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MySims Kingdom (Wii)

Rezension von Björn Backes

 

Der Baukasten fürs Königreich – nach dem weniger überraschenden Erfolg von „MySims“ im vergangenen Jahr, war den Entwicklern der putzigen Simulation alles Recht, um den niedlichen Figürchen in einer Fortsetzung einen royalen Unterbau zu verpassen. Also hat man das Szenario für den neuesten Ableger des Aufbauspiels historisch etwas nach hinten versetzt und eine witzige, merkwürdige Story um das Ganze gestrickt: In „MySims Kingdom“ werden die Spieler in die Zeit von König Roland versetzt. Der hat zur Sicherung seines Wohlstands vier Stabträger ernannt, die sein Königreich in Ordnung halten und vor dem Chaos bewahren sollen. Doch nun sind seine vier Untertanen spurlos verschwunden, weshalb der König händeringend nach Ersatz sucht. In einem Wettbewerb soll nun ein neuer Stabträger erkoren werden – und die Wahl fällt auf euch, einen Schweinehirten, der von der Regierung ungefähr so viel Ahnung hat wie von der Quantenphysik. Und dennoch: Roland erwartet einiges; immerhin 15 Inseln stehen unter seiner Obhut und verlangen Ordnung, Schutz und weiteren Wachstum!

 

 

Inhalt:

Das Spielsystem ist gewohntermaßen vielseitig und führt über leichte Aufbau-Aufgaben über kleine pädagogische Problemlösungen bis hin zur Verwaltung von Speisen und Rohstoffen. All dies geschieht über die Beschaffung von Essenzen, den lebensnotwendigen ‚Rohstoffen’ in „MySims Kingdom“, mit denen man nicht nur die Errichtung und Ausbesserung von Gebäuden forciert, sondern auch die Zufriedenheit der Bewohner gewährleistet. So geht man beispielsweise Holz hacken, um bestimmte Bauwerke zu konstruieren, sucht nach Metall, um es mit der Spitzhacke auszubuddeln und schmeißt seine Angel in den Fluss, bis endlich die ersten Fische anbeißen. Die nötigen Essenzen tauscht man später gegen Schriftrollen ein, mit denen sich schließlich die Baupläne realisieren lassen, die man von seinen Gefährten auf den jeweiligen Inseln aufgetragen bekommt.

Je weiter das Spiel nun fortschreitet, desto größer wird auch die Spielewelt und die Anforderungen. Größere Brücken müssen erbaut werden, kompliziertere Systeme für die Instandhaltung der vereinfachten Wirtschafts- und Landwirtschaftssysteme fordern Aufmerksamkeit , und auch die Erforderlichkeit von Mana, dem geheimen Zauberstoff, wächst ständig und stellt den einstigen Schweinehirten vor kniffligere Aufgaben. Om simplen Aufeinanderstellen von Klötzen – eben genau so, wie man es aus der „MySims“-Reihe kennt - bis hin zur Lösung von kleinen sozialen Schwierigkeiten (hier muss beispielsweise ein Dieb entlarvt und zur Rede gestellt werden) ist letzten Endes alles dabei, was man von diesem Spiel erwarten darf, und das in einer erneut niedlichen, familiengerechten Umgebung.

 

 

Technik/Grafik:

Der wohl wichtigste Aspekt bei der Steuerung des neuen Ablegers ist die noch bessere Integration der Wiimote und des Nunchuks. Man weicht in „MySims Kingdom“ deutlich vom Point & Klick-System ab und fordert den Spieler immer wieder zu netten Mini-Spielchen auf, die unmittelbar mit dem aktuellen Auftrag verknüpft sind. Holzhacken gehört hier ebenso dazu wie die Geduld beim Angelspiel, und auch wenn die Schüttelbewegungen an den Bäumen manchmal ein wenig banal scheinen, steigern gerade diese lebendigen Elemente den Spielspaß ungemein.

Grafisch hingegen zeigt sich ganz schnell, welches Zielpublikum die Designer ins Auge gefasst haben: Die Figürchen sollen in erster Linie süß und putzig dreinschauen, soll heißen man darf in diesem Bereich nicht zu große Erwartungen haben. Allerdings hat man in der etwas kantigeren Optik immer noch eine Menge Details versteckt, die den guten Humor der königlichen Edition unterstreichen und eine Gesamtkritik nicht rechtfertigen würden. Es sind zwar keine visuellen Glanzpunkte, die hier gesetzt werden, doch da das Ganze in erster Linie familientauglich konzipiert sein soll, sollte man über manchen blasseren Ausschnitt hinwegsehen!

 

 

Spielspaß:

„MySims Kingdom“ setzt vorrangig auf die Kombination von witzigen Mini-Spielchen, kleinen Adventure-Einlagen und leicht kniffligen Simulations-Missionen und kann mit diesem Paket auch auf Dauer punkten. Hierbei spielt die enorme Vielseitigkeit des Spiels eine wichtige Rolle, da es – ähnlich wie bei „Animal Crossing“ – eine ganze Menge zu tun gibt und das Ganze trotz der royalen Umgebung ziemlich realitätsnahe und authentisch wirkt. Da wird das Gemüse bewässert, das Vieh auf eine neue Wiese verlegt, nebenbei eine feine Brücke gebaut, das Mobiliar aufgepeppelt, eine neue Maschine erstellt und zuletzt dann die nächste Insel erkundet, wo wiederum neue Freunde und Aufgaben warten, die den Spielumfang trotz des sehr jugendlichen Spielsystems auch über längere Dauer aufrechterhalten.

Einzig der recht geringe Schwierigkeitsgrad könnte erfahrenen Spielern hier schnell lästig werden, denn schließlich erreicht man mit einigen raffinierten Schachzügen immer recht schnell seine Ziele, sofern man hierfür auch die entsprechenden Essenzen/Schriftrollen einsetzen kann. Aber wer sich mit dem Mechanismus vertraut gemacht hat und schon ein bisschen Erfahrung in diesem, hier kindlich animierten, Genre hat, sollte in Sachen Herausforderung nicht ganz auf seine Kosten kommen – hinsichtlich des Humor und Spielwitzes aber schon!

 

 

Fazit:

Fans phantasiereicher Aufbau-Simulationen kommen im Weihnachtsgeschäft noch einmal richtig auf ihre Kosten: Wer es kommunikativ mag, sollte auf jeden Fall zu „Animal Crossing – Let’s Go To The City“ greifen. Wer hingegen auf lineare, witzige Baukastensysteme steht, wird mit dem zweiten Teil der „MySims“-Serie prächtig belohnt.

 

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MySims Kingdom

Publisher: Electronic Arts

System: Nintendo Wii

USK-Einstufung: Freigeben ohne Altersbeschränkung gem. 14. JuSchG

Erscheinungsdatum: 30. Oktober 2008

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 07.01.2009, zuletzt aktualisiert: 09.01.2015 05:15