Mimi Rutherford und die Fälle Box 1
 
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Mimi Rutherford und die Fälle Box 1

Mimi Rutherford und die Fälle Alte Zeiten, Nacht-Express und Puppenspielerin

Hörspiele

 

Rezension von Christel Scheja

 

Rezension:

Es gibt literarische Figuren, die sich auch in die Köpfe vieler Menschen eingebrannt haben, ohne dass sie je ein Buch des Autors oder der Reihe gelesen haben. Man denke nur an die unterschiedlichen Sherlock Holmes Verfilmungen oder zwei Figuren von Agatha Christie: Hercule Poirot und Miss Marple. Obwohl sie nur in vier Filmen das Bild der schrulligen Hobbydetektivin prägte, ist Margaret Rutherfort noch heute unvergessen und wenn man an die alte Dame denkt, dann kommt den meisten das kraftvolle und pfiffige Spiel der Schauspielerin in den Sinn.

An den vier Miss Marple – Filmen haben sich auch die Macher der Mimi Rutherfurt-Hörspiel-Serie orientiert, das suggeriert nicht nur das Titelbild, das aus einem Film-Foto besteht, sondern auch die Machart. Denn die Heldin ist wie Rutherfords’ Miss Marple eine muntere alte Dame, die auf Charme und Gewitztheit setzt.

 

In der hier vorliegenden Hörspielbox sind drei Fälle mit der Hobbydetektivin zu finden:

 

In „Alte Zeiten“ wird der einsam lebende und ein wenig kauzige Mr. Crawford tot in seiner Wohnung aufgefunden. Alles deutet auf Selbstmord hin und die Polizei ist entschlossen, die Ermittlungen auch nicht länger als nötig weiter zu führen. Allerdings macht ihnen Miss Rutherfurt einen Strich durch die Rechnung. Die pfiffige alte Dame ist sich sicher, dass mehr als nur ein Freitod dahinter steckt und nimmt selbst die Ermittlungen auf. Der frisch in den Ort versetzte Inspector Brewster ist gar nicht davon begeistert und versucht sie zu bremsen, aber schließlich muss er zugeben, dass die Hobbydetektivin offensichtlich einen besseren Riecher als er hatte.

 

Ein Mord geschieht im „Nacht-Express“ und verschafft Inspektor Thorndike Kopfschmerzen, denn der Täter muss eigentlich noch im Zug sein. Doch wie solle er den Schuldigen finden, wenn alle Passagiere behaupten, dass sie nichts gehört oder gesehen haben und schon gar nichts mit dem Opfer zu tun haben. Letztendlich muss er doch klein beigeben und auf den Rat der alten Dame hören, die ihm schon die ganze Zeit lästig ist, weil sie ihn mit ihren Fragen und Vermutungen halb in den Wahnsinn treibt.

 

Die „Puppenspielerin“ hat bereits mehrere britische Geheimagenten in ihren Bann geschlagen und verschwinden lassen. Zwar ist einer kurzfristig wieder aufgetaucht und fotografiert worden, aber er hat sich auf grausame Art und Weise verändert. Da sich die Regierung keinen anderen Rat mehr weiß und schon viel Gutes von Mimi Rutherfurt gehört haben, bittet man sie, in die Karibik zu reisen und auf „Lagoon Island“ nach dem Rechten zu sehen und heraus zu finden, was mit den Männern geschehen ist. Kaum dort angekommen liefert sie sich ein spannendes Duell mit der Voodoo-Queen und ihren Zombies.

 

Vor allem die beiden ersten Hörspiele leben und atmen die Atmosphäre der „Miss Marple“ Filme und das liegt nicht nur an der Musik, die den Filmen entliehen ist.

Denn wir finden eine ähnliche Konstellation wie dort – da ist die alte Hobbydetektivin, die sich in ihren Ansichten nicht beirren, von Obrigkeiten nicht einschüchtern lässt und mit Witz und Charme auch den größten Zweifler überzeigt. Ihr gegenüber steht der zumeist sehr skeptische und genervte Inspektor, der ganz und gar nichts von ihrer Meinung halten will, dann aber doch klein beigeben muss, weil sie mit ihren scharfsinnigen Folgerungen recht hatte. Und nicht zuletzt gibt es da auch noch einen treuen Freund an ihrer Seite, der ihr hilft und sie auch moralisch unterstützt

Vielleicht klingt Gisela Frisch als Mimi Rutherfurt nicht ganz so resolut wie die deutsche Stimme von Margaret Rutherford, dafür verleiht sie der Figur der Privatedetektivin augenzwinkernden Charme und eine Aura aufgrund der man ihr nicht böse sein kann. Die Inspektoren Brewster und Thorndike werden gekonnt genervt von Bernd Vollbrecht und Udo Schenk gesprochen.

Nur das dritte Hörspiel wirkt ein wenig fremd, da die Hintergrundgeschichte eher aus einem klassischen Horror-Film wie „White Zombie“ entlehnt zu sein scheint und die Heldin aus ihrem gewohnten kleinbürgerlichen englischen Umfeld in die Karibik versetzt. Die Geschichte ist nicht ganz so durchdacht wie die anderen und wirk gerade am Anfang etwas seltsam.

Alle drei Geschichten sind zwar recht einfach gestrickt und würden in geschriebener Form nicht bestehen, unterhalten aber bestens als Hörspiel, da man den Überblick über die Handlung behält, egal wie aufmerksam man zuhört.

 

 

Fazit:

Alles in allem sind alle drei Geschichten mit netten Anspielungen an die Filme und andere Klassiker gespickt und können sich sehen lassen. Sie garantieren kurzweilige und unkomplizierte Unterhaltung für alle Krimi-Fans, die es mit den Genregrenzen nicht genau nehmen.

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 202403031631595070fd82
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Hörspiel:

Mimi Rutherford und die Fälle Box 1

Autoren: Ben Sachtleben, Ellen B Crown, Maureen Butcher

Umfang: 3 CDs

Laufzeit: ca. 147 min

Maritim, Juni 2009

 

Inhalt:

<typolist>

Alte Zeiten

Nacht-Express

Puppenspielerin

</typolist>

 

ISBN-10: 386714253X

ISBN-13: 978-3867142533

 

Erhältlich bei Amazon

 

Sprecher:

Gisela Fritsch

Udo Schenk

Michael Iwannek

Arianne Borbach

Daniela Hoffmann

Christian Toberentz

Klaus Dieter Klebsch

Bernd Vollbrecht

Peter Groeger

Frank-Otto Schenk

Peter Weis

Karin Eckhold

weitere Infos:


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Erstellt: 27.10.2009, zuletzt aktualisiert: 14.02.2024 18:17, 9456