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Mordkommission Istanbul, Box 1

Rezension von Christel Scheja

 

„Mordkommission Istanbul“ ist eine mittlerweile neunteilige Kriminalserie, die seit 2008 von der ARD produziert wird und Folgen in Spielfilmlänge von ca. 90 min umfasst. Die Serie wird tatsächlich mit türkischen und deutschen Darstellern an Originalschauplätzen gedreht.

 

Im Mittelpunkt steht der türkische Kommissar Mehmet Özakin, der vielleicht nicht immer den Regeln folgt, aber gute Erfolge zu verzeichnen hat, denn er ist mit Leidenschaft und Beharrlichkeit dabei, die Wahrheit herauszufinden. Verantwortung ist für ihn ein und alles, auch gegenüber seiner Frau. Auch wenn es zwischen ihm und seiner selbstbewussten Gemahlin, der Lehrerin Sevim ab und zu kriselt, so bleibt er doch ihr gegenüber ein formvollendeter Gentleman, trägt sie auf Händen und schwingt sogar schon einmal den Kochlöffel. Den selben Respekt bringt er auch den weiblichen Zeugen und Verdächtigen entgegen, mit denen er es tagtäglich zu tun hat..

An seiner Seite ist sein Assistent Mustafa Tombul, auf den er sich immer verlassen kann, der allerdings auch schon einmal durch seinen ausgeprägten Mutterkomplex nerven kann, da er privat nichts tut, was diese nicht billigt. Dritter im Bunde ist Yilmaz, der Vorgesetzte der beiden, der seinen Kommissar oft genug zu zügeln versucht, wenn dieser wieder einmal übers Ziel hinaus schießt.

 

„Die Tote in der Zisterne“ ist eine Frau ohne Papiere und Identitätsnachweise, aber dank eines Freundes, der sich Gedanken um eine verschwundene deutsche Journalistin macht, die täglich bei ihm einkehrte, ist schnell klar, um wen es sich handelt. Anja Sonntag war ganz offensichtlich der Korruption bei einer großen Hotelkette auf der Spur und schien auch am Touristenort Alanya schon einiges an Staub aufgewirbelt zu haben.

Aus diesem Grund stehen sich Mehmet und Mustafa dort um, nur mit Monika Adler aneinander zu geraten, die Monikas beste Freundin war.

In „Mord am Bosporus“ ersticht eine ganz in einen schwarzen Schleier gehüllte Gestalt mehrere Männer, die sich mit ihrer Geliebten getroffen haben oder ihren Frauen sonstigen Schmerz zufügten. Auch eine der Geliebten kommt zu schaden.

Schon bald fällt der Verdacht auf eine mutige Journalistin, die eine Webseite und ein Forum für genau die Frauen geschaffen hat, die von ihren Männern enttäuscht wurden und niemandem zum Reden haben...

„In deiner Hand“ beginnt mit einem brutalen Banküberfall bei dem ein Mann getötet wurde. Zwar ist die Lösung des Falls schnell bei der Hand, weil ein Verdächtiger gesteht – aber ist er wirklich der Schuldige. Daher hat Mehmet auch keine Zeit, sich um die Bitte einer verzweifelten deutschen Mutter zu kümmern, deren Kind vom eigenen Vater entführt wurde, nicht ahnend, das ausgerechnet seine Frau in ihrer Klasse einen Jungen dazubekommt, der völlig fremd zu sein scheint.

 

Auch wenn die Geschichten vor exotischer Kulisse spielen, man merkt ihnen doch an, dass viele Deutsche daran mitgearbeitet haben. Die Drehbuchautoren versuchen die türkische Seele einzufangen und die Kultur respektvoll darzustellen, aber ob dies auch wirklich so gelingt, können vermutlich nur Einheimische beurteilen. Immerhin wurde mit Istanbul eine moderne und westlichen Gepflogenheiten zugeneigte Stadt als Schauplatz gewählt.

Die Fälle selbst erinnern in ihrem Aufbau an viele andere Krimiserien der ARD. Die Hauptfiguren sind nicht nur auf den Fall konzentrieren, auch ihr Privatleben spielt eine wichtige Rolle und beeinflusst sie in ihrem Handeln. Komischer Aspekt ist dabei natürlich die Fixierung von Mustafa auf seine Mutter, die bei einem türkischen Möchtegern-Macho ab und zu mal sehr skurril wirkt.

Dafür ist Mehmet um so mehr der Traum vieler Frauen – verständnisvoll und aufmerksam gegenüber seiner Gemahlin, so sehr diese auch herumzicken mag, smart und entschlossen, wenn es darum geht, seine Fälle zu lösen. Einer, der Konflikte lieber auf friedliche Art löst, aber auch keine Probleme hat, schon einmal handgreiflich zu werden.

Man merkt sehr deutlich, das Erol Sander nicht ohne Grund für diese Rolle gewählt wurde – er verkörpert den Gentleman perfekt und weiß auch immer wieder die passende Präsenz zu zeigen.

Oscar Ortega Sanchez konzentriert sich dafür eher auf die komischen Aspekte seines Charakters und lebt diese genüsslich aus, erweckt auch das passende Mitleid, wenn er wieder einmal über sein eigenes Unvermögen stolpert. Idil Üner verkörpert eine Frau, wie man sie wohl nur im modernen Istanbul finden kann, selbstbewusst, stolz und nicht auf den Mund gefallen.

Die Ausstattung ist nobel, die Geschichten sind gediegen, werden aber auch gemächlich erzählt, weil sie sich sehr auf die Menschen konzentrieren. Immerhin sorgen der Lokalkolorit und zahlreiche Wendung für genügend Spannung, um die Zuschauer am Ball zu halten.

Neben den deutschen Untertiteln gibt es leider keine weiteren Extras auf den zwei DVD’s.

 

 

Fazit:

 

Alles in allem richtet sich die erste Box von „Mordkommission Istanbul“ an alle Zuschauer, die gediegene Krimis im „Tatort“-Stil mögen, bei denen mit Witz und Verstand knifflige Fälle gelöst, aber auch die Menschen nicht zu kurz kommen. Mit der Hauptfigur bekommen vor allem weibliche Zuschauer auch einen gut ausehenden smarten Helden geboten, für den man durchaus schwärmen kann.

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Eure Meinung:

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MEDIUM:

Mordkommission Istanbul, Box 1

Darsteller: Erol Sander, Christine Neubauer, Idil Üner

Regisseur(e): Michael Steinke, Michael Kreindl, Helmut Metzger

Format: Dolby, PAL, RC 2

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: Deutsch

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Anzahl Disks: 2

FSK: Freigegeben ab 12 Jahren

Studio: Polyband/WVG

Erscheinungstermin: 31. Januar 2014

Produktionsjahr: 2010

Spieldauer: 270 Minuten

ASIN: B00G09PW9O

 

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 03.02.2014, zuletzt aktualisiert: 22.11.2019 07:56