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Pakt des Blutes von Paul S. Kemp

Rezension von Christel Scheja

 

Paul S. Kemp ist ein amerikanischer Autor, der schon öfters auf den Bestsellerlisten der New York Times zu finden war und vor allem durch seine „Star Wars“ oder „Forgotten Realms“-Romane bekannt wurde. Er lebte heute mit seiner Familie in Michigan. „Pakt des Blutes“ ist der erste seiner freien Fantasy-Romane, der hier in Deutschland erscheinen und Auftakt einer ganzen Reihe von Geschichten um die Grabräuber Egil und Nix.

 

Der Magier Rakan Norristu hat ein Problem. Der Pakt mit den Dämonen, der ihm und seinen Nachfahren die überragende magische Macht sichert, muss erfüllt werden, aber ihm fehlt genau der Gegenstand, mit dem er die Wesen der Hölle heraufbeschwören kann. Seine Schwestern Rusilla und Merelda stehen bereit, er schottet sie schon seit langem von der Außenwelt ab, damit sie den Kreaturen der Unterwelt unbefleckt zur Verfügung stehen können.

Da er selbst keine Erfahrung mit der Grabräuberei hat, heuert er zwei Männer an, die im Ruf stehen, es zu können – Egil und Nix sind Abenteurer und Söldner, die sich mutig und tapfer auch in die dunkelsten Grüfte stürzen, um dort die lange verborgenen Schätze zu bergen. Durch ein gutes Angebot lassen sich auch die Beiden davon überzeugen, seinen Auftrag zu erfüllen.

Das ändert sich aber, als Egil und Nix auf der Reise zu den Grabmälern einer lange versunkenen Kultur herausfinden, was Rakan eigentlich mit den beiden hübschen jungen Frauen in seiner Begleitung plant. Und so beginnen sie abzuwägen, was ihnen wichtiger ist – ihre Ehre oder das Geld, das sie verdienen könnten.

 

Paul S. Kemp steht in der Tradition von Fritz Leiber und anderen klassischen Autoren, deren Helden keine aufrechten und untadeligen Bauernburschen und Ritter waren, sondern Schlitzohren, die Fünfe auch einmal gerade sein lassen. Denn Egil und Nix erinnern sehr stark an Fahfrd und den grauen Mausling, auch wenn sie keine der üblichen Diebe sind, sondern eher ein Priester auf Abwegen und ein gescheiterter Zauberlehrling, die sich mit Gaunereien und kleinen Aufträgen über Wasser halten.

Man merkt deutlich, dass der erste Band dazu dient, die Helden vorzustellen, ist den eigentlichen Ereignissen doch ein kleines Abenteuer vorangestellt, in dem sie sich in einer dunklen Gruft ebenfalls mit Dämonen herumschlagen müssen. Auch die Seite Rakan Norristus lernt der Leser erst einmal richtig kennen.

So schafft der Autor eine enge Bindung zu den Figuren, was darüber hinweg tröstet, dass die restliche Geschichten eher geradlinig und überschaubar ist. Immerhin ist die Handlung durch eine gewisse Leichtigkeit und einen guten Schuss Humor geprägt, so dass sie keine Längen besitzt. Glücklicherweise ist nicht jede Wendung vorhersehbar, so dass man auch als erfahrener Leser am Ende das Buch recht zufrieden beiseite legen kann.

Der Autor erfindet das Rad zwar nicht neu und bringt ebenfalls kaum innovative Ideen ein, aber das Abenteuer ist durchaus in sich stimmig und unterhaltsam genug, um während der Lektüre zu entspannen und zu unterhalten.

 

„Pakt des Blutes“ ist damit ein solides Fantasy-Abenteuer, das vor allem durch seinen leichtfüßigen Erzählstil und die sympathischen Figuren zu überzeugen vermag. Wer Geschichten mit schlitzohrigen Gaunern und nicht ganz so genretypischen bösen Magiern und Dämonen mag wird jedenfalls nicht enttäuscht werden, auch wenn die Parallelen zu Fritz Leibers klassischen Helden nicht zu übersehen sind.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Pakt des Blutes

Autor: Paul S. Kemp

Übersetzer: Michael Neuhaus

Bastei Verlag, erschienen Mai 2014

broschiert, 397 Seiten

ISBN-10: 3404207548

ISBN-13: 978-3404207541

Erhältlich bei: Amazon

Kindle Edition

ASIN: B00GXFRJ5U

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

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Erstellt: 25.01.2015, zuletzt aktualisiert: 05.10.2019 18:58