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Moons Of Madness

Rezension von Cronn

 

Ich lasse den Steuerknüppel des Mars-Rovers los, worauf das Gefährt stehen bleibt und das Surren des Elektromotors verklingt. Um mich herum höre ich nur noch das Heulen des Windes und sehe draußen in der Rostwüste des Mars die Windteufel über die Steinhügel tanzen.

Als ich den Kopf hebe, erkenne ich durch das teilweise eingedreckte Glas des Wagendachs die Kommunikationsstation auf dem Hügel. Sie wirkt seltsam leblos. Kein Licht ist dort zu sehen, kein Parabolspiegel bewegt sich.

Das verwundert mich. Na ja, ich habe eh den Auftrag hier nach dem Rechten zu sehen und den Kontakt zur Erdbasis wiederherzustellen. Ich mache mich also auf den Weg nach draußen.

Dazu muss ich zunächst in die Luftschleuse. Dort fülle ich die Atemluft meines Raumanzugs wieder auf und verlasse anschließend den Mars-Rover über eine aufklappende Gangway, die zugleich die Rückwand des Rovers ist.

Doch was ist das?

Das Tageslicht des Mars ist verschwunden und hat einem seltsamen Zwielicht Platz gemacht. Zudem sind links und rechts Hügel aufgetaucht, welche meinen Weg abschneiden, so dass ich lediglich nach vorne laufen kann. Und dort vor mir ist eine höhlenartige Öffnung im Fels, aus der sich Lichtbalken schräg nach oben ergießen.

Was ist geschehen?

Soll ich dort hineingehen?

Ich laufe um den Rover herum, suche nach einer Alternative. Es gibt sie nicht.

Mit einem mulmigen Gefühl betrete ich den schmalen Gang, der tiefer und tiefer hineinführt in die Eingeweide des Mars …

 

So atmosphärisch spielt sich streckenweise Moons of Madness, das Spiel des Entwicklers RockPocket Games. Das Game kann man als eine Mischung aus Exploration und Adventure bezeichnen, das auch streckenweise Actionsequenzen beinhaltet.

Doch wie genau spielt sich »Moons of Madness« und macht es Spaß?

 

Hintergrund:

»Moons of Madness« spielt auf dem Mars. Als Teilnehmer einer Forschungsmission auf dem Roten Planeten mit persönlichem Hintergrund stellt man schon nach wenigen Minuten fest, dass etwas ganz und gar nicht in Ordnung ist in der Marsstation.

Die Story von »Moons of Madness« weiter zu beschreiben, wäre fatal und würde den Reiz des Games einschränken. Es sei nur angedeutet, dass es in Richtung Horror geht und der Name Howard Philips Lovecraft zeigt schon an, welcher Art Grauen den informierten Spieler erwartet.

Die Story von »Moons of Madness« entwickelt sich durch Funksprüche, durch Emails und Notizzetteln. Sie ist sehr gelungen, obgleich die Stoßrichtung bereits durch die Exposition in den ersten Minuten bereits vorweggenommen wird. Hier wäre eine andere Designentscheidung besser gewesen, als sofort den Horror hereinbrechen zu lassen.

Später allerdings wird das Grauen meist subtiler aufgebaut, was sehr gut gefällt. Ab und an allerdings kommt es zu einem Ausbruch an Action, der zwar Panik erzeugt, aber keinen Grusel mehr aufkommen lässt.

In Summe gesehen, ist die Story von »Moons of Madness« sehr gelungen.

 

Gameplay:

Wie schon beschrieben ist »Moons of Madness« ein Spiel, das sehr von der Erkundungskraft des Spielers lebt. Es ist zwar kein Walking-Simulator, bedient sich aber dessen Gameplay-Mechanik durchaus. Unterbrochen wird dies durch Adventure-Elemente wie Puzzles. Aber diese nehmen keinen zu großen Raum ein.

Spieler von »Moons of Madness« sollten bereit sein, sich auf ein unheimliches Setting einzulassen und die Atmosphäre genießen. Diese ist der wahre Höhepunkt des Spiels.

 

Grafik und Sound:

An dieser Stelle gibt es wenig zu monieren. »Moons of Madness« nutzt die neueste Iteration der Unreal-Engine und dies auf gelungene Weise.

Die Umgebungen sind sehr detailliert, hochaufgelöst und mit Atmosphäre aufgeladen. Dazu trägt sowohl die Lichtregie, als auch die sehr intensiven Soundumgebungen bei. Ständig heult der Wind, piepsen Computer, gluckert Wasser in den Biotop-Umgebungen und so weiter.

»Moons of Madness« macht aus seinem Setting das Beste und erzeugt ein stimmiges Mars-Gefühl.

 

Fazit:

»Moons of Madness« ist ein sehr gelungenes Horrorspiel, das zwar einige wenige zweifelhafte Designentscheidungen bezüglich der Narration bzw. des Spannungsaufbaus mitbringt, aber auf der Habenseite eine dichte Atmosphäre und eine gelungene Gruselstory vorweisen kann. Für Horrorfans eine klare Kaufempfehlung!

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Eure Meinung:

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PC-Spiel:

Moons Of Madness

RockPocket Games / Funcom, 22. Okt. 2019

 

Erhältlich bei: steam


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Erstellt: 11.11.2019, zuletzt aktualisiert: 02.08.2020 16:37