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Planet des Lebens

Rezension von Christel Scheja

 

In den letzten Jahren boomen die Dokumentationen, die unsere Erde insgesamt im Blick haben, nicht nur einen kleinen Teil oder einen gewissen Aspekt davon. Gab es bisher in erster Linie atemberaubende Landschaftsaufnahmen zu sehen und standen Pflanzen- und Tierwelt im Mittelpunkt, so beschäftigen sich immer mehr Sendungen auch mit dem Menschen. Zu dieser Gruppe gehört „Planet des Lebens“.

 

In unserer heutigen Zeit lebt über die Hälfte der Menschen in Städten und kann es sich gar nicht mehr vorstellen, wie es ist in anderen Regionen zu leben, in denen die Technik noch nicht so weit fortgeschritten ist und die Natur noch das Zepter führt. Die einzelnen Episoden besuchen nun die verschiedenen extremen Lebensräume und zeigen, wie es der Mensch geschafft hat, sich anzupassen und damit auch den Elementen zu stellen, in denen ein Zivilisationsbewohner untergehen würde.

Das Meer scheint erst einmal ein idealer Lebensraum zu sein – aber auch hier haben die Bewohner der Küsten mit so mancher Tücke und auch Notsituation zu kämpfen. Wie es Menschen in der Südsee dennoch schaffen mit und im Meer zu leben, zeigt die Episode in beeindruckenden Bildern, verschweigen aber auch die dunklen und gefährlichen Seiten dieses Daseins nicht. So gibt es nur wenige, die wirklich tief tauchen und dann noch bis zu fünf Minuten unter Wasser bleiben können. Andere verlassen sich für den Fischfang unter Wasser auf einen altersschwachen Kompressor und setzen sich immer wieder den Folgen der Taucherkrankheit aus.

Dass man in der Wüste oder der Arktis ums Überleben kämpfen muss, sieht man den kargen und feindlichen Landschaften schon an, dass aber auch der Dschungel eine Einöde sein kann, erfährt man erst jetzt.

Weitere Folgen besuchen die Bewohner der Hochgebirge und der Steppen Innerasiens, zeigen das Leben an den großen Flüssen der Dritten Welt und führen zuletzt in die Städte, die so vielfältig sind wie die Völker der Erde.

 

Die Dokumentation endet mit ernsten Worten, macht sie doch auch deutlich, dass die Verstädterung der Erde an vielen Problemen mit der Natur schuld ist und es höchste Zeit ist umzudenken.

Ein Beispiel können sich Zivilisationsmenschen an den Bewohnern der lebensfeindlichen Gebiete nehmen, die mit der Natur leben, nur so viel von ihr nehmen, wie sie zum Leben brauchen und ihr den notwendigen Respekt zollen.

Dennoch stimmt die Dokumentation nicht nur ein Loblied auf das einfache Leben an, denn es gibt auch Momente, in denen ein Stadtbewohner entsetzt zuschaut, wie Bauern in Afrika fliegende Schädlinge vernichten, die über ihre Felder herfallen, indem sie Bäume anzünden, auf denen die Webervögel nisten, die sonst ihre Getreideernte zunichte machen würden. Ebenso stumm machen einen die Bilder von den Familien, die auf den Müllhalden leben und sich von dem ernähren, was andere in den Müll werfen.

Man gönnt den Zuschauern zwar auch jede Menge romantischer Szenen in denen die Menschen auch mit wenig zufrieden und glücklich sein können und die Natur auf ihre Weise austricksen, setzt aber immer wieder unangenehme und aufrüttelnde Bilder dazuwischen, die daran erinnern, das alles seinen Preis hat und es genug Gründe gibt, warum sich die Menschen zum heutigen Stand ihrer Zivilisation weiter entwickelt haben.

Alles in allem kommen so sehr abwechslungsreiche Folgen zustande, die nicht nur an einem Ort verweilen, sondern auch einen Streifzug durch die Welt machen, um in beeindruckenden Momenten die Vielfalt des menschlichen Alltags einzufangen. Nähe wird durch sorgsam ausgewählte Protagonisten geschaffen, die man kurze Zeit durch ihr Leben begleitet, sei es zur Arbeit in einer Gerberei oder auf ein Fest, dass nur dann stattfindet, wenn die Regenzeit Fülle gebracht hat und die Menschen diese genießen können.

An Extras finden sich einige mittellange Making-Of, die einen Blick hinter die Kulissen erlauben und zeigen, welche Schwierigkeiten die Filmteams auf sich nehmen mussten, bzw. damit zurecht kamen. Die ansprechend gestaltete Box kommt mit einem 3D-Cover (sprich Wackelbild) daher und stimmt schon einmal auf die Folgen ein. Bild und Ton sind ausgezeichnet und entsprechen dem Standard der letzten Jahre.

 

 

Fazit:

 

Alles in allem ist „Planet des Lebens“ eine ansprechende und unterhaltsame Dokumentation, die sich einmal nicht nur mit Tier- und Pflanzenwelt der Erde beschäftigt, sondern insbesondere mit dem Lebensraum der Menschen.

Neben vielen überraschenden und dem Zuschauer vermutlich unbekannten Informationen von exotischen Orten dieser Welt erinnern die Macher aber auch daran, dass es an uns allen liegt, diese Vielfalt und die Erde an sich zu bewahren, indem auch der Städter wieder lernt mehr mit und in der Natur zu leben und sie nicht nur auszubeuten.

 

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DVD:

Planet des Lebens

RegisseurInnen: Tom Hugh-Jones, Tuppence Stone, Mark Flowers und Charlotte Scott

Produzent: Nicholas Brown

Erzähler: John Hurt

Format: Dolby, PAL, RC 2

Sprache: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Umfang: 3 DVDS

FSK: 12

Polyband/WVG, 24. August 2012

Produktionsjahr: 2011

Spieldauer: 400 Minuten

 

ASIN: B007NUP5G4

 

Erhältlich bei: Amazon

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20230205183458190c6648
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Erstellt: 24.09.2012, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01