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Orks: Die komplette Saga von Michael Peinkofe

Rezension von Ingo Gatzer


 

Rezension:

Es gab Zeiten, da war die Fantasy - nicht zuletzt durch den Einfluss von Tolkiens Opus magnum „Der Herr der Ringe“ - fein säuberlich in Schwarz und Weiß unterteilt. Da gab es die guten Rassen, etwa die feinsinnigen Elfen, die immer wieder das Böse aufhalten mussten, das sich bevorzugt finsterer Kreaturen wie den tumben Orks bediente. Doch in den letzten Jahren verlässt die Fantasy die ausgetretenen Pfade und macht die Feindbilder früherer Zeit zu Helden. Ein Beispiel dafür ist „Orks: Die komplette Saga“ von Michael Peinkofer. Das fast 1600 Seiten umfassende Werk enthält die bereits vor einigen Jahren erschienen Romane „Die Rückkehr der Orks“, „Der Schwur der Orks“ und „Das Gesetz der Orks“. Handlungsschauplatz ist die aus anderen Fantasy-Werken von Michael Peinkofer bekannte Erdwelt.

 

Eigentlich wollen die beiden Orkbrüder Balbok und Rammar nur das verschwundene Haupt ihres Häuptlings wiedererlangen, um von ihrem Stamm wieder in Ehren aufgenommen zu werden. Doch das rückt ein geheimnisvoller Zauberer nur heraus, wenn die beiden Orks für ihn eine Karte aus einem Elfentempel stehlen. Doch das erweist sich komplexer als gedacht. Bald sind Balkok und Rammar dabei, wider Willen für das Gute zu kämpfen und die Welt zu retten. – ein Szenario, das sich wiederholen wird.

 

Michael Peinkofers Saga lebt vor allem von den Anti-Helden - dem fetten Rammar und seinem etwas naiven Bruder Brabok. In ihren besten Szenen wirken die beiden Orks wie eine derbe Version des legendären Komikerduos Stan Laurel und Oliver Hardy. Sie streiten, prügeln und beleidigen sich, raufen sich aber immer wieder zusammen. Weitere komische Elemente entstehen durch den Kontrast der eigenwilligen Orkmoral mit den dazu überhaupt nicht kompatiblen Wertevorstellungen von Menschen oder Elfen.

 

Gerade der erste Band bietet zudem einen fesselnden Showdown. Dieser ist spannend geraten und liest sich angenehm kurzweilig. Im zweiten Buch gefällt vor allem die Gestaltung der finsteren Stadt Kal Anar, während der abschließende Roman einige Überraschungen zu bieten hat.

 

Ein weiterer Pluspunkt ist der schön gestaltete Anhang. Hier findet sich nicht nur ein Rezept für die orkische Spezialität Bru-Mill. Das Appenix enthält auch Ausführungen über die orkische Sprache, nebst einer langen Liste von orkischen Wörtern. Diese sind nämlich immer wieder in den Roman eingeflochten, was authentischer wirkt.

 

Leider ist die Handlung der einzelnen Bücher insgesamt etwas schematisch und wenig abwechslungsreich geraten. Immer wieder müssen die Orkbrüder - manchmal mit einigen Gefährten an ihrer Seite - gegen verschiedene Monster und Kreaturen kämpfen, wobei die Chancen stets gegen sie stehen. Natürlich obsiegen sie aber am Ende doch. Dann geraten sie zudem regelmäßig in Gefangenschaft – natürlich nicht für lange Zeit. Insgesamt sind viele der verwendeten Motive Genrekennern nur allzu bekannt, etwa die unvermeidlichen Gespräche zwischen Held(en) und Schurke(n) vor der finalen Auseinandersetzung, die hier zudem recht langatmig gestaltet sind.

 

An einigen Stellen – etwa bei den Kämpfen - mangelt es zudem immer wieder an innerfiktionaler Plausibilität. Der Leser fragt sich unweigerlich, warum solche Kampfmaschinen wie die Orks – trotz aller Undiszipliniertheiten - nicht längst Erdwelt beherrschen. So ist ihnen weder eine Übermacht an Elite-Elfenkriegern gewachsen – die sie wie in einem schlechten Actionfilm einer nach dem anderen attackieren – noch angeblich so gefährliche Eisbarbaren auf deren eigenem Terrain. Da hilft es den wilden Barbaren nicht einmal, dass sich die Orks nach dem stundenlangen Aufenthalt in engen Kisten gar nicht richtig bewegen können.

 

Fazit:

 

„Orks: Die komplette Saga“ bietet vor allem wegen der beiden komischen Anti-Helden einige vergnügliche Lesestunden, auch wenn es an einigen Stellen an Plausibilität und – besonders bei Gesamtbetrachtung aller Romane - etwas an Abwechslung mangelt.

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Buch:

Orks: Die komplette Saga

Autor: Michael Peinkofer

Erscheinungsdatum: September 2011

Piper - Taschenbuch - 1592 Seiten

ISBN-10: 3492702392

ISBN-13: 978-3492702393

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 02.05.2012, zuletzt aktualisiert: 09.11.2018 09:17