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Nanking

Filmkritik von Christel Scheja

 

Rezension:

ISchon im Vorfeld des zweiten Weltkrieges gab es Massaker und Grausamkeiten gegenüber der Zivilbevölkerung, nur wurden diese von der Welt noch nicht so ganz wahr genommen, da sie sich in Gebieten abspielten, die weitab von dem lagen, was die westlichen Medien für interessant erachteten.

 

Schon in den 1930er Jahren versuchte Japan im Zuge ihres Krieges mit dem Reich der Mitte, auch Herrschaftsgebiet auf dem Festland zu erlangen. In Folge des aggressiven China-Feldzuges wurde auch Nanking – damals die Hauptstadt – erst flächendeckend bombardiert und dann schließlich von den Bodentruppen eingenommen.

Die japanische Armee ließ es sich nicht nehmen, Terror über die Zivilbevölkerung zu bringen. Sie verwüsteten die ohnehin in Trümmern liegende Stadt noch weiter, ermordeten wahllos Männer Frauen und Kinder und vergingen sich an allen weiblichen Wesen.

Die damals in der Stadt lebenden Europäer und Amerikaner – zumeist Geschäftsleute und Diplomaten blieben zwar verschont, konnten das Grauen aber nicht länger mit ansehen. Sie errichteten auf eigene Gefahr und ohne das Wissen ihrer Regierungen Schutzzonen, in denen die einheimische Bevölkerung vor dem Terror der Japaner sicher war, organisieren Hilfsmittel, Medikamente und Nahrung, bis endlich auch die Weltöffentlichkeit eingriff.

Einigen von ihnen – unter anderem dem Nazi John Rabe – wurde das bei ihrer Rückkehr in die Heimat nicht besonders gedankt. Doch die Bewohner von Nanking erinnerten sich an die Menschen, die ihnen neue Hoffnung und Linderung von dem Leid gegeben hatten und vergaßen nicht sofort wieder.

 

Die Dokumentation erzählt in einer Mischung aus Dokumentaraufnahmen, Interviews mit Überlebenden des Massakers und Spielszenen, was damals geschah. Gerade diese zeigen, wie nach dem Bombenterror das Grauen folgte, das die westlichen Gäste nicht mehr länger kalt ließ.

Nur wenige verschlossen sich dem, was sie mit ansehen mussten, und wie sie persönlich die Rettung der Bevölkerung in Angriff nahmen. Darunter waren Diplomaten, die ihre Regierung nicht informierten, was sie taten, Geschäftsleute wie John Rabe, die auf die Ressourcen ihrer Firma zurück griffen, Missionare, Ärzte und Krankenschwestern, ja sogar Privatleute. Man erfährt, wie unwichtig es ihnen es im Angesicht des Leids war, ob sie selbst Ärger und Strafe zu erwarten hatten, weil sie damit die diplomatischen Beziehungen ihrer Länder mit Japan unterliefen.

Einheimische berichten von dem Leid, das ihnen und ihren Familien wiederfuhr, den Narben die das schlug und die Hoffnung, die die unerwartete Hilfe ihnen gab.

Das alles ist unspektakulär aber bewegend in Szene gesetzt. Die Bilder und rekonstruierten Szenen sprechen für sich und machen deutlich, dass es überall Menschen gibt, die nicht aufgepfropften sondern ihrem eigenen Moralempfinden folgen und ein Zeichen setzen, das auch heute unvergessen bleiben sollte.

Alles in allem darf man natürlich keine Action erwarten, dennoch ist die Dokumentation an einigen Stellen etwas zu sehr in die Länge gezogen. Dennoch bleibt man nachdenklich genug zurück, um die Sendung nach dem Anschauen nicht einfach beiseite zu schieben, da die Bilder durchaus genug zeigen.

 

 

Fazit:

Das macht „Nanking“ zu einem zwar nicht immer interessant umgesetzten aber doch bewegenden Zeitdokument, in dem gezeigt wird, wie Menschen auch in Angesicht einer grausamen Bedrohung den Mut finden, etwas dagegen zu unternehmen.

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 202302051747398011ae86
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DVD:

Nanking

USA 2007

Nanking

Regisseur: Bill Guttentag

Buch: Bill Guttentag, Dan Sturman, Elizabeth Bentley

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: Deutsch

Bildseitenformat: 16: 9

Umfang: 1

FSK: 12

WVG Medien, 25. September 2009

Spieldauer: 87 Minuten

 

ASIN: B002I1XG96

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Darsteller:

Woody Harrelson

Muriel Hemmingway

Stephen Dorff

Rosalind Chao

 


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Erstellt: 09.11.2009, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01