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Need For Speed Underground 2 - Platinum Edition (PS2)

Rezension von Björn Backes

 

Es gab mal Zeiten, in denen galt die „Need For Speed“-Serie zu den stärksten und vielseitigsten Rennprogrammen im gesamten Videospielbereich – und das ist eigentlich noch gar nicht so lange her. Doch seit dem Release des noch einigermaßen anständigen „Carbon“-Kapitels ging es mit der renommierten Reihe ständig bergab. „Pro Street“ und zuletzt „Undercover“ wirtschafteten das System kontinuierlich herunter und zeigten sich mit den Möglichkeiten der NextGen-Hardware absolut überfordert. Wie gravierend dieser Absturz jedoch tatsächlich ist, erfährt man wohl nur im direkten Vergleich, der sich nun mit der Wiederveröffentlichung des zweiten Parts von „Underground“ bietet. Die Platinum-Variante offenbart nämlich noch einmal ganz deutlich, für welche Qualitäten das Siegel „Need For Speed“ vor nicht allzu langer Zeit noch stehen durfte.

 

 

Inhalt:

Bereits der direkte Vorgänger galt seinerzeit als kleine Palastrevolution im Konsolen-Rennsport. Die Regeln des konventionellen Sports wurden gebrochen, der Begriff Schadensmodell zum ersten Mal auch praktikabel ausgeschmückt, und durch die insgesamt vier völlig eigenständigen Renntypen, war auch für ordentlich Protzerei im Bereich der Vielseitigkeit gesorgt. Mit der Veröffentlichung von „Need For Speed Underground 2“ konnten die Entwickler sogar noch einen draufsetzen. Drei neue Rennvarianten, ein überholter Fuhrpark und ein rundum modifiziertes Setting wurden als konsequente Erweiterung angenommen – und auch mit großen Freuden empfangen!

 

Dieses Mal agiert man in der fiktiven Stadt Bayview, in deren stillen Gassen sich zahlreiche Rundkurse und Sprint-Gelegenheiten bieten. Zunächst mit ganz leichten, weniger PS-starken Karossen, später mit den heißen Lizenzmodellen, von denen es genau 29 Fahrzeuge gibt, arbeitet man sich in der Szene der Stadt langsam vorwärts, erwirtschaftet Preisgelder, nutzt die nächsten Tuning-Möglichkeiten und rüstet seine Garage mächtig auf. Die Möglichkeiten hier sind schwindelerregend und sagen selbst dem spieltechnisch nur geringfügig vergleichbarem „Gran Turismo“ den Kampf an. Hobbybastler kommen jedenfalls auch abseits der Strecken voll und ganz auf ihre Kosten.

Derweil hat man das Arcade-Feeling deutlich herunterschrauben können und den Einfluss auf das Car-Tuning erheblich vergrößert. Im Vergleich zum ersten „Underground“-Kapitel erscheint das Ganze noch realistischer und irgendwie auch purer –ein Gefühl, das man seither auch schmerzlich vermisst, und welches womöglich in keinem anderen Teil der Serie so ausgeprägt ist, wie in diesem. Dennoch: Arcade-Sportler kommen trotzdem auf ihre Kosten. Der Drift-Modus ist geblieben, das Drag-System hat man auch nicht wieder über Bord geschmissen, und mit der Street-X-Challenge hat man sogar noch einmal aufgestockt und ein noch extremeres Drift-System integriert. Nur wer absolut kompromisslos vorgeht und mit Regelverstößen weniger Probleme hat, hat hier eine Chance – aber gleichzeitig muss man sich auch darauf einstellen, ruckartig vom Kurs gedrängt zu werden, zumal die Strecken verhältnismäßig schmal sind.

Mit den Outrun-Rennen und den Wettbewerben der Underground Racing League gesellen sich zwei weitere Typen hinzu, die das Ganze nicht nur quantitativ an die Grenzen bringen. Vor allem die Outrun-Disziplin macht höllisch Spaß, da man vom klassischen Verfolgungsschema abweicht und hier einen Vorsprung herausarbeiten muss, um zu gewinnen. Diese Aufgabe wird von Mal zu Mal kniffliger, ist aber langfristig das wohl am meisten lohnenswerte Update in „Need For Speed Underground 2“.

Damit die Raserei sich auch einigermaßen strukturiert, arbeitet man sich auf der Karriereleiter langsam vorwärts und etabliert sich in den verschiedenen Stadtvierteln von Bayview. Nach erfolgreichen Rennen winken schließlich Sponsorenverträge, die den Tuning- und Investitionskreislauf weiter ankurbeln und die nächsten Türen öffnen. Bis man jedoch auch das letzte Fahrzeug freigeschaltet und erwirtschaftet hat, ist der Kilometerzähler bereits um einige tausend Meilen fortgelaufen – denn am Umfang mangelt es dem Spiel als solchem ebenso wenig wie den sieben untergeordneten Disziplinen.

 

 

Technik/Grafik:

Die Standards seit dem Originalrelease sind zwar mittlerweile wieder um einiges fortgeschritten, doch rein technisch ist „Need For Speed Underground 2“ auch heute noch ein nahezu einwandfreies Spiel, das sich durch ein sehr authentisches Fahrgefühl bei einem immerzu intuitiven, weitestgehend simplen Handling auszeichnet. Nicht ganz so doll ist hingegen die Grafik, die bei einer vergleichsweise niedrigen Framerate auch noch mit kurzzeitigen Einbrüchen zu kämpfen hat. Lediglich die Fahrzeuge untermauern den guten Standard. Was hingegen im Hintergrund passiert, könnte in den meisten Fällen noch großzügiger, vor allem aber spektakulärer eingefangen werden.

 

 

Spielspaß:

Wie bereits angeschnitten: „Underground 2“ ist die Krönung einer traditionsreichen Reihe und aufgrund der Optionsvielfalt und dem vielleicht besten Fahrgefühl unter dem Banner „Need For Speed“ ein Garant für unzählige vergnügte Stunden im Konsolen-Rennsport. Das hohe Maß an Abwechslung in der nicht immer linearen Navigation durch die fiktive Stadt mit all ihren Rennen und Wettbewerben überzeugt immer wieder und sorgt auch dafür, dass man nicht irgendwann das Gefühl bekommt, man müsse sich stur durch einen steifen Boliden-Karneval kämpfen. Und da man auch an Tuning-Optionen nicht gespart hat und im Background eine ganze Menge in Gang gesetzt werden kann, braucht man sich über den langfristigen Unterhaltungswert überhaupt nicht mehr zu sorgen – der ist nämlich definitiv gegeben!

 

 

Fazit:

Wer sich schon länger mit den heißen Flitzern auf den Konsolen beschäftigt, dürfte eigentlich nicht an „Need For Speed Underground 2“ vorbei gekommen sind. Sollte dies aber dennoch der Fall sein, ist die Platinum-Edition nun eine echte Pflichtveranstaltung, um den vielleicht letzten großen Titel einer langsam schwächelnden Reihe noch einmal gebührend zu würdigen.

 

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Eure Meinung:


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Need For Speed Underground 2 - Platinum Edition

System: Playstation 2

Publisher: Software Pyramide

USK-Einstufung: Freigegeben ab 6 Jahre gem. 14. JuSchG

ASIN: B001PS8ZXK

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 14.04.2009, zuletzt aktualisiert: 28.01.2015 19:21