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Orphan Black Staffel 3

Rezension von Christel Scheja

 

Normalerweise haben Serien, die nicht in Amerika oder Großbritannien entstanden sind, kaum eine Chance international so bekannt und beliebt zu werden, dass sie nicht nur von den Kritikern gelobt und mit Preisen ausgezeichnet werden, sondern das Publikum weltweit nach weiteren Staffeln verlangt. „Orphan Black“ ist eine der seltenen Ausnahmen, eine kanadische Mystery-Serie, der es gelungen ist, viele Zuschauer in den Bann zu schlagen, auch wenn die Story nicht leicht zu verdauen ist und viel Aufmerksamkeit fordert.

 

Sarah Manning weiß jetzt, dass Teile ihres Lebens von einer Lüge überschattet wurden. Denn eigentlich ist sie kein Mensch, sondern wie die Frauen mit ihrem Gesicht – ein Klon und Teil eines streng geheimen Projektes des zwielichtigen Dyad-Institutes. Inzwischen hat sie sich mit einigen von ihnen zusammengetan – nicht nur um andere „Schwestern“ zu retten, sondern auch um herauszufinden, wer schon so viele von ihnen warum umgebracht hat und das „Original“ oder wenigstens dessen Verwandte aufzuspüren.

Es hat zwar viel Kraft und auch einige Leben gekostet, aber nun haben sie einen größeren Überblick über das, was ihnen angetan wurde. Und sie sind nicht allein, denn es existiert auch noch das „Projekt Castor“. Unter der Leitung der skrupellosen Dr. Coady werden – getarnt als militärisches Geheimprojekt – hochqualifizierte männliche Klone hergestellt, die perfekt zu sein scheinen.

Schon beim ersten Kontakt mit ihren männlichen Pendants müssen die Frauen feststellen, dass einige von ihnen außergewöhnliche Fähigkeiten besitzen und kaum zu stoppen sind. Vor allem haben sie es auf die Klonschwestern abgesehen.

Die Lage spitzt sich zu und verlangt mehr denn je die Kraft und Aufmerksamkeit der Heldinnen, denn sie bekommen es mit gefährlichen Soldaten und Killern zu tun, deren Agenda nicht wirklich einzuschätzen ist, bis man die entscheidenden Hinweise erhält.

Besonders für Sarah wird es persönlich, scheinen gewisse Kreise doch ein ganz bestimmtes Interesse an ihr und ihrer Tochter zu haben. Und genau das bringt sie dazu, sich ihre Vergangenheit noch genauer anzusehen und damit die Geheimnisse ihrer Pflegemutter aufzudecken.

Und dann ist da auch noch Helena, die nach den letzten Machenschaften der Feinde noch unberechenbarer wurde als sie schon ist.

 

In dieser dritten Staffel sorgt eine Wendung gleich am Anfang dafür, dass die Klonschwestern in ihrem Kampf gegen das Dyad-Institut zurückgeworfen werden, denn diese fahren nun mit etwas auf, mit dem sie ganz und gar nicht gerechnet haben – Elitekämpfern und -killern, Männern, denen man scheinbar die „Schwächen“ der weiblichen Klone ausgetrieben hat.

Doch das täuscht – finden doch einige der Frauen schon bald heraus, warum man es jetzt wieder vermehrt auf sie abgesehen hat, und warum man einige von ihnen um jeden Preis in die Hände bekommen will.

Gekämpft wird mit harten Bandagen. Das bekommt vor allem Sarah zu spüren, die zwischen ihrer alten und neuen Identität hin und her wechselt, um herauszufinden, wie lange sie eigentlich schon in „Projekt Leda“ steckt und was ihre Pflegemutter mit der ganzen Sache zu tun hatte. Auch Helena muss einiges erdulden – die in Russland ausgebildete Killerin ist aggressiver denn je, nachdem man sie einmal mehr für einen Zweck missbraucht hat, der ihr gar nicht passt.

Immerhin kommen die Heldinnen nun auch weiter, erfahren mehr über die Hintergründe der beiden Projekte und spüren die Figur auf, die zentral dahinter zu stecken scheint. Das beantwortet ein paar Fragen, wirft aber auch wieder neue auf.

Da neben den männlichen Klonen auch wieder neue weibliche ins Spiel kommen ist auch Tatjana Maslani gefragt, weitere Persönlichkeiten zu gestalten und sich dabei nicht zu wiederholen. Sie ist und bleibt die zentrale Schauspielerin der Serie, an die auch das männliche Gegenstück nicht heran kommt.

Die Handlung selbst bietet wieder einiges an Überraschungen und Wendungen, die natürlich die Geschichte selbst immer undurchschaubarer machen. Langweilig wird es dabei nicht, zumal die wenigen hellen Momente in der Serie gelegentlich amüsante Seitenhiebe auf den „American Way of Life“ bieten und so zum Schmunzeln animieren.

Bild und Ton sind auf der Höhe der Zeit, auch die wenigen Spezialeffekte können sich sehen lassen, obwohl der Schwerpunkt der Serie natürlich in erster Linie auf der Interaktion zwischen den Figuren liegt. An Extras gibt es einen Rückblick auf die vorhergehenden Staffeln und natürlich auch ein Making-of.

 

 

Fazit:

 

Wer schon die beiden ersten Staffeln von „Orphan Black“ mochte, wird sicherlich nicht an der dritten vorbei gehen wollen. Wieder sorgen facettenreiche und schwer einzuschätzende Figuren und überraschende Wendungen in der Handlung, dass man nicht weiß, was als nächstes passiert. Auch der Hintergrund wird nun erweitert, werden doch nun weitere Facetten der Projekte „Leda“ und „Castor“ enthüllt, die dem Hintergrund mehr Komplexität verleihen und damit der Mystery und Science Fiction auf sehr glaubwürdige Art und Weise Gewicht verleihen.

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Eure Meinung:

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DVD:

Orphan Black Staffel 3

Regisseur: John Fawcett

Format: Dolby, PAL, RC 2

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Umfang: 3 DVDs

FSK: 16

Polyband/WVG, 18. März 2016

Produktionsjahr: 2015

Spieldauer: 430 Minuten

 

ASIN: B017YDJHO0

 

Erhältlich bei: Amazon

Darsteller:

  • Tatiana Maslany
  • Kevin Hanchard
  • Jordan Gavaris
  • Dylan Bruce
  • Evelyne Brochu
  • Kristian Bruun
  • Ari Millen

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Erstellt: 10.04.2016, zuletzt aktualisiert: 22.11.2019 07:56