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Outcast – Second Contact

Rezension von

 

Ich laufe durch die grün bewachsene, hügelige Landschaft. Hinter mir befindet sich das Dorf auf Adelpha, dem merkwürdigen Planeten in der fremden Dimension, wo ich mich auf der Suche nach den Mons-Artefakten befinde.

Plötzlich tauchen neben einem Gehege von seltsamen Tieren, hinter einem Strohballen, mehrere dieser Fremdwesen auf. Ahnungslos wie ich bin, laufe ich mitten hinein in den Haufen. Sofort beginnen sie das Feuer auf mich zu eröffnen.

In wenigen Momenten bin ich erledigt.

Doch halt!

Einen Ladebildschirm später bin ich wieder da – und bereit! Ich stürze mich erneut in den Kampf mit den Fremden. Diesmal halte ich etwas länger durch. Aber das Zielen fühlt sich irgendwie schwierig an.

Doch da sehe ich hinter den Fremden ein Dimensionstor ähnlich wie bei Stargate. Es flimmert in seinem Inneren bläulich. Dort muss ich unbedingt hin! Also strenge ich mich mehr an, um die Feinde zu besiegen.

Schließlich muss ich nicht nur Adelpha retten, sondern auch … die Erde!

 

Outcast – Second Contact ist ein Spiel, das von Appeal entwickelt wurde. Hierzulande hat sich BigBen die Vertriebsrechte gesichert. Manchem älteren Spieler wird das Game vom Namen her bekannt vorkommen, und das zurecht. Dazu später mehr.

 

Hintergrund:

»Outcast – Second Contact« ist die Neuauflage des Spiels Outcast von 1999. Es wurde ebenfalls von Appeal entwickelt, aber von Infogrames herausgegeben. Das Spiel hat sich damals einen Namen gemacht, indem es die neuartige Voxel-Technologie für sich nutzte, die vorher lediglich in dem Hubschrauber-Action-Simulationsgame Comanche eingesetzt worden war. In Kombination mit Polygon-Figuren entstand eine reizvolle Mischung.

»Outcast – Second Contact« hat das anders umgesetzt, dazu ebenfalls später mehr.

 

Zur Hintergrundgeschichte: Der Ex-Söldner Cutter Slade wird angeheuert, um die Folgen eines misslungenen Experiments auszubügeln. Die Militärs haben durch ein Dimensionstor eine Sonde hindurchgejagt, die nun auf der anderen Seite droht zu explodieren und damit auch die Erde zu vernichten. Cutter Slade soll nun mehrere Wissenschaftler dorthin begleiten. Dabei geht gründlich alles schief und Cutter wacht allein in Adelpha auf. Dort ist ebenfalls einiges in Schieflage. Die Einwohner der Fremdwelt werden von einem Tyrannen unterdrückt. Um ihn zu stürzen benötigen sie bestimmte Artefakte, die über die Spielwelt verstreut sind. Slade wird von den Aliens als Prophet und Erlöser angesehen, der die Artefakte bergen soll. Im Gegenzug helfen sie ihm dabei, die anderen Wissenschaftler und die Sonde zu finden.

Die Story ist zwar etwas hanebüchen, aber dennoch reizvoll. Dieser Reiz geht vor allem von Adelpha und seinen Bewohnern aus.

 

Gameplay:

»Outcast – Second Contact« will ein Erkundungsspiel sein. Das gelingt aber nur teilweise. Im Original erfuhr man nach und nach die Bedeutung der fremden Begriffe. Nun wird das in den Subtiteln übersetzt. Andererseits funktioniert das Erkunden in der Welt selbst auf hervorragende Weise. Man wird nicht mit sinnlosen Fleiß-Sammelaufgaben belästigt, sondern in Quests geworfen, die im Spielkontext sinnvoll sind.

 

Probleme macht hierbei die hakelige Steuerung. Die Ego-Ansicht gibt es nicht mehr, die Kamera klebt genreüblich hinter der Figur. Bei den Kämpfen schwenkt sie näher an Cutter Slade heran, was das Zielen erleichtert, die Übersicht etwas trübt. Problematisch ist, dass das Zielen sich ungenau anfühlt. Die Kämpfe sind hektischer als im Original, und das führt dazu, dass man schnell mal ins Gras beißt.

 

Neue Animationen sind dazugekommen und sinnvoll, wie die Ausweich-Hechtrolle oder das Sprinten. Leider ist das Ausweichen nicht so einfach zu bewerkstelligen. Im Eifer des Gefechts kann man die Rolle nur umständlich auslösen.

 

Spaß macht es die interessanten Landschaften zu durchstromern. Ohne Hektik, ohne merkwürdige Sammelwahn-Quests. Sammeln kann man zwar auch, aber für das Crafting-System, das implementiert wurde.

 

Grafik und Sound:

Die Grafik nutzt diesmal nicht das Voxel-System, sondern nutzt eine vollständige Polygon-Grafikengine: Die Unreal-4-Engine.

Dementsprechend gut sieht die Umgebung aus. Die Personenanimationen sind nicht alle gelungen. Während Cutter Slade noch annehmbar agiert, wirken die Adelpha-Aliens oftmals wie Puppen.

 

Der Sound geht in Ordnung, wobei die Dudel-Musik sehr schnell nervt. Die Kampf-Geräusche wirken manchmal übertrieben martialisch, so klingen die Feuerschüsse der Laserpistolen wie das Rauschen eines vorüberrasenden Zuges, was zwar dem Original entspricht, aber irgendwie schon damals falsch wirkte und jetzt auch noch.

 

Fazit:

»Outcast – Second Contact« ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite gefallen die Grafik und die Spielwelt. Auf der anderen Seite nerven die hakelige Kampfsteuerung und auch die ein oder andere Designentscheidung.

Mal sehen, was die nächsten Patches bringen. Momentan ist die Neuauflage vor allem beinharten Fans des Originals zu empfehlen.

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PC-Game:

Outcast – Second Contact

Appeal / BigBen, 24. November 2017

Bildschirmtexte: Deutsch

Anleitung: Deutsch

USK: 16

Plattform : Windows XP, Windows Vista, Windows 7

 

ASIN: B074D11MY8

 

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 03.12.2017, zuletzt aktualisiert: 11.12.2017 19:47