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Plötzlich Shakespeare von David Safier

Hörbuch

 

Rezension von Ingo Gatzer

 

Rezension:

Rosa ist mit sich und ihrem Leben alles andere als zufrieden, zumal ihr Traummann Jan sich anschickt, nicht sie, sondern ihre Nebenbuhlerin Olivia zu ehelichen. Als Rosa sich per Hypnose in ein früheres Leben versetzen lässt, findet sie sich nicht nur vier Jahrhunderte in der Vergangenheit, sondern auch im Körper von William Shakespeare wieder. Doch der hat selbst einen Haufen von Problemen: Sir William Drake will ihm in einem Duell den Garaus machen, weil er mit dessen Frau geschlafen hat, die Tochter des Theaterbesitzers will unbedingt entjungfert werden und droht den Schriftsteller bei ihrem Vater zu verleumden, wenn Shakespeare dem Wunsch nicht Folge leistet. Zu allem Überfluss hat die Queen noch einen Auftrag für den Poeten, von dem die Zukunft ganz "Engelands" abhängt. Dummerweise ist Rosa so lange mit Shakespeare in einem Körper gefangen, bis sie ihre wahre Liebe gefunden hat.

 

Der Autor David Safier ist für seine komischen Plots berühmt. In seinem überaus erfolgreichen Debüt "Mieses Karma" muss sich eine toughe Medienfrau durch diverse Reinkarnationen - bis zu einem leider ziemlich schmalzigen Happy End - kämpfen. In "Jesus liebt mich" kehrt der Heiland höchst selbst auf die Erde zurück, was zu diversen lustigen Verwicklungen führt. Dazu passt die Handlung von "Plötzlich Shakespeare" wunderbar, zumal über die Vita des weltberühmten Schriftstellers erstaunlich wenig bekannt ist.

 

Das Hörbuch besticht vor allem durch seine Komik. David Safier ist nicht nur ein Meister des Wortwitzes und der Ironie, sondern lässt seine Figuren auch gekonnt in absurd-komische Situationen stolpern. Erleichtert wird ihm dieses durch seinen klug entwickelten Plot, der förmlich nach "culture clash", "time clash" und "gender clash" schreit. So nimmt auch die Komödie erst richtig Fahrt auf, wenn es in das "Engeland" des 16. Jahrhunderts geht. Nur ganz selten erweisen sich seine Gags als Rohrkrepierer, etwa wenn er zu abgeschmackte Pointen - wie der Chinese, den Rosa nicht versteht, weil er nur "l" statt "r" zu artikulieren vermag - verwendet.

 

Bereits bei "Jesus liebt mich" hat man bei der Vertonung das Experiment unternommen, das Hörbuch von gleich zwei Sprechern vortragen zu lassen. Diesmal hat man dafür das Duo Christoph Maria Herbst und Anneke Kim Sarnau verpflichtet. Während ersterer vor allem in Erscheinung tritt, wenn Shakespeare im Zentrum der Handlung steht, spricht letztere primär, wenn es um Rosa geht. Wiederum kann man diese Vorgehensweise nur als absolut gelungen bezeichnen. Das liegt zu einem guten Teil an dem wandlungsfähigen Christoph Maria Herbst, der den Shakespeare ebenso großartig gibt, wie die pubertierende lispelnde Tochter des Theaterbesitzers oder den rachsüchtigen Drake. Zudem beweist der Grimme-Preisträger ein ausgesprochenes Gespür für Komik und Timing. Auch die Schauspielerin und Sprecherin Anneke Kim Sarnau leistet gute Arbeit, indem sie der Rosa überzeugend lebend einhaucht und auch deren Kollegen Axel glaubwürdig mit norddeutschen Akzent spricht.

 

Natürlich nimmt es "Plötzlich Shakespeare" mit der geschichtlichen Exaktheit hinsichtlich Werk und Leben von Shakespeare und auch bezüglich Drake und seiner historischen Rolle nicht immer ganz so genau, obwohl David Safier sichtlich über das Leben des englischen Dramatikers recherchiert hat. Doch das sollte bei einer Komödie nicht wirklich ein entscheidender Kritikpunkt sein.

 

Fazit:

David Safier gelingt auch mit "Plötzlich Shakespeare" eine amüsante Komödie, die gerade als Hörbuch dank der starken Sprecherleistungen zu überzeugen vermag. Anhören oder nicht anhören? Unbedingt anhören!

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Hörbuch:

Plötzlich Shakespeare

Autor: David Safier

Sprecher: Anneke Kim Sarnau und Christoph Maria Herbst

Laufzeit: 299 Minuten

Umfang: 4 CDs

Argon, 12. April 2010

 

ISBN-10: 3839810167

ISBN-13: 978-3839810163

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 24.09.2010, zuletzt aktualisiert: 18.02.2016 10:25