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Overlord – Dark Legend (Wii)

Rezension von Cronn

 

Rezension:

Was hätte das für ein schöner Morgen werden können, gäbe es nicht diese verfluchten Halblinge!

Nach dem Aufstehen begrüßte mich mein Diener, wollte mich aber zum Schrubben abholen. Nee, danke – nix für mich! Ich bin sofort abgedüst in Richtung Küche. Erstmal was zwischen die Kiefer zu kriegen ist für einen sechzehnjährigen Nachwuchs-Lord eigentlich das Wichtigste am Morgen.

Auf dem Weg dorthin traf ich meine „Geschwister“. Die fiese Kriegerin Gerda und den bösen Giselher. Mann, wie ich die beiden Typen verabscheue! Haben mich glatt allein gelassen, und das, obgleich mein Vater mich in ihrer Obhut belassen hatte. Naja, war ja klar.

Doch der Koch hat mich dann wieder aufgemuntert: ein Geschenk war vor einiger Zeit abgeliefert worden, dass ich zu meinem sechzehnten Geburtstag erhalten solle. Mann, das ist ja spannend! Was ist drin?

Ein Handschuh aus Eisen.

Er fühlt sich merkwürdig an, ganz so, als ob noch etwas fehlt...

Hey, vielleicht passt der in die Vertiefung in der Geheimtür oben auf der Balustrade?

Gesagt – getan. Sesam öffne dich! Funktioniert!

Dahinter ein Gang in einen Thronsaal und eine Stimme aus einem Sarkophag oder einer Eisernen Jungfrau, ist nicht ganz klar. Plötzlich springt das Ding auf und ein kleiner Wicht mit Gremlinvisage stolpert heraus. Ein Scherge! Cool!

Bald erhalte ich von ihm, der sich Gnarl nennt, erste Lektionen, was es heißt ein Overlord zu sein. Und die ersten Schergen bekomme ich ebenfalls.

Da erreicht mich ein Hilferuf aus der Küche – die Halblinge greifen an. Sofort mache ich mich mit meinen Schergen im Schlepptau auf den Weg. In der Küche lasse ich die Schergen auf die Halblinge los, die den Koch bedrohen.

Anschließend verfolge ich sie im ganzen Schloss bis hinaus in den Hof. Sie haben sogar das Schloss in Brand gesteckt! Ich muss einen Weg finden, meine Schergen zu benutzen, um das Feuer zu löschen. Doch dazu brauche ich eine andere Schergenrasse.

Mein Weg führt hinaus in das Fantasyreich Grüntal...

 

Ungefähr so spielt sich Overlord – Dark Legend, ein neuer Action-Strategie-Mix, der für Nintendos Erfolgskonsole Wii erschienen ist.

 

Verantwortlich dafür zeichnet sich das Climax Studio als Entwickler und Codemasters als Publisher. Nintendos Wii ist ja als „Fuchtelkonsole“ verschrien, da ein Übermaß an Casual-Games in den letzten Jahren den Markt für die Wii überschwemmt hat. Dieses Urteil gilt es zu revidieren, zumindest teilweise. Ist „Overlord – Dark Legend“ ein gelungenes Beispiel hierfür?

 

Hintergrund:

„Overlord – Dark Legend“ basiert auf dem Franchise „Overlord“. Der erste Teil ist im Jahr 2007 u.a. für den PC erschienen und begeisterte die PC-Spieler durch sein humorvolles Spieldesign, das mit einigen Innovationen aufwarten konnte.

Der Nachfolger „Overlord 2“ erscheint gleichzeitig für den PC und andere Konsolen. Für die Wii hingegen wurde das Overlord-Franchise mit dem vorliegenden „Overlord – Dark Legend“ zum ersten Mal umgesetzt. Und man hat dem Spiel gleich eine andere Hintergrundstory mitgegeben.

Man beginnt das Spiel als junger Nachwuchsherrscher, dessen Vater durch seine Frau betrogen wurde und das Land Grüntal, welches von Halblingen immer wieder geplündert wurde, auf der Suche nach Glück verlassen hat.

Der Nachwuchsherrscher blieb in der Obhut der gemeinen Geschwister Griselher und Gerda zurück. Nun liegt es am Spieler, sich gegen diese Geschwister zu behaupten und das Land von der Plage der Halblinge zu befreien.

„Overlord – Dark Legend“ spielt dabei gekonnt mit Märchen- und Fantasyklischees und macht sich einen Riesenspaß daraus, diese durch den Kakao zu ziehen.

 

Spielsteuerung:

„Overlord – Dark Legend“ ist auf der Wii mittels der Wii-Mote und dem Nunchuck spielbar. Gottlob hat man bei Climax Studios darauf verzichtet, aus dem Spielprinzip und der Steuerung ein Gefuchtel auf der Wii zu machen. Im Gegenteil. Die Bewegungssteuerung wird sparsam eingesetzt, und zwar nur da, wo es sinnvoll ist.

Die meiste Zeit lenkt man den Overlord mittels des Analog-Sticks auf dem Nunchuck. Im Laufe des Spiels erhält man verschiedene Arten von Schergen. Dies sind gremlinartige Wesen, die dem Spieler bedingungslos gehorchen und die man zum Erreichen seiner Zwecke einsetzen muss. Braune Kämpfer, rote Feuerschergen, blaue Heiler und grüne Giftschergen. All dies erhält man aber erst nach und nach, so dass man nicht mit den Möglichkeiten überfordert ist, die sich später bieten.

Mit den Schergen bekämpft man Gegner und bedient man Maschinen, räumt Hindernisse aus dem Weg, etc.pp. Dies geschieht einfach dadurch, dass man mit der Wii-Mote auf das zu behandelnde Spielelement zeigt und die B-Taste drückt. Auf diese Weise lassen sich die Schergen universell einsetzen.

Auch der Overlord kann kämpfen, was mittels des Nunchucks und dessen Z-Knopf geschieht. Hier kann der Spieler mittels einer Axt kräftige Hiebe austeilen.

Das Spiel gestaltet sich sehr unterschiedlich. Mal muss man Hindernisse aus dem Weg räumen, mal Halblinge in ihre Schranken weisen. Mal darf man auch einfach seinem Spaß an der Zerstörung frönen und ein Feld voller Kürbisse vernichten. Die Schergen haben ebenfalls sichtlich ihren Spaß an der Sache. Sie nehmen sich Kopfbedeckungen verschiedenster Art, u.a. halbzerstörte Kürbisse und ähnliches.

Wie man sieht, ist die Gewalt in „Overlord – Dark Legend“ keine tatsächliche, sondern comichaft übertrieben. Das gesamte Spiel nimmt sich und das Fantasy-Genre nicht ernst. Da werden am laufenden Band Halblinge verdroschen, die wie nahe Verwandte von Hobbits aussehen und anderes mehr. Auch die kleinen Aktionen der Schergen, die erneut sich selbst am eigenen Untergang erfreuen oder witzige Geschehnisse anstoßen, erfreuen den Spieler. „Overlord – Dark Legend“ ist an keiner Stelle bierernst sondern besitzt einen herzerfrischenden Witz. Dabei ist das Spielprinzip keinesfalls flach sondern besitzt taktische Tiefe. Wann und wie man welche Schergen einsetzt sollte gut überlegt sein.

 

Grafik und Sound:

In den Bereichen der Grafik und des Sounds setzt sich das positive Bild von „Overlord – Dark Legend“ fort. Die Grafik ist für Wii-Verhältnisse sehr detailliert und farbenreich, erstaunt durch die Vielfalt an Effekten und behält dabei dennoch ein ausgewogenes Maß bei, so dass man als Spieler sich nie satt sieht, sondern immer wieder mit neuen Gegenden, neuen Grafiken und liebevoll-humorigen Animationen positiv überrascht wird.

 

Beide Daumen hoch!

 

Im Soundbereich ist „Overlord – Dark Legend“ angenehm ruhig gestaltet. Die Musikunterstützung passt zum Spielgeschehen und ist sparsam eingesetzt. Die Umgebungsgeräusche hingegen hört man öfter und hier gefallen vor allem die tollen Synchronsprecher, vor allem die der Schergen, die sich herrlich devot gremlinhaft anhören.

 

Fazit:

„Overlord – Dark Legend“ ist ein Spiel für Nintendos Wii Konsole, das nichts für Casual-Gamer ist. Endlich werden wieder einmal die Hardcore-Gamer angesprochen, die tief in ein Spiel eintauchen möchten.

Dabei ist „Overlord – Dark Legend“ keinesfalls überkompliziert, bietet aber eine Vielzahl an strategischen Möglichkeiten und darüber hinaus eine Menge an Witz, was dazu führen wird, dass viele Spieler mit einem breiten Grinsen im Wohnzimmer vor dem Fernseher sitzen werden.

Es braucht noch mehr Spiele wie „Overlord – Dark Legend“ – den Namen Climax Studios sollte man sich merken! Codemasters hat mit dem Spiel ein heißes Eisen im Feuer.

Ein ganz heißes Eisen!

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Eure Meinung:


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Wii-Spiel:

Overlord – Dark Legend

Publisher : Codemasters

Entwickler : Climax

 

ASIN B001UN1988

 

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 06.07.2009, zuletzt aktualisiert: 06.02.2015 17:06