Moorhuhn Star Karts (Nintendo DS)
 
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Moorhuhn Star Karts (Nintendo DS)

Rezension von Björn Backes

 

Die berüchtigten Moorhühner haben mittlerweile einen vergleichbaren Status wie Super Mario und Sonic der Igel. Seit ihrem PC-Debüt vor einigen Jahren hat man die gefiederten Superstars in alle nur erdenklichen Rollen und Game-Varianten gesteckt und den Hype um ihr Dasein wirklich bis zuletzt ausgeschlachtet. Auch auf dem Nintendo Dualscreen sind die Moorhühner regelmäßige Gäste, sei es nun in klassischen Abenteeuern, Puzzlespielen oder eben nun auch in der ersten Rennsport-Simulation. Wobei Rennsport für das Procedere in „Moorhuhn Star Karts“ vielleicht auch nicht der richtige Begriff ist…

 

 

Inhalt:

Die Geschichte des Sternenrennens ist erwartungsgemäß wieder ziemlich skurril. Packshot, das führende Moorhuhn, hat in seinem siegreichen Kampf gegen Poseidon die Pläne für eine Kugel in die Hand bekommen, mit deren Hilfe man die Sonne imitieren und deren Energie abschöpfen kann. Seinem dusseligen Assistenten geschieht bei der Umsetzung jedoch ein Missgeschick, so dass die Pläne irgendwo in die letzten Winkel von Raum und Zeit geschleudert werden. Mit einem Mal findet sich Packshot nun in einem spacigen Kart wieder, welches er durch einige intergalaktische Rennen und Duelle steuern muss, um die Pläne wieder zu bekommen.

Also macht sich unser Liebling nun in fünf intergalaktischen Cups auf, die Siegerkrone einzuheimsen, seine drei fiesen Konkurrenten auszubooten und sein Kart stetig weiterzuentwickeln, um auch auf den härteren Rennstrecken für die Konkurrenz gewappnet zu sein. Für jedes Rennen gibt es Preisgelder und neue Basteloptionen für das Kart. So werden neue Motoren und Gehäuse freigeschaltet, und bei gewissen Erfolgen öffnen sich auch weitere Kurse, deren Anspruch natürlich stetig steigt. Bevor es aber weitergeht, sollte man sich immerzu gezielt verstärken. Verbesserte Schübe, mehr PS-Power und auch ein paar optische Eingriffe machen das Kart dauerhaft zum flinken Raser und damit auch zur uneinholbaren Karosse.

In den Rennen selber ist reichlich Action geboten. Die Streckenführung ist zwar größtenteils simpel, allerdings wird der Weg häufig von Hindernissen und kleinen Fallen gestört, die einem gerade in späteren Abschnitten das Leben zur Hölle machen. Außerdem sind die Gegner mit einigen Ballermännern bewaffnet, mit denen sie aus dem Hinterhalt nach Belieben feuern und den eigenen Kart aus der Spur treiben. Gerechterweise kann man selbst aber auch einige Geschosse aufsammeln und seine Kanone im Laufe des Rennens weiter tunen. Vom Prinzip her ist das beliebte „Mario Kart“-System also gar nicht weit entfernt, nur eben, dass die Spieltiefe in „Moorhuhn Star Karts“ nicht ganz so intensiv ist.

Sobald man schließlich die ersten Rennen gewonnen und die entsprechenden Preisgelder einkassiert hat, sollte man im Depot sein Fahrzeug ausbauen. Andernfalls hat man im weiteren Verlauf schlechtere Karten, da sich mit den Strecken auch die Gegner weiterentwickeln. Um schließlich die fehlenden Kurse freizuschalten, gilt es, 1:1-Duelle gegen die Konkurrenten zu bestreiten und zu gewinnen – ansonsten wird man nie wieder an die vermisste Kugel geraten! Aber genau das ist, darüber darf man sich freuen, letzten Endes gar nicht mal so einfach.

 

 

Technik/Grafik:

Die Steuerung ist in „Moorhuhn Star Karts“ Schwachpunkt und Stärke zugleich: Einerseits verlangt einem das Handling kaum etwas ab, da man selbst mit den ausgebauten Karts nie in die Bredouille kommt, geschweige denn in die Verlegenheit, den Bleifuß mal vom Gas zu nehmen. Selbst die zahlreichen Schlenker gegen die Hindernisse reduzieren die Geschwindigkeit nur unmerklich und fordern kein besonders taktisches Fahrverhalten. Dementsprechend ist der Einstieg ins Spiel aber auch superleicht, denn die klassische Steuerung hat jeder sofort verinnerlicht.

Optisch ist das Space Race allerdings überhaupt nicht gut umgesetzt. Die Strecken sind durchweg pixelig, und auch die Charaktere offenbaren nicht sonderlich viele Details – von den brachen Kulissen mal ganz zu schweigen. Zwar ist die Spielübersicht wirklich gut, aber das alleine reißt die teils erschreckende Grafik auch nicht mehr heraus. Eine Enttäuschung, fraglos!

 

 

Spielspaß:

Zu Beginn darf man sich tatsächlich über den nicht ganz so niedrigen Schwierigkeitsgrad wundern. Die ersten Runden gehen noch gut von der Hand, und die geforderten Platzierungen sind ebenfalls schnell erzielt, doch mit wachsender Spieldauer werden die Challenges immer größer, was im Gegensatz zum offensichtlichen Penant „Mario Kart“ dazu führt, dass man nicht so ohne Weiteres durch das Spiel marschiert – ein sehr angenehmer Aspekt! Weniger schön ist hingeegen das Baller-System, das dem Spiel häufig den Fluss nimmt. Sobald man von einem Verfolger abgeschossen wird, braucht man fünf Sekunden und mehr, bis man sich hiervon erholt hat. Ballert bei der Wiederaufnahme des Rennens direkt der nächste Konkurrent aus dem Hinterhalt, hat man schon fast keine Chance mehr, als Erster ins Ziel zu kommen. Außerdem wird die Hülle bei diesen kurzen Angriffen teils so stark beschädigt, dass man notgedrungen aufgeben muss. Da hier der persönliche Einfluss recht gering ist, kann das in den ersten Renne – bei fehlender Ausrüstung – schon einmal sehr, sehr frustrierend sein!

Dennoch: Der Arcade-Charakter tut dem Spiel an sich gut und macht das Ganze zu einer gefälligen Mischung aus Action-Rennen und witziger Simulation. Wer „Mario Kart“ und Co. Mag, wird hier deswegen auch zweifellos eine Menge Spaß finden.

 

 

Fazit:

„Moorhuhn Star Karts“ mag zwar vom Humorfaktor betrachtet ähnlich stark sein wie sein Nintendo-Kollege, aufgrund des geringeren Spielumfangs und kleiner technischer Mängel aber noch ein Stückweit von der Überholspur entfernt. Dennoch: Eine Investition in das neueste Abenteuer der Moorhuhn-Serie lohnt sich trotz allem!

 

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 202407132058061149abb2
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Moorhuhn Star Karts

System: Nintendo DS

Publisher: Software Pyramide

USK-Einstufung: Freigegeben ohne Altersbeschränkung gem. 14. JuSchG

Erscheinungsdatum: 15. Dezember 2008

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 20.01.2009, zuletzt aktualisiert: 21.10.2022 08:12, 8130