturm an, wohinter grüner Rauch aufsteigt – die Markierung des Sammelpunkts. Von dort oben aus werde ich eine gute Schussposition haben. Allerdings wird dieser Landepunkt auch streng überwacht.

Immer näher und näher rückt der Boden. Ich neige mich nach hinten, gelange auf den Kirchturm und trete einem dort wartenden italienischen Soldaten meine Stiefelspitze in den Rücken. Er taumelt und fällt mit einem langgezogenen Schrei über die Brüstung.

Der Ruf hat die Aufmerksamkeit der anderen Soldaten auf mich gezogen und ich werde mit Gewehrfeuer eingedeckt. Schnell werfe ich mich hinter der Brüstung in Deckung, robbe zu einer mittelalterlichen Schießscharte und luge kurz empor.

Der Kampf um die Festung Europa hat begonnen...!

 

MEDAL OF HONOR – AIRBORNE ist der neueste Spross der legendären “Medal of Honor”-Reihe, welche das Subgenre der Zweiter-Weltkriegs-Shooter populär gemacht hat. Lange mussten die Fans der Serie auf den neuen Teil warten, umso gespannter waren sie, ob er die hochgestecken Erwartungen erfüllen konnte. Electronic Arts ist der weltweite Publisher des Spiels.

 

Hintergrundstory:

MEDAL OF HONOR – AIRBORNE spielt zu jener Zeit des Zweiten Weltkriegs, als die Alliierten damit begannen, Europa von Adolf Hitler zu befreien. Konkreter gesagt: Nach den knappen Trainingsmissionen finden wir uns an Bord eines Flugzeugs wieder, das Sizilien anfliegt. Es folgt ein Einsatz der 82ten Luftlandedivison mit dem Titel „Operation Husky“, der den Spieler in die Stadt Adanti führt. In der darauffolgenden Aktion namens „Operation Avalanche“ kommt man als Spieler an die italienische Amalfi-Küste. Hier haben sich die Gegner bei der Ausgrabungsstätte nahe Paestum verschanzt. „Operation Neptun“ macht einen großen Sprung, hin zum Atlantik. Am D-Day springt der Spieler hinter feindlichen Linien ab, um u.a. Kommunikationsanlagen zu zerstören, damit den Landungstruppen der Kampf gegen die Wehrmacht etwas erleichtert wird. „Operation Market Garden“ hat schon legendären Ruf durch diverse Filme bekommen. Hier ging es darum, zum ersten Mal auf deutschem Boden zu kämpfen. Das Vorrücken der Alliierten wird vom Spieler im holländischen Nimwegen unterstützt. Bei der „Operation Varsity“ landet der Spieler schließlich im Ruhrgebiet, um u.a. Munitionsfabriken zu zerstören. „Der Flakturm“ ist die abschließende Mission und die einzige, die nicht auf einem wahren Einsatz beruht. Hier soll ein riesiger Luftabwehr-Betonturm gestürmt werden.

Im Gegensatz zu dem Vorgänger der Reihe beginnt der Spieler bei MEDAL OF HONOR – AIRBORNE, wie schon mehrfach erwähnt, an Bord eines Flugzeugs seine Missionen, um alsdann mit dem Fallschirm über dem Zielgebiet abzuspringen. Dies muss nochmals wiederholt werden, denn es ist eines jener Spielelemente, worin sich MEDAL OF HONOR – AIRBORNE von dem Vorgänger wie auch gegenüber Konkurrenzprodukten unterscheidet. Der freie Fall führt zu einer recht freien Entscheidungsmöglichkeit. Es kommt die Frage auf: „Wo soll ich landen?“. Die Antwort auf diese Frage führt zu unterschiedlichen Ansatzpunken, unterschiedliche Einstiegsmöglichkeiten in die jeweilige Mission. Das hat zur Folge, dass man ein und dieselbe Mission öfter durchspielen und immer wieder neue Einstiegspunkte und die daraus sich ergebenden Taktiken ausprobieren kann. Es existieren grüne, sichere, Landungszonen. Daneben gibt es aber auch Spezialzonen, erkennbar durch schlaff herabhängende Fallschirmstoffe auf Gebäuden oder Fahrzeugen, etc.

Was danach folgt, fühlt sich bekannt an. Gegner orten, sichten, ausschalten. Dabei kommen verschiedene Waffensysteme zum Einsatz. Vor der Mission kann man sich für 2 Waffen entscheiden, die im Laufe der Mission aber ausgewechselt werden dürfen. Ebenso stehen diverse Granattypen bereit. Feststehende Geschütze gibt es in den Maps auch immer wieder.

Mag der Spielablauf auch bekannt erscheinen - MEDAL OF HONOR – AIRBORNE besitzt dennoch neue Elemente. Beispielsweise wirkt sich die Spielweise deutlich aus. So erhält man Belohnungen in Form von Waffen-Upgrades, sprich Verbesserungen für die bevorzugte Waffe. Zudem friert ab und an das Spiel halb ein, die Bewegungsunschärfe nimmt extrem stark zu und die Zeit läuft langsamer ab. Das wird als Scharfschützenbonus bezeichnet.

Der Spielfluss ist schnell. Überall wird gekämpft, teilweise unabhängig vom Spieler, durch die Luft zischen Leuchtspurgeschosse, getroffene Flugzeuge schmieren ab, etc. Die Schlachtenatmosphäre wird in vielen der Levels durchwegs sehr gut erzeugt.

 

Grafik:

Bei MEDAL OF HONOR – AIRBORNE handelt es sich definitive um ein Produkt, das sich grafisch nicht vor der Konkurrenz zu verstecken braucht. Hübsche Texturen, eine hohe Polygonanzahl bei den Charakteren und Motion-Blurr sowie weitere Next-Gen-Effekte sorgen für eine stimmige und überzeugende Grafikpracht.

Oberste Referenzklasse für Grafikfetischisten ist MEDAL OF HONOR – AIRBORNE aber nicht. Diesen Bereich wird aller Voraussicht nach CRYSIS, das ebenfalls aus dem Hause „Electronic Arts“ kommt, mit einer Spitzenposition besetzen.

 

Sound:

Hier gibt sich MEDAL OF HONOR – AIRBORNE extrem brilliant. Für die detailgetreuen Geräusche der Waffen wurden extra Original-Waffen auf einem Schießstand abgefeuert und die Schüsse mittels Richtmikrophonen in unterschiedlichen Distanzen aufgenommen. Das Ergebnis ist ein verblüffend echt wirkendes Raummuster der Waffen- und Schussgeräusche. In unterschiedlichen Entfernungen abgefeuerte Waffen hören sich tatsächlich anders an, sind nicht nur lauter bzw. leiser. Dies trägt erheblich zur Steigerung der Schlachtenatmosphäre bei.

Auch die weiteren Sounds können sich sehen lassen. Es wummern und krachen die Explosionen und dank Surround-Sound ist sogar die Ortung der Gegner akkustisch möglich.

 

Fazit:

MEDAL OF HONOR – AIRBORNE ist ein Zweiter-Weltkriegs-Shooter der klassischen Machart. Electronic Arts hat sich auf die Stärken des Subgenres und ihrer Games-Reihe besonnen, und weitet diese mit sinnvollen Neuerungen auf.

Für Fans des Subgenres sehr empfehlenswert. Wer jedoch auf großartige Innovationen hofft, wird mit MEDAL OF HONOR – AIRBORNE nicht vollauf zufrieden sein. Derjenige aber, der einen klassischen Shooter dieser Sparte sucht, wird bei MEDAL OF HONOR – AIRBORNE fündig.

 

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20240422145026dfe047f2
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Medal of Honor - Airborne (PC)

von Electronic Arts

Plattform: Windows Vista / XP

USK-Einstufung: Freigegeben ab 18 Jahren gem. 14 JuSchG

Spiel auf Deutsch

ASIN: B000QGDX02

Erhältlich bei: Amazon

 

Minimale Systemvoraussetzungen:

PIV 2,8GHz CPU

1024MB RAM

9100MB HD

3-D-Karte

 

 

 


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Erstellt: 16.11.2007, zuletzt aktualisiert: 14.04.2024 08:35, 5301