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Pitt Pistol in Amerika

Reihe: Pitt Pistol Bd. 4

Rezension von Christian Endres

 

Zum letzten Mal stechen Pitt Pistol und seine Mannen unter der Flagge der Ehapa Comic Collection in See – diesmal, um ihren geliebten König mit der Teepflanze Camillus Americanus ein Heilmittel gegen Bauchschmerzenm zu besorgen, das die königlichen Leibärzte dem kränkelnden Monarchen empfohlen haben. Also macht sich die Crew der Seestern mehr oder minder frohen Mutes (und auch nur äußerst grob) in Richtung Amerika auf. Und nachdem man erste nächtliche Wirrungen im Hafen von Nantes überstanden, letztlich sogar das richtige Schiff gefunden und bald auch noch eine etwas skurile Begegnung mit Piraten auf hoher See hinter sich gebracht hat, locken auch schon die Freuden und Gefahren des amerikanischen Kontinents. Doch wer die liebenswert-dusselige Mannschaft samt ihres mutigen Kapitäns Pistol kennt, der ahnt schon, was René Goscinny für unsere seetüchtigen Protagonisten bereit hält, wenn er sie auf den amerikanischen Kontinent los lässt – erst Recht, wenn schon das prächtige Cover des Bandes die Antwort gewissermaßen illustrativ-klärend parat hält: Indianer, Pferde, Trapper, wilde Tiere und natürlich mordsmäßig viel Spaß und gute Gags ...

 

Es ist dann vor allem auch die bunte Mischung, die den Reiz von Pitt Pistol in Amerika ausmacht, denn auf den klassischen 48 Alben-Seiten ist wirklich unglaublich viel Stoff untergebracht: Viel Story und Handlung bzw. Bewegung der Figuren, dazu natürlich die für Goscinny typischen, zahlreichen Gags und spaßigen Panels, aber eben auch viele kleine, schöne Szenen und Momente voll feinstem Wortwitz und Anspielungen auf die Abenteuerliteratur. Trotz der Fülle an Elementen schafft Goscinny es dabei dennoch immer, dass alles in sich schlüssig und homogen wirkt, die einzelnen Szenen keine lieblose Aneinanderreihung, sondern eine logische Folgerung sind – eine echte Tour de Wild America, gewissermaßen, die trotz allem Humors und aller Lacher stets einem roten Faden folgt, trotz ihrer vielen Ideen, Persiflagen und einzelner Bestandteile niemals überladen wirkt und dann auch noch zu einem witzigen und natürlich versöhnlichen Ende kommt, welches das Gesamtbild (des vierten Abenteuers, aber irgendwie auch der gesamten Reihe) positiv abrundet.

 

Auch im vierten Teil glänzt Albert Uderzos Zeichenstil durch viel Dynamik und vor allem auch wieder einmal hübsche Hintergründe. Erinnerungen an Umpah-Pah werden wach, wenn der Korsar des Königs mit Konsorten durch die Prärie, die Wüste oder die ausgedehnten Wälder Nordamerikas reist. Egal ob Indianerlausbub, Teddybärenjunges oder verquerte Siedler: Uderzo gelingt eigentlich jede Figur, ja jedes Panel, jede Momentaufnahme. Und obwohl die Vorlage wieder ein paar Jahre auf dem Buckel zu haben scheint, sieht das alles trotzdem sehr, sehr gut und sauber aus. Prima!

 

So besticht dann logischerweise auch die Aufmachung des Hardcovers wie üblich durch seine gute Verarbeitung und reiht sich nahtlos neben seinen Vorgängern ein. Deshalb sieht das nun alles nicht nur sehr schick aus im Regal oder tut sich durch durchwegs gelungene, abwechslungsreiche Cover hervor, sondern lädt eigentlich gleich nach Auslesen des letzten Bandes dazu ein, direkt auch wieder die anderen drei Teile hervorzuholen und in ihnen zu schmökern ...

 

Fazit: Ein würdiger Abschluss einer tollen Reihe, die mich vier Ausgaben lang immer wieder erfreut, ja regelrecht begeistert hat. Kein Asterix, kein Umpah-Pah, aber eine eigenständige, grundsolide Serie voller Satire und Humor, die es allemal verdient hat, möglichst viele Comicleser zu erreichen – und zu erfreuen.

 

Nicht nur für den vorliegenden Abschlussband, sondern für die gesamte Reihe gilt ohne jeden Zweifel: Kaufen, Ihr Landratten!

 

Eure Meinung:

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Pitt Pistol in Amerika

Reihe: Pitt Pistol Bd. 4

Autor: René Goscinny

Zeichner: Albert Uderzo

Verlag: Ehapa

Format: Hardcover

Sprache: Deutsch

ISBN-Code: 3770429788

Anzahl Seiten: 48

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 15.08.2006, zuletzt aktualisiert: 17.08.2020 17:41