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Prince Of Persia: Rival Swords (Nintendo Wii)

Rezension von Björn Backes

 

Die „Prince Of Persia“-Reihe gehört zu den wichtigsten Serien der Videospielgeschichte und ziert bereits seit seligen Ur-PC-Zeiten das Konterfei der Game-Industrie, immer wieder ergänzt durch neue Elemente und technische Fortentwicklungen. Auch die neue Generation wurde schon mit einem Abenteuer des legendären Prinzen versorgt, und das gewohntermaßen souverän und mit dem nötigen Spaßfaktor. „The Two Towers“, der letzte Gamecube-Ableger leistete hierzu die Vorbereitungsarbeit und ermöglichte der Serie einen nahtlosen Übergang ins neue Zeitalter. Eben jenes Spiel wurde für die Wii noch einmal neu aufgelegt und mit den erweiterten Steuerungsmechanismen aufgepeppelt. In „Rival Swords“ erlebet man zudem eine der dramatischsten Storys der bisherigen Game-Historie. Grund genug also, den jetzigen Re-Release zu nutzen, sich noch einmal intensiv mit der Sache auseinander zu setzen.

 

 

Inhalt:

Die Rückkehr nach Babylon ist zeitgleich auch so etwas wie eine zeitweilige Rückkehr zu den Wurzeln des Spiels, gerade was den Mix aus aufregenden Kletterpassagen, satter Action und wirklich prima integrierter Story betrifft. Alles beginnt damit, dass unser Protagonist gemeinsam mit seiner Begleiterin Kaileena, der Kaiserin der Zeit, in seine Heimat zurückschifft, die teilweise in Schutt und Asche liegt. Noch bevor der Prinz die Situation hinterfragen kann, beendet ein schwerwiegendes Attentat auf die Kaiserin zunächst mal alle Hoffnungen auf ein positives Ende der Tragödie. Noch schlimmer kommt es, als sich der Hauptdarsteller mit dem Sand der Zeit infiziert, einem tückischem Serum, das ihn in einen dunklen Prinzen zu verwandeln droht, sollte ihm einmal die Energie, die der Sand liefert, ausgehen. Auf seinem Feldzug durch Babylon muss er nunmehr ständig neue Reserven anlegen. Andererseits wird die Verwandlung vollständig wirksam und macht ihn zwangsläufig zum Opfer seiner Infektion – und womöglich zu einem toten Mann!

 

Basierend auf dieser Ausgangssituation schlägt sich der Prinz nun mit seinem legendären Säbel durch die Gemächer der Stadt, hüpft über Fallgruben, weicht stacheligen Drehsäulen aus, nutzt selbst die kleinsten Simse, um sich langsam vorwärts zu kämpfen und reist schließlich mit Sack und Pack und wachsender Ausrüstung zum Turm von Babylon, wo die Entscheidung über den Fortlauf seiner Krankheit, der Stadt und seines Lebens ausgetragen wird. Die Präsentation und Strukturierung der Kletter- und Sprungaufgaben ist derweil spektakulär. Obschon der Prinz sich lediglich an natürlichen Bausteinen, Pfählen und dergleichen hangelt und entlang windet, sind die Manöver reihenweise ausgefallen. Partiell sieht es schon fantastisch aus, wenn eine Kombination glückt und man sich in mehreren Akten über ein größeres Loch begibt oder einfach nur aus einem Sprung heraus den Dolch zückt, um eine der Wachen niederzumachen – und genau so fantastisch fühlt sich das dann auch an. Die Kunst besteht schlichtweg darin, etwas Übertriebenes realistisch darzustellen. Und genau das ist den Designern in den Jump & Run-Parts ebenso gut gelungen wie in den reinen Action-Passagen.

 

Erstaunlich ist ferner, wie viele Details in der Bewältigung des Abenteuers beachtet werden müssen. Nicht selten sucht man etwas länger, bis man endlich die Ranke oder den Stein gefunden hat, mit dessen Hilfe man nach oben oder wohin auch immer gelangt. Es ist ein gesunder Knobel-Faktor einbezogen worden, der den Reiz immer steigert und den Fokus deutlich von der reinen Action wegnimmt. Da es in „Rival Swords“ außerdem in erster Linie darum geht, wie man sich die Wege in den Turm bahnt, ist Strategie hier ein weiteres, wichtiges Element.

Die Eigenart des Spiels besteht zusätzlich noch darin, unseren Helden immerzu mit dem Sand der Zeit zu versorgen, damit er seinen Level kontinuierlich oben hält und nicht zu sehr in die Eigenarten der dunklen Seite verfällt. Zudem wird der Sand benötigt, um verschiedene Spezialeigenschaften und Attacken zu nutzen, für die ein gewisses Kontingent zusätzlich verbraucht wird. Um dieses Manko auszugleichen, hat man den Protagonisten mit einigen netten Ausrüstungsgegenständen bestückt. Eine Kettenpeitsche macht den Anfang, verschiedene Combos füllen weiterhin die Lücken und machen den Prinzen zu einem ziemlich gut ausgebildeten Kämpfer, der selbst in den ab und an eingefügten Wagenrennen seinen Mann stehen kann. Und rechnet man dazu die wilde Flug- und Jumping-Action, kommt man um das Fazit nicht herum, „Rival Swords“ als ein inhaltlich sehr ideenreiches und abwechslungsreiches Spiel zu bewerten. Auch wenn es im Grunde genommen nur ein leicht modifiziertes Remake der Gamecube-Fassung ist!

 

 

Technik/Grafik:

Die Umsetzung der Steuerung ist bei einem solchen Titel mitunter das entscheidende Kriterium, denn schließlich hat man das Gameplay seit Original-Release kaum mehr weiter angepasst. Und in der Tat machen die Bewegungen mit Wiimote und Nunchuk in Sachen Realismus eine Menge her: Die Fuchteleien mit den beiden Handgeräten verfallen selten in Hektik, selbst wenn die Ereignisse auf dem Bildschirm mal etwas konfuser werden. Außerdem macht die Belegung der Buttons Sinn und macht das Handling zu einer rundum harmonischen Sache, deren perfekte Beherrschung für ein sehr ausgewogenes Feeling sorgt!

Grafisch übernimmt man grundsätzlich die Vorlage vom vorangegangenen Nintendo-Kollegen, was insofern vielleicht enttäuschend ist, dass die teils erforderliche Generalüberholung ausgeblieben ist. Alles in allem gibt es aber keine wesentlichen Beschwerdegründe, gerade weil die Animationen der wilden Bewegungsabläufe durch die Bank stimmig sind. Beim Soundtrack wiederum evrlässt man sich auf bewährte orientalische Qualitäten, die auch in „Rival Swords“ greifen.

 

 

Spielspaß:

“Prince Of Persia: Rival Swords“ ist sicherlich eines der vielseitigsten Casual Games für die Wii, gerade was die allgemeine Auslegung der Action betrifft. Man muss schon eine Menge beherzigen, wenn man durch die alten Tempelanlagen flitzt oder sich gerade mal wieder über die Abgründe schwingt, so dass der erste Ableger zu keiner Zeit so etwas wie Langeweile suggeriert. Ein weiterer, wichtiger Aspekt ist die Integration solcher Spielinhalte wie dem Sand der Zeit oder der Kettenpeitsche, die frische Impulse ins eingespielte System einwerfen. Neue Herausforderungen locken, und diese nimmt man aufgrund ihres feinen Backgrounds auch gerne an. Insofern: Wer für die Wii ein Action-Game sucht, in dem Spieldauer, Abwechslung und auch Action prima miteinander kombiniert sind, der ist bei „Rival Swords“ an der richtigen Adresse!

 

 

Fazit:

Heute gilt genauso wie beim Original-Release 2007: „Prince Of Persia: Rival Swords“ ist ein richtig gutes Wii-Game und gerade in Sachen Präsentation und Aufarbeitung nach wie vor einer der detailschärfsten und besten Titel, die bisher für diese Konsole veröffentlicht wurden. Nicht nur Fans der Serie sollten die Gelegenheit nutzen und nun den Midprice-Release abgreifen!

 

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Wii-Spiel:

Prince Of Persia: Rival Swords

System: Nintendo Wii

Entwickler: Ubisoft

Publisher: ak tronic / Software Pyramide

USK.Einstufung: Freigegeben ab 16 Jahren gem. 14. JuSchG

ASIN: B00264U1UM

 

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 18.07.2009, zuletzt aktualisiert: 23.01.2015 19:35