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Moon Knight Band 3 – Wer den Göttern trotzt

Rezension von Ingo Gatzer


 

Rezension:

Ein Antiheld hat es nicht leicht. Erst recht nicht, wenn er einem gleichermaßen geheimnisvollen wie unberechenbaren Gott wie Khonshu dient. Genau das ist aber das Schicksal von Marc Spector alias Moon Knight. Der Sammelband „Wer den Göttern trotzt“ - umfasst die Hefte 13 bis 17 der Serie „Moon Knight“, die in den USA zwischen Mai und September 2015 erschienen. Zudem handelt es sich um das Staffelfinale, bevor sich demnächst ein anderes Kreativteam um den Ritter des Mondes kümmern wird.

 

Fans dürften hohe Erwartungen mit dem Sammelband verbinden. Immerhin waren für die Geschichten der ersten beiden Bände mit Warren Elis und Brian Wood wahre Genregrößen verantwortlich, deren Arbeit überwiegend einen richtig guten Eindruck hinterließ. Nun übernimmt mit Cullen Bunn ein Autor, der sich vor allem durch seine Geschichten über Marvels neuesten Kinohelden Deadpool einen Namen gemacht hat. Für „Die sechste Waffe“ wurde der US-Amerikaner zudem für den Eisner-Award nominiert. Hier lässt er Moon Knight gegen Geisterjäger, gefährliche Vierbeiner, ein Kinder mordendes Ungeheuer sowie religiöse Eiferer antreten. Dabei hinterlässt die Geschichte „Bogeyman“ insgesamt den besten Eindruck. Sie zeichnet sich nämlich nicht nur durch ein eine stimmige Atmosphäre, sondern auch durch ein gelungenes Finale mit Knalleffekt aus. Leider bleibt dieses aber relativ folgenlos und passt damit zu den anderen vier Geschichten, die recht eisodenhaft wirken und keinen der – vielen möglichen offen gebliebenen - Stränge aus den früheren Sammelbänden aufgreifen. Bis auf die Tatsache, dass sich Moon Knight und Konshu nicht immer grün sind, übernimmt Cullen Bunn praktisch kein Motiv seiner berühmten Vorgänger. Dadurch verschenkt er leider einiges Potenzial. So wäre eine Story über Marc Spectors fragile Psyche bestimmt spannender als die Hatz auf abgerichtete Hunde, die er in „Old Gods Favors“ anbietet. Zudem lässt das Ende – das auch nicht übermäßig spektakulär geraten ist – den Leser relativ ratlos zurück, weil diverse Fragen offen bleiben.

 

Die visuelle Gestaltung obliegt Ron Ackins („Prophet“), Steven Sanders („Wolverine“) und German Peralta („Carnage“). Die Optik ist insgesamt durchaus ansprechend geraten. Vor allem die Kampfszenen sind sehenswert choreografiert. Vor allem das immer wieder blutbesudelte Cape von Moon Knight ist – als Gegenentwurf zum bisher fahlen, weißen Ritter – gelungen. Insgesamt gestaltet das Trio die Panels aber nicht so innovativ und abwechslungsreich wie ihre Vorgänger. Auch die Darstellungen der „Angels“ in der gleichnamigen Geschichte und von Moon Knights Flugobjekt sind nicht ganz so gut gelungen.

 

Das Zusatzmaterial ist eher spärlich geraten. Auf drei Seiten finden sich eine – durchaus ansprechende – Tuschezeichnung von Declan Shalvey sowie acht seiner Coverentwürfe und kurze Informationen über die Macher.

 

Fazit:

„Moon Knight – Wer den Göttern trotzt“ ist ein passabler, aber kein hochklassiger Abschluss der aktuellen Staffel um Marc Spector und reicht leider nicht an das hohe Niveau der ersten beiden Bände heran. Für Fans des Mondritters kann sich die Anschaffung dennoch – vor allem wegen der starken Geschichte „Bogeyman“ - lohnen.

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Eure Meinung:

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Comic

Moon Knight 3 - Wer den Göttern trotz

Autor: Cullen Bunn

Zeichner: Ron Ackins, Steven Sanders und German Peralta

Erscheinungsdatum: Januar 2016

Panini - 116 Seiten - Softcover

ISBN-10: 3957985897

ISBN-13: 978-3957985897

 

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 14.02.2016, zuletzt aktualisiert: 12.07.2019 19:51