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Mythos Seidenstraße – Von Venedig nach China

Filmkritik von Christel Scheja

 

Im Grunde haben die meisten schon einmal von der Seidenstraße gehört, dem uralten Handelsweg zwischen China und Europa. Doch die wenigsten haben sich genauer mit dem Weg und seinen Stationen beschäftigt. Und dem, was in der heutigen Zeit geblieben ist. Die BBC-Dokumentation „Mythos Seidenstraße – Von Venedig nach China“ bietet Abhilfe


Allerdings ist der Titel etwas irreführend, denn auch wenn der Erzähler in Venedig beginnt, zieht er die Reise auf dem alten Karawanenweg doch ganz anders auf als man denkt. Erste Station ist tatsächlich China und die Region, in der wie in der Vergangenheit der kostbare Rohstoff gewonnen wird, der der Handelsroute ihren Namen gab.

Aber nicht nur Seide fand ihren Weg in die „Alte Welt“, auch andere Handelsgüter, und nicht zuletzt Philosophien und Entwicklungen, man denke nur an die Herstellung von Papier.

Von da aus geht die Reise weiter durch die zentralasiatischen Städte wie Samarkand und Persepolis und deren Geschichte. Denn immer wieder wollten auch skrupellose Eroberer Anteil an dem Reichtum der durch den Handel gewachsenen Metropolen haben, angefangen mit Alexander dem Großen bis hin zu Timur dem Eroberer.

Und am Ende steht der Seeweg von Konstantinopel in die Städte Europas, bei dem sich vor allem Venedig und Genua hervor taten und sich dabei sogar entsprechende Schlachten lieferten, um die Vorherrschaft im Mittelmeer zu behalten.


Sam Willis, ein junger Historiker führt durch die drei Folgen, die sich jede einem bestimmten Abschnitt der Seidenstraße widmen. Er bereist die einzelnen Orte und stellt nicht nur die Vergangenheit in den Mittelpunkt, sondern auch die Kulturen, die sich an der Strecke angesiedelt haben und auch jetzt noch durchschimmern, auch wenn die Zeit einiges verändert und zerstört hat, Städte sogar hinweg gefegt und vernichtet.

Man erfährt so an realen Beispielen, wie die Seide noch heute geerntet und aufbereitet wird, welche Bemühungen Kaufleute machten, China die Vormachtstellung und das Monopol zu entreißen und wie infolge dessen auch noch andere Erfindungen nach und nach den Weg in den Westen finden.

Immer wieder waren es auch Eroberer, die die Städte an der Seidenstraße veränderten und den Handelsweg kontrollierten, durch ihre Herrschaft aber auch Spuren hinterließen, die bis heute zu erkennen sind.

Die Wechselwirkung der verschiedenen Kulturen hat Wirtschaft und Politik der Länder an der Seidenstraße immer wieder verändert und neu geprägt – der Handel hat mehr als nur Güter in den Westen gebracht, Erfindungen und Entwicklungen, die die Renaissance erst möglich gemacht haben.

Die Dokumentation verharrt dabei allerdings nicht in der Vergangenheit, sondern wirft auch immer wieder einen Blick auf die Gegenwart, zeigt, wie die alten Völker sich immer noch einen Teil ihrer Identität bewahrt haben und welche Vermächtnisse des Handelswegs noch heute wirken.

Auch wenn er nur erzählt und die aktuell erhaltenen Städten besucht, so ist die Dokumentation doch nicht langweilig, die Aufnahmen von Land und Leuten illustrieren die lebhaften Berichte wunderbar, lassen das alte Handwerk ebenso lebendig werden wie die Geschichte der Orte, die durch die Seidenstraße zu dem wurden, was sie heute noch sind – Metropolen voller Kultur und Wissen. Auch gewinnt man einen guten Eindruck davon, dass wie sehr eine Handelsstraße die Welt beeinflussen kann, denn es werden dort niemals nur Gegenstände von einem Ort zum anderen transportiert. So vergänglich wie diese sind, so sehr hallt das mitgebrachte Wissen der Kaufleute noch heute in den entsprechenden Kulturen nach.


Mythos Seidenstraße“ ist eine bewegende Dokumentation, die mit atmosphärischen Bilder von Ländern und Leuten die alte Handelsstraße und ihre bewegte Geschichte lebendig werden lässt, ohne auf Spielszenen zurückgreifen zu müssen.



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DVD:

Mythos Seidenstraße – Von Venedig nach China

UK, 2016

Darsteller: Sam Willis

Format: Dolby, PAL

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)

Region: Region 2

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Polyband / WVG, 28. April 2017

Spieldauer: 150 Minuten

 

ASIN: B01MQOJLZU

 

Erhältlich bei: Amazon

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 2023020517215243506124
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Erstellt: 13.05.2017, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01