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Mörderische Tage von Andreas Franz

Rezension von Björn Backes

 

Inhalt:

Der plötzliche Tod einer Medizinstudentin bereitet Julia Durant erhebliche Kopfschmerzen. Der erst 22-jährigen Jacqueline Schweigert versagen gleich mehrere Organe, bevor sie dann einen raschen Tod stirbt. Zur gleichen Zeit wird die Kripo von einem Serientäter in Schach gehalten, der bereits mehrere Frauen verschleppt und womöglich ermordet hat. Durant vermutet im jüngsten Todesfall und der Entführungsserie einen Zusammenhang und fügt die einzelnen Puzzlesteine ihrer aktuellen Ermittlungen peu a peu zusammen. Doch noch bevor die Polizei und vor allem Durant ihren Verdachten weiter nachgehen können, geht es den Ermittlern selber an den Kragen. Julia selber wird auf dem Weg in ihren Kurzurlaub in Südfrankreich von einem brutalen Unbekannten überfallen und in ein finsteres Kellergewölbe gebracht. Erst in der Gefangenschaft wird ihr bewusst, was mit den verschwundenen Frauen geschehen ist – doch die grausame Gewissheit kommt für die leitende Ermittlerin offensichtlich zu spät…

 

 

Rezension:

Mit „Mörderische Tage“ feiert Bestseller-Autor Andreas Franz ein kleines Jubiläum. Schon zum zehnten Mal schickt er seine Roman-Kommissarin Julia Durant ins Rennen, und gerade in der neuen Ausgabe erweckt der Erfolgsschreiber den Eindruck, den Gipfel seiner bisherigen Arbeit erklommen zu haben. Was Durants neuen Fall betrifft, überzeugt in erster Linie die atemberaubende Beschreibung des zugrunde liegenden Szenarios. Das Verschwinden der Frauen wird mit einer unheimlichen Intensität an den Leser herangetragen und mit dem Tod von Jacqueline Schweigert auch sehr effizient inszeniert. Der grausame, unwürdige Todeskampf geht sogar in eine Richtung, in der sich ansonsten eher Leute wie Dean Koontz bewegen – und das ist in diesem Fall definitiv eine der bestmöglichen Referenzen.

Nichtsdestotrotz ist „Mörderische Tage“ in erster Linie ein echter Krimi, dessen Thriller-Anteile im Laufe der Ermittlungen zunehmend abflauen und für die Puzzleleider Beamten Platz machen. Unterdessen bleibt die Atmosphäre aber überaus finster, gerade nach der Entführung der Hauptdarstellerin, die auch ziemlich opulent ausgeschmückt wird. Der Abstieg in die Kellergewölbe, die erahnten Grausamkeiten in der direkten Nähe der Verschleppten und nicht zuletzt dieses gewisse Etwas, dieses Mysteriöse, das hinter der ganzen Geschichte steckt, das alles wird mit entsprechendem Gänsehaut-Feeling zubereitet und mit der nötigen Effektivität arrangiert. So weit, so gut.

Weniger gut gelungen ist hingegen das Finale. Was Franz sehr mühsam und mit der gegebenen Sensibilität aufgebaut hat, wird in den Schlusssequenzen geradezu rapide entladen und weniger spektakulär zu Ende gebracht, als es die Handlung im Endeffekt verdient hätte. Es mag zwar grundsätzlich für den Autor sprechen, dass er auf aufgeblasene Bombast-Szenarien verzichtet und sich die Hollywood-Orientierung seiner amerikanischen Kollegen kneift, doch zweifelsohne hätte man einen bis dato derart fesselnden Roman auch noch mit etwas mehr Überzeugungskraft über die Ziellinie bringen können.

 

Dennoch: „Mörderische Tage“ ist eine wirklich ordentliche Kriminalgeschichte, die einen rasanten Spannungsaufbau und einen wirklich sehr gut ausgearbeiteten Fall bietet. Wäre der Schlussakkord auf einem ähnlich hohen Niveau angesiedelt, würde Franz sein Jubiläum hier mit seinem persönlichen Highlight krönen.

 

 

Fazit:

Eigentlich wurde das Resümee schon vorweggenommen. Julia Durant bleibt eine Garantin für packende Fälle mit brisantem Background und schlägt sich auch in ihrem vielleicht brutalsten Fall sehr, sehr wacker. Wer Franz als Autor zu seinen Lieblingen zählt, ist hier mal wieder bestens aufgehoben.

 

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Mörderische Tage

Autor: Andreas Franz

Broschiert: 496 Seiten

Verlag: Droemer Knaur (1. März 2009)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3426639424

ISBN-13: 978-3426639429

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 08.04.2009, zuletzt aktualisiert: 31.08.2018 17:18