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Operation Flashpoint: Dragon Rising (PC)

Rezension von Björn Backes

 

Es gibt Shooter und es gibt Shooter. Soll heißen: es gibt pures Geballer, kriegerische Scharmützel, Einzelkämpfer-Paradise und schließlich auch taktische Stafetten. In die letztgenannte Kategorie fällt seit dem Release des ersten Titels vor knapp zehn Jahren auch „Operation Flashpoint“. Nach einem längeren Streit um die Namensrechte und einer Aufteilung in Fortsetzung und „Armed Assault“-Ableger wurde die Serie jedoch langsam heruntergewirtschaftet. Mit „Dragon Rising“, dem aktuellen Titel, soll nun die Wende herbeigeführt werden. Und wenn man den Anspruch, die breite Spanne an Missionsabläufen und das Gameplay als solches in den Fokus nimmt, sollte dies auch wirklich gelingen.

 

 

Inhalt:

Basis des Spiels ist ein ziemlich ungewöhnliches Bündnis zwischen amerikanischen Soldaten und der russischen Regierung, die Unterstützung bei der Weltmacht ersucht, um den Konkurrenten China entscheidend zu schwächen. Das bevölkerungsstärkste Land hat vor der japanischen Küste eine Insel mit immensen Erdölvorkommen entdeckt und will sich dies nun einverleiben. Doch die Russen wollen dies nicht akzeptieren, so dass die vertragliche Übereinkunft nun in einer Truppenlandung in der Nähe Japans resultiert – und damit beginnt „Dragon Rising“.

Schon in der ersten Mission wird dabei deutlich, welche hohen Anforderungen an den Spieler gestellt werden. Es geht darum, die Ankunft der amerikanischen Truppen verdeckt zu organisieren. Damit dies gelingt, muss eine vorgelagerte Radarstelle ausgeschaltet werden, was sich aufgrund der vielen tückischen Hindernisse bereits als taktische Meisterleistung entpuppt, die nur mit viel Feingefühl und ein wenig Erfahrung im Shooter-Bereich erfolgreich abgeschlossen werden kann. Dementsprechend empfiehlt es sich absolut, das Spiel zunächst in der geringsten Schwierigkeitsstufe zu durchlaufen, da man zusätzliche Checkpoints erhält, optische Orientierungshilfen zur Seite gestellt bekommt und auch beim Umgang mit den Waffen etwas mehr Unterstützung erwarten darf. Doch die neue Ausgabe von „Operation Flashpoint“ bleibt hart und fordernd. Dies ergibt sich zum einen aus der recht stark eingestellten KI, andererseits aber auch aus dem Zeitlimit, welches einigen Kampagnen zugrunde liegt. Außerdem ist die Armada der asiatischen Feinde nicht nur geübt, sondern äußerst zahlreich in ihrem Auftreten. Manchmal weiß man gar nicht, in welche Richtung man zuerst zielen soll, da das breite Arsenal von allen Seiten auf die vertrauten Soldaten einprasselt.

Das Open-World-Szenario ist somit voller Überraschungen, bedingt einerseits durch die landschaftliche Vielfalt der Insel, andererseits aber auch wegen der unzähligen Hinterhalte, in die man spielerisch hineinstürzt. Außerdem scheint jede vorgegebene Aufgabe durch die Bank strategisch aufgebaut zu sein. Die elf Missionen wimmeln vor Taktik-Plänkeleien und Passagen, bei denen man sich leicht den Kopf zermartern kann, sind deswegen aber nicht minder actionreich. Im Gegenteil; da man seine Kollegen zwar in den Teamaufgaben immer wieder anleiten kann, aber weitaus weniger delegieren darf, als es in diesem Genre Standard ist, ist man oftmals auf sich alleine gestellt und kann sich selbst an den Nebenschauplätzen nicht permanent auf die Unterstützung seiner Kameraden stützen. Letztere sind überdies auch nicht die cleversten Vertreter ihrer Art und bescheren einem immer wieder Schwierigkeiten, wenn es darum geht, den Kopf gemeinsam aus der Schlinge zu ziehen.

Der hohe Anspruch ist demnach auch der einzige große Stolperstein, den man bei „Dragon Rising“ überwinden muss. Inhaltlich ist die Sache abwechslungsreich genug, das Gameplay indes ist im Bereich der Referenz, nicht zuletzt aufgrund der sehr authentischen Präsentation. Und da die Story auch ziemlich amtlich ist, ist der Rahmen zur neuen „Operation Flashpoint“-Ausgabe völlig überzeugend!

 

 

Technik/Grafik:

Wie bereits angesprochen: Die Präsentation ist sehr, sehr realistischen, die Atmosphäre dicht und intensiv. Dies hat man in erster Linie der brillanten grafischen Aufarbeitung zu verdanken, die auch den neuesten „Call Of Duty“- und „Battlefield“-Titeln problemlos den Kampf ansagen kann.

Im technischen Bereich ist der Beifall ebenfalls verdient. Die Flugbahnen der Projektile sind millimetergenau eingestellt, das Feeling entsprechend grandios, zumal selbst die Querschläger eine authentische Kurve nehmen. Nicht so gut gelungen ist hingegen die Integration der Action in den Kriegsfahrzeugen. Die Steuerung ist hier bei weitem nicht so gut wie bei der Infanterie. Ansonsten ist das Handling aber eine weitere Stärke, die im Easy-Mode schließlich noch durch die einzelnen Spielhilfen erweitert wird.

 

 

Spielspaß:

Die Weitläufigkeit des Geländes ist in „Operatin Flashpoint: Dragon Rising“ Fluch und Segen zugleich. Man kann einerseits in enorme Tiefen vordringen und braucht schier dutzende Stunden, um alle Winkel der riesigen Insel erkundet zu haben, wird dann aber auf der anderen Seite feststellen, dass sich die Hauptszenarien auf einige bestimmte Abschnitte beschränken und der Rest nur dem persönlichen Explorationsdrang vorbehalten ist. Eine bessere, vielleicht auch lebendigere Verteilung wäre hier sicherlich von Vorteil gewesen.

Dennoch: Taktikfüchse werden voll und ganz auf ihre Kosten kommen, da die Challenges selbst im niedrigsten Schwierigkeitsgrad ziemlich anspruchsvoll sind und man schon eine Menge Finesse mitbringen muss, um in diesem Kriegsspektakel zu bestehen und nicht vor den eigenen Kameraden das Gesicht zu verlieren. Man wird schon etliche Stunden damit zubringen müssen, die elf Missionen erfolgreich durchzuspielen, geschweige denn im Profi-Modus überhaupt ein Bein an die Erde zu bekommen. Und das zeichnet „Dragon Rising“ auch im Vergleich zur immer wieder gerne zitierten „Call Of Duty“-Reihe aus. Diese hat zwar den Namen und zweifelsohne auch die Klasse, aber sicherlich nicht diese enorm hoch angesiedelte, dauerhafte Herausforderung!

 

 

Fazit:

Mit „Operation Flashpoint“ erscheint dieser Tage ein War-Shooter, der es auf all diejenigen abgesehen hat, für die eine virtuelle Kriegssimulation nicht authentisch und knifflig genug sein kann. Die packende Inszenierung tut ihr übriges dazu, dass man die Serie nunmehr endlich als gerettet bezeichnen kann.

 

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MEDIUM:

Operation Flashpoint: Dragon Rising

System: PC

Publisher: Codemasters

USK-Einstufung: Freigegeben ab 16 Jahren gem. 14. JuSchG

ASIN: B001T0HGMK

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 12.01.2010, zuletzt aktualisiert: 10.05.2019 10:50