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Obscuritas

Rezension von Cronn

 

Als sich die Tür hinter mir schließt, umfängt mich das Halbdunkel und die Stille des alten Herrenhauses. Sofort fühle ich mich ängstlich und hoffe instinktiv darauf, dass meine Sinne mich nicht verlassen und ich bald wieder dieses Anwesen werde verlassen können.

Mit mir führe ich eine Packung Streichhölzer, welche ich bei einem Kandelaber in der Halle verwende. Die Kerzen erhellen ein wenig die Dunkelheit und geben mir Hoffnung.

Die Abendsonne ist durch das verdreckte Oberlicht kaum zu sehen. In den vereinzelten Strahlen tanzen Staubflocken.

Ich gehe durch die erste Tür und stelle fest, dass dahinter ein Gang sich um die Ecke windet. Drei weitere Türen prangen dort. Die erste, die ich öffnen will, ist verschlossen. Ein Schlüssel fehlt. Das ist mein erstes Ziel.

Im zweiten Raum erschrecke ich, denn nach der Tür steige ich auf eine Mausefalle, die zuschnappt. Danach erkunde ich die Küche, finde Batterien für eine Taschenlampe, die ich aber noch nicht besitze. Ich verlasse den Raum wieder und wende ich nach rechts.

Dort sehe ich eine Gestalt. Sie sitzt auf einem Stuhl. Erschrocken zucke ich zurück. Als ich den Lichtstrahler anschalte, bemerke ich, dass es sich nur um eine Puppe handelt.

Puh, da bin ich aber froh!

Im nächsten Raum finde ich in einem Schreibtisch einen Schlüssel, mit dem ich die erste Tür aufsperren kann. Nun werde ich nach einer Möglichkeit suchen, die allgegenwärtige Dunkelheit zu vertreiben.

Eine Taschenlampe muss her!

Meine Suche im alten Herrenhaus geht weiter …

 

Rezension:

Obscuritas ist das neueste Werk der Macher von Pinewood Drive, dem deutschen Studio VIS Games. Als Publisher fungiert diesmal Ravenscourt. Das Spiel lässt sich allgemein als Adventure aus der Ego-Sicht beschreiben.

Doch wie gelungen ist das Spiel?

 

Hintergrund:

Als Erbin eines alten Anwesens macht sich der Spieler auf den Weg, um dieses zu erkunden. Teil des Testaments ist es, dass man sich mit dem Gebäude und seinen Geheimnissen vertraut mach. Nachdem sich die Tür hinter einem geschlossen hat, ist man allein mit der Finsternis.

Die Story des Spiels ist ordentlich, bietet aber nur wenig Raum für Innovationen. Sie wird auch nicht mit vielen Zwischensequenzen fortgesetzt. Hauptsächlich ist sie dazu da, dass die Grundmotivation für den Spieler verständlich wird und Raum gegeben wird für die Rätsel.

 

Gameplay:Bei »Obscuritas« ist man damit beschäftigt, durch das Herrenhaus und andere Gebiete (keine Spoiler!) zu laufen und in Egosicht nach Hilfen zu suchen, welche einem das Vorwärtskommen ermöglichen.

Die Adventure-Rätsel sind dabei zumeist nach dem Prinzip gestaltet, dass man Gegenstände aufnimmt und an anderer Stelle einsetzt. Auch Schalterrätsel existieren im weiteren Fortgang des Spiels. Nicht immer ist sofort ersichtlich, welche Gegenstände benutzbar sind, denn die rote Umrandung dieser Objekte verschwindet, sobald man zu nahe kommt. Das führt dazu, dass dies leicht übersehen werden kann. Auch sind die Rätselkombinationen nicht immer zwingend logisch. Dennoch motivieren sie im Lauf der Handlung, weiter voranzukommen.

Es ist auch schwierig manche Gegenstände zu erkennen, denn die Dunkelheit ist ein ernstzunehmender Gegner. Mit der Taschenlampe oder den Streichhölzern lässt sie sich aufhellen, aber selbst dann gibt es noch tiefe Schatten.

Die allgemeine Atmosphäre von »Obscuritas« ist gelungen. Wenn man durch die Dunkelheit schleicht und mit der Taschenlampe um die nächste Ecke lugt, fühlt man die Bedrohung in allen Sinnen. Dazu trägt auch die gelungene Sounduntermalung bei.

 

Grafik und Sound:

Die Grafikleistung der Engine der »Obscuritas«-Macher ist ordentlich. Die Texturen sind zwar nicht hoch aufgelöst, aber immerhin ansehnlich genug. Die Lichteffekte sind zu loben. Godrays und Schatten bevölkern die Szenerie. Auf diese Weise wird die Gruselatmosphäre kongenial unterstützt.

Dennoch gibt es einige Punkte, die den Spieler aus der Immersion reißen. Beispielsweise sind die Kollisionsabfrage und die Animationen mancher Objekte fragwürdig. So sieht man gleich zu Beginn Enten auf einem Fluss schwimmen, deren Oberkörper seltsam unbewegt sind und die sich beim Zusammenprall durchdringen, was ein merkwürdiger, unrealistischer Effekt ist.

Der Sound hingegen funktioniert wunderbar. Die Umgebungssounds sind spärlich gesetzt, aber stimmig. Die Musik ist zumeist ein Klangteppich, der den Hörsinn des Spielers ständig unter Strom setzt.

 

Fazit:

»Obscuritas« ist sicherlich ein Spiel, das für Adventure-Fans gedacht ist. Diese können damit glücklich werden, wenn sie das repetetive Gameplay in Sachen Missionsdesign aushalten und einige Grafikfehler verschmerzen können.

Dann ist »Obscuritas« eine interessante Adventurekost für Knobelfreunde.

 

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Eure Meinung:

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PC-Game:

Obscuritas

VIS Games / Ravenscourt, 18. März 2016

Plattform: Windows XP / Vista / 7

FSK: 12

 

ASIN B019I9THVQ

 

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 19.04.2016, zuletzt aktualisiert: 10.05.2019 10:50