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Pitfall: Das große Abenteuer (Wii)

Rezension von Cronn

 

Ich reibe mir benommen den Kopf.

Der Absturz aus dem brennenden Flugzeug war wohl sogar für mich etwas zu heftig. Mein Name ist Harry, Pitfall Harry, um genau zu sein. Ah, mein Gehirn funktioniert also noch. Prima, dann nix wie ran an den Speck, etwas salopp formuliert. Nein, um Essen geht es nur im weitesten Sinn, besser gesagt: um das Gegessen-werden, denn hier im Dschungel soll es nur so vor Kannibalen, Krokodilen und anderem „Getier“ nur so wimmeln, das mit dem Buchstaben „K“ anfängt und menschenfresserisch eingestellt ist.

Also gut. Irgendwo im Dschungel muss der Rest der Forschertruppe stecken, die vor mir aus dem Flugzeug abgesprungen sind. Sie zu finden und zu retten, wenn möglich mit heiler Haut, das ist mein vorderstes Ziel.

Ich renne durch den Dschungel, suche einen Weg. Plötzlich muss ich an einer tiefen Schlucht anhalten. Zur anderen Seite führen große Plattformen, doch mit meinem Sprung kann ich sie leider nicht erreichen. Da muss ich zu anderen Mitteln greifen. Was bietet sich mir denn hier an...hm...

Da hängen Lianen über der Schlucht. Prima Sache, somit kann ich meine Chancen als nächster Tarzan-Ersatz ausprobieren!

Gesagt, getan. Schon bin ich an einer Liane, schwinge vor und zurück, lasse im richtigen Moment los – und lande direkt auf der Plattform.

Geschafft!

Noch eine Liane weiter. Dann ein beherzter Sprung und ich bin in Sicherheit auf der anderen Seite der Schlucht.

Dort wartet ein Affe, der mich nicht vorbei lassen will. Eine schnelle Drehung – und schon sieht er Sterne! Der Weg ist frei.

Aber was ist das? In einer Bergschlucht versperrt eine herabgegangene Lawine das Fortkommen. Ich brauche dringend eine Ladung Dynamit. Aber wo bekomme ich die her?

Ich muss wohl weitersuchen und meinen Weg zu Sprengstoff allein finden. Verdammt unübersichtlich in so einem Dschungel. Wieso haben die hier eigentlich keine Hinweisschilder aufgestellt?

Naja, egal.

Ich werde mal sehn, wie sich die Sachlage nach der nächsten Liane so darstellt. Frischen Mutes breche ich auf und greife beherzt in die Pflanze!

Auf geht’s!

 

 

„Pitfall: Das große Abenteuer“ heißt der neuste Streich für Nitendos Vorzeige Konsole, die Wii. Entwickelt wurde das Spiel von dem Entwicklerstudio „Edge of Reality“, das im Vertrag mit dem Publisher Activision steht.

Bereits vor Jahrzehnten hatte das Spiel „Pitfall“ auf den Konsolen von Atari Premiere, schaffte den Sprung zu den Heimcomputern a la Commodore C-64 und ist nun in der Moderne angelangt. Nach einer Gamecube-Variante erscheint nun das neueste Abenteuer von Pitfall Harry für die Wii.

 

Hintergrund:

Pitfall Harry ist in einem Flugzeug unterwegs. Mit dabei ist eine Forschertruppe, u.a. eine hübsche Forscherin und ein älterer Professor. Als gerade Harry ergebnislos mit der hübschen Dame flirtet, geschieht das tragische Unglück. Das Flugzeug wird von einem Blitz getroffen und eines der Triebwerke geht in Flammen auf.

Der Professor verteilt an alle Fallschirme, doch für Pitfall Harry bleibt keiner übrig.

So wird die Landung etwas arg heftig.

Doch er wäre nicht Pitfall Harry, wenn ihn das kaum stören würde. Er wacht mitten im Dschungel auf, schüttelt ein wenig benommen den Kopf – und ist dann sofort hellwach und fit für seinen Auftrag, die Forschertruppe zu finden.

Die Mission erscheint zunächst klar, später aber nimmt die Story an Fahrt auf und führt zu unerwarteten Momenten.

 

Spielsteuerung und Spielkonzept:

Pitfall Harry ist in der Moderne angekommen und so verwundert es durchaus nicht, dass man nicht mehr ein Jump-And-Run der alten Schule vorgesetzt bekommt, sondern ein Action-Spiel, das im dreidimensionalen Look erscheint. Doch viele Dinge bleiben beim Alten.

Harry läuft mitten durch einen animierten Phantasie-Dschungel, hüpft über sich auftuende Löcher und schwingt sich an Lianen über Abgründe. Auch die beliebten Alligatoren sind wieder mit von der Partie.

Alles in allem werden Pitfall-Veteranen viele der liebgewonnenen Spielmechaniken und Spielelemente auch in „Pitfall: Das große Abenteuer“ wiederfinden.

Neu ist, dass man sich bei einem Medizinmann für das Abenteuer ausrüsten kann. Hier erhält man gegen Bezahlung eine Feldflasche, Teile der Landkarte, etc. Als Bezahlung dienen Götzenbilder, die man im Laufe des Spiels findet.

„Pitfall: Das große Abenteuer“ erweist sich als sehr umfangreich und auch sehr abwechslungsreiches Action-Spiel für die ganze Familie. Mal muss man einen Fluss durchschwimmen, über Krokodile hüpfen, an Lianen schwingen, dann wieder über fressende Löcher springen, mal ist man in einem Floß unterwegs, dann wieder mit Fackel, und so weiter. „Pitfall: Das große Abenteuer“ ist tatsächlich groß im Umfang geworden.

Für die ganze Familie bedeutet, dass die Gewalt in „Pitfall: Das große Abenteuer“ comicartig und keinesfalls brutal ist. Aus dem Maul eines Krokodils schaut Pitfall Harrys Arme und Beine heraus, wenn er gefressen wird, aber es fließt kein Blut. Stets ist der Spielspaß für Groß und Klein an erster Stelle und nicht Erwachsenenunterhaltung.

Die Steuerungsmöglichkeiten der Wii-Konsole wurden geschickt eingesetzt. So schwingt beispielsweise, indem man die Wii-Mote nach vorn und zurück bewegt. Man läuft aber mit dem Nunchuk. Um zu schwimmen, muss man mit beiden Controlern schütteln, aber es gibt noch viele andere Bewegungsmöglichkeiten.

 

Grafik und Sound:

„Pitfall: Das große Abenteuer“ bewegt sich im Grafikbereich „gut“. Das Umfeld ist mit Liebe zum Detail und vor allem Liebe zum augenzwinkernden Humor gestaltet. Die Dschungelwelt erstrahlt in prächtigsten knallbunten Farben. Die Texturen dürften hier und da etwas höher aufgelöster sein, aber das fällt kaum auf, da man vom Spielspaß mitgerissen wird.

Im Soundbereich ist anzumerken, dass löblicherweise das gesamte Spiel auf Deutsch vertont wurde und nicht nur deutsche Untertitel existieren, was sonst bei vielen anderen Wii-Titeln Unsitte geworden ist.

 

Fazit:

Das Action-Jump-And-Run „Pitfall: Das große Abenteuer“ ist ein gelungenes Beispiel für einen kleinen Überraschungshit. Das Spiel kam aus dem Nichts, macht Spaß und bereitet für lange Spielabende gute Unterhaltung für Groß und Klein.

Wäre ein Multiplayer-Modus drin gewesen, würde sich der Langspielfaktor von „Pitfall: Das große Abenteuer“ noch erhöhen.

Aber auch so ist das Spiel ein gelungenes Werk und wird alte Pitfall-Veteranen gefallen können, die noch nicht die Gamecube-Variante des Spiels kennen.

 

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Pitfall: Das große Abenteuer

von Activision

Plattform: Nintendo Wii

USK-Einstufung: Freigegeben ab 6 Jahren gem. 14 JuSchG

Erscheinungsdatum: 19. März 2009

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 27.04.2009, zuletzt aktualisiert: 10.02.2015 10:14