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Pucca & Friends Vol. 1

Filmkritik von Christel Scheja

 

Ursprünglich wurde „Pucca“ in Südkorea als Medien Franchise entwickelt, unter dem Kleidung, Accessoires wie Taschen, Figuren und auch Spielzeug verkauft werden sollten. Die kurzen Flash-Filme im Internet sollten nur auf die einzelnen Produkte aufmerksam machen. Doch anders als erwartet wurden sie der wahre Renner.

Der Disney Konzern, der das wahre Potential des Franchise erkannte, ließ daher von einer kanadischen Firma in Absprache mit den Koreanern im Jahr 2006 eine Fernsehserie produzieren, die inzwischen über 118 Episoden umfasst, die auch in Deutschland bereits ausgestrahlt wurden.

 

Pucca ist ein niedliches 11 Jahre altes und mit zwei allerliebsten Dutts ausgestattetes Mädchen aus dem Dorf Sooga, das irgendwo gut versteckt in den asiatisch-chinesischen Nebelwäldern steckt. Sie ist Kind und Liebling der Besitzer des besten Nudelhauses am Ort, das auch der Treffpunkt aller Bewohner ist. wie Pucca können diese nicht ohne deren Ja-Jang-Nudeln auskommen und überleben.

Neben dem Essen hat Pucca aber auch noch andere Beschäftigungen. Sie ist gerne mit ihren Freunden unterwegs, vor allem mit ihrer besten Freundin Ching, die immer ein Huhn auf dem Kopf mit sich herum trägt, und jagt auf der anderen Seite Garu nach, den sie unentwegt küssen möchte.

Die meiste Zeit ist Pucca sehr liebenswert und schüchtern – aber wehe man bedroht sie oder einen ihrer Freunde. Dann verwandelt sich das scheu kichernde Mädchen in eine wütende Kampfmaschine, die selbst gestandene Ninjas ohne Rücksicht auf Verluste niedermacht. Da diese auch nie aus ihren Fehlern lernen, bekommen sie ihre Schläge und Tritte immer wieder zu spüren.

Garu allerdings ist ein junger Ninja, der nur ein Ziel hat, - die ehre seiner Familie wieder her zu stellen und das Dorf vor den Machenschaften anderer Ninja-Gangs zu beschützen. Mit Mädchen im allgemeinen und Pucca im Speziellen kann er nur äußerst wenig anfangen – ihre Annäherungsversuche sind ihm ein Graus. Deshalb versucht er ihnen immer wieder durch Flucht oder andere verzweifelte Tricks zu entgehen.

Aber auch die Mythologie ist in dem abgelegenen Dorf lebendig. So ist der Mentor der drei Küchenmeister aus dem Nudelhaus ein alter Mann, der im Wolkenhimmel lebt und sich von hübschen Mädchen verwöhnen lässt. Er muss auch eingreifen, als sich die drei zerstreiten und keine Nudeln mehr zubereiten, sondern ihrer eigenen Wege gehen wollen.

Ein anderes Mal verliert der Alte ausgerechnet seine kostbare Anti-Pickel-Tinktur. Sie fällt in Puccas Spülwasser und macht die Kleine unsichtbar, was für eine Menge Aufregung sorgt, bis der Spuk wieder vorbei ist.

Chings Huhn legt – wenn es sich erschreckt - magische Eier, die eine harmlose Eidechse kurzerhand in Godzilla verwandeln kann. Und genau das wollen auch die Ninjas ausnutzen, die Garu das Leben schwer machen – denn sie wissen, dass sie ihn vermutlich nur so wirklich besiegen können. Aber sie haben nicht mit Pucca und ihren anderen Freunden gerechnet, als es auf einem Jahrmarkt zur Sache geht. Aber auch die große weite Welt hat Einfluss auf das Leben im Dorf, denn die Nudelmeister wollen es nicht auf sich sitzen lassen, dass einer ihrer Schüler die längste Nudel der Welt geschaffen hat, die das ganze Collosseum in Rom umspannt. Deshalb wollen sie eine schaffen, die einmal um die Erde geht. Und Garu soll sie durch die Welt tragen, was das gefundene Fressen für seine Feinde ist, denn sie wollen ihn ein für alle mal so demütigen, das er für immer seine Ehre verliert. Doch sie haben nicht mit Pucca und ihren Freunden gerechnet.

 

Irrwitzige Situationen, markige Sprüche und eine Menge Humor, den auch schon Vorschulkinder verstehen können, geben sich in „Pucca & Friends“ die Hand. Die Serie spielt ausgiebig mit den Klischees, die man in der westlichen Welt von der fernöstlichen Lebensweise hat. So sind alle im Dorf auf die Nudelsuppe versessen, die die drei Meister zubereiten, und schon die Tatsache, dass eine Nudel in der Schüssel zurückbleibt ist ein Ehrverlust für diese. Zudem ist Pucca ganz das süße chinesische Mädchen, niedlich wie eine Porzellanpuppe und anschmiegsam, aber leider auch so anhänglich, das es schon wieder unangenehm wird. Sie ist neben Garu die einzige, die ohne Worte auskommt. Außer einem gelegentlichen Kichern oder einem Kampfschrei, wenn man sie wütend gemacht ist, hört man kein Wort aus ihrem Mund.

Die Beziehung zu Garu ist so, wie sie Kinder gerne mögen – niedlich und lustig, vor allem weil der Junge in dem Alter ist, in dem er von Mädchen und ihrem Getue noch gar nichts hält. Das führt allerdings auch zu vielen schrägen Situationen, denn Pucca ist sehr hartnäckig in dem, was sie haben will und kennt heimtückische Mittel und Wege, es zu bekommen. Dementsprechend schämt sich der Junge dann.

Auch wenn es schon Romantik und Schwärmerei gibt, so dient sie in erster Linie dazu, die Figuren in lustige Situationen und peinliche Momente zu bringen. Im Vordergrund steht die Freundschaft, wie sie Kinder verstehen. Und da darf der eine auch schon einmal den anderen ärgern. Rivalitäten gehören dazu, so lange man in den wichtigen Augenblicken entschlossen zusammen steht.

All das wird kindgerecht aufbereitet serviert. Die Episoden sind mit knapp sieben Minuten nicht all zu langen, erzählen aber eine komplette und in sich abgeschlossene Geschichte. Auch wenn auf die Figuren nicht viel eingegangen wird, so weiß man doch schon bald, was man von ihnen zu halten hat, gerade auch von den engeren Freunden und Bekannten Puccas, die alle sehr gut durch bestimmte Eigenschaften und markantes Aussehen zu unterscheiden sind.

Viel mehr als humorvolle Entspannung und Spaß für die Kinder, die bereits durch Yugi-Oh und Pokemon mit Mangas in Berühung gekommen sind, sollte man von der Serie auch nicht erwarten. Sie will in erster Linie zum Lachen bringen und die Kinder durch die auf sie zugeschittenen Geschichten auf das Merchandise aufmerksam machen.

Zudem sollte man nicht zu viele Episoden am Stück sehen, da sie sich im Aufbau doch sehr ähneln, auch wenn sich die Macher einiges haben einfallen lassen.

Künstlerisch sind die Zeichnungen zwar auf einem einfachen Niveau, aber sehr sauber umgesetzt. Man merkt deutlich, dass vieles gewollt ist. Obwohl man mit der Bildsprache fernöstlichen Zeichentricks arbeitet sind auch die westlichen Einflüsse nicht zu übersehen, denn es gibt nur sehr wenige kryptische Szenen, die im Raum stehen bleiben.

 

Fazit:

Letztendlich ist Pucca „Anime-light“ für die jungen Zuschauer zwischen fünf und zehn Jahren. Jungen und Mädchen werden gleichermaßen durch die Figuren und ihre Abenteuer angesprochen, auch Erwachsene können sich über die liebenswerten Gags amüsieren, die so manches Klischees zu asiatischer Lebensart und aus der japanisch-chinesischen Filmindustrie auf die Schippe nehmen, man denke nur an die Leidenschaft Nudeln zu schlürfen oder Monster wie Godzilla.

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DVD:

Pucca & Friends Vol. 1

Regie: Greg Sullivan

Produktionsjahr: 2006

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)

Bildseitenformat: 16:9

Anzahl Disks: 2

Episoden: 26 a ca. 7 min

Spieldauer: 182 Minuten

FSK: 6

Polyband, 27. März 2009

 

ASIN: B001KEMGN4

 

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 18.04.2009, zuletzt aktualisiert: 27.11.2017 19:32