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Prehistoric Park - Aussterben war gestern

Filmkritik von Christel Scheja

 

Rezension:

 

Seit die Tricktechnik durch den Computer stark vereinfacht wurde, und man nicht länger nur mit Modellen arbeiten musste, hat die Zahl der unterhaltsamen Dokumentationen zugenommen, in denen längst ausgestorbene Tiere ober Menschen und Orte vergangener Epochen wieder zum Leben erweckt wurden. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei seit über zehn Jahren auf den Kreaturen der Urzeit.

Ob nun Monster oder faszinierende Reptilien - die Menschen sind beeindruckt von den Dinosauriern und großen Säugetieren, von denen nicht mehr als versteinerte Exkremente, Eier oder Knochen übrig geblieben sind.

Moderne Filme, in denen sie zum Leben erweckt werde, erfreuen sich jedenfalls seit den 1990ger Jahren allergrößter Beliebtheit. Meistens stellen die Dokus das Leben so dar, wie es nach dem aktuellen Stand der Forschungen gewesen sein könnte und lassen nicht unbedingt Menschen mit den Wesen der Vergangenheit kommunizieren oder einhergehen.

Es gibt nur eine Ausnahme. Schon mehrfach hat sich der abenteuerlustige Zoologe Nigel Marven in die ferne Vergangenheit schicken lassen, um sich Dinosaurier und ihre Artverwandten anzusehen, so wie in „Monster der Tiefe“, über die Saurier der Meere, die in anderen Sendungen bis jetzt eher unterrepräsentiert waren.

 

2007 entstand in eine weitere Serie, die zunächst eher wie Science Fiction klingt, aber dazu dienen soll, um den Zuschauern bestimmte Tiere aus den unterschiedlichsten Epochen spielerisch und unterhaltsam näher zu bringen. Mittels einer Zeitschleuse ist es nun (fiktiv) möglich in die Vergangenheit der Erde und auf verschiedene Kontinente zu reisen. Man braucht nur die ungefähren Zeit- und Raumkoordinaten, dann bildet sich ein statisches Zeitfeld, das eine gewisse Zeit offen gehalten werden kann und groß genug ist, um auch Mammuts hindurch zu locken

Und das nutzen Nigel Marven und sein Team, um bedrohte Arten aller Epochen vor dem Aussterben zu retten. In einem „Prehistoric Park“ sollen sie geschützt vor der Außenwelt weiterleben und neue Generationen zur Welt bringen können, um auch normalen Menschen eines Tages einen Blick in die Geschichte der Erde zu ermöglichen.

Doch so einfach wie es sich die Zoologen, Forscher und Ärzte vorstellen ist das Projekt nicht zu bewältigen. Oft genug ergeben sich schon bei der Suche und Jagd nach den Tieren ernste Schwierigkeiten, und diese hören nicht unbedingt auf, wenn sie in der Gegenwart angekommen sind. So ist die Geschichte eines geretteten Tiers mit der Folge, in der es die Hauptrolle hat, nicht unbedingt vorbei.

Sechs Folgen von gut fünfzig Minuten Länge haben Nigel Marven und seine Leute Zeit, um ihr Projekt durchzuziehen. In der ersten Episode will er natürlich den bekanntesten aller Dinosaurier retten - den Tyrannosaurus Rex. Es gelingt aber nur, zwei Jungtiere in den Prehistoric Park zu bringen, die später noch jede Menge Ärger machen werden. Interessanterweise hat man hier Ausschnitte aus einer früheren Doku verwendet - der verhängnisvolle Kampf und Tod der Tyrannosaurusmutter könnte durchaus dem ein oder anderen bekannt vor kommen.

In der zweiten Folge kann Nigel Marven gerade noch verhindern, dass Urzeitmenschen ein Mammut erschlagen. Er bringt das Weibchen in den Park und lässt seine Wunden verarzten - aber es wird und wird nicht wirklich gesund. Könnte es sein, dass der behaarte Dickhäuter an Einsamkeit zugrunde zu gehen droht? Schnell muss Abhilfe her, und da gibt es nur eine Lösung.

Als nächstes möchte Nigel Marven Microraptoren einsammeln, aber die gefiederten Flugsaurier sind tückischer als er denkt und bereiten ihm auch später noch so manche unangenehme Überraschung.

Zweimal muss er nach Südamerika reisen, um ein Säbelzahnkatzen-Pärchen in die Gegenwart zu bringen, denn er braucht die Expertise seiner Kollegin Saba Douglas-Hamilton und bekommt es auch mit dem berühmten Terrorvogel Phorusracus zu tun.

Um auch den Insekten Genüge zu tun, reist Marven 500 Millionen Jahre in die Vergangenheit, um dort einen Drei-Meter-Tausendfüßler und eine Urzeit-Libelle für das Insektenhaus des Prehistoric Park einzufangen. Und nicht zuletzt hat er sich in den Kopf gesetzt, auch noch ein Riesenkrokodil zu fangen und das 15 m lange Ungetüm ebenfalls im Park anzusiedeln.

 

Die Folgen beschäftigen sich nicht unbedingt nur mit der Reise in die Vergangenheit und mit dem Einfangen der Tiere, sondern auch mit den Tücken, sie in der Gegenwart artgerecht zu versorgen. Immer wieder erweist sich, dass das ein oder andere Tier nicht auf Dauer alleine oder in zu kleinen Gruppen lebensfähig ist, und sich andere - wie die Tyrannosaurus-Geschwister so in die Haare bekommen, dass man sie schließlich trennen und eine andere Lösung für die Nachzucht finden muss. Andere Kreaturen wieder vermehren sich dagegen prächtig und ermöglichen den Wissenschaftlern so einen interessanten Blick in ihre Kinderstube.

Die ganze Serie ist im Stil der im Moment so beliebten Zoo-Sendungen aufgemacht, wenn sogar nicht auch noch etwas reißerischer und sensationslustiger. Denn Nigel Marven ist kein stiller und bedächtiger Zoologe, der seinen Zuschauern das Wissen ruhig und sachlich vermittelt. Er setzt auf Schockeffekte und Action.

Schon die Suche und Jagd nach den aufs Korn genommenen Kreaturen wird zu einem wilden Abenteuer, dass durch seine schnellen Erklärungen nicht unbedingt ausgeglichener wird. Marven erhebt gerne die Stimme und schreit seine Botschaft heraus, wenn es notwendig wird. Er allein verbreitet oft genug schon atemlose Hektik.

Dabei bedient man sich übrigens immer wieder bereits fertiger Filmszenen, um für den zweiten Teil mehr Spielraum in den Effekten zu haben. Denn die Ansiedlung der Dinosaurier, Eiszeit-Säugetiere und Insekten in einem eigenen Park muss auch glaubwürdig vermittelt werden.

Es ist natürlich die Frage, wie viele der eingestreuten Informationen im Endeffekt bei den Zuschauern hängen bleiben, da die Spezialeffekte doch einen großen Raum einnehmen und die Aufmerksamkeit eher auf sich lenken - unterhaltsam ist die sechsteilige Serie allemal und dürfte ein Fest für alle Fans sein.

Die Ausstattung ist in Ordnung. Die beiden DVDs befinden sich in einem schön gestalteten Schuber, auf dem noch einige Informationen stehen, ein 30minütiges Making-of gibt Einblicke in die Dreharbeiten mit Schauspielern und Modellen sowie in die Nachbarbeitung im Computer.

 

Fazit:

 

Vielleicht ist „Prehistoric Park“ damit nicht unbedingt zu den seriöseren und Wissen vermittelnden Dokumentationen zu zählen, unterhaltsam ist sie allemal. Man muss allerdings Nigel Marvens hektische und laute Erzählweise mögen, um wirklich voll und ganz zufrieden zu sein.

 

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20230205190755eaa11918
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DVD:

Prehistoric Park - Aussterben war gestern

Buch, Leitung und Präsentation: Nigel Marven

Großbritannien,2007

Regie Sid Bennett, Matthew Thompson

Bildformat: 16:9

Synchro: dt. (DD 5.1)& engl. (DD 2.0)

Untertitel: dt.

Spieldauer: 300 min (6 x 50 Min.)

Extras: Making of (30 min)

2 DVD

FSK: 12

Polyband & Toppic Video/WVG, erschienen 11. Januar 2008

 

ASIN: B000X23NC2

 

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 11.02.2008, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01