Punktown Vol. 1 (Autor:Jeffrey Thomas)
 
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Punktown Vol. 1 von Jeffrey Thomas

Rezension von Tanja Thome

 

Rezension:

Im Festa-Verlag erschien 2006 eine Kurzgeschichtensammlung des Autors Jeffrey Thomas mit dem Titel Punktown, die mindestens (es gibt verschiedene Ausgaben des Buches) neun Geschichten enthält, die in der Stadt fiktiven Stadt Punktown spielen. Das Ganze erschien in der mittlerweile eingestellten Science-Fiction-Reihe des Verlages und enthält entsprechend Geschichten, in denen die multikulturelle Gesellschaft sich aus diversen Rassen unterschiedlicher Planetenherkunft zusammensetzt, man mit so genannten Munits zahlt und so weiter.

 

Die Geschichten fanden recht großen Anklang, was die unterschiedlichen Ausgaben des Buches erklärt und auch, warum sich die Hörspielmacher von Lausch daran gemacht haben, Geschichten aus dem Buch als Hörspiel umsetzen. Die erste Veröffentlichung war das Punktown-Hörspiel mit den Geschichten Bibliothek der Leiden, Alles aus Liebe und Völlig vertiert. Diese 3-CD-Box erschien im März 2008, im Oktober 2008 folgte eine weitere CD-Box mit Geschichten aus Punktown, die an dieser Stelle aber nicht besprochen wird, ebenso wie die mittlerweile erhältliche dritte Ausgabe mit Geschichten aus Punktown.

 

Bibliothek der Leiden erzählt die Geschichte des Ermittlers Mac Diaz, der seit langer Zeit einen Gedächtnischip implantiert hat. An sich ist das keine Seltenheit, auch wenn die Chips mittlerweile viel moderner geworden sind, doch Diaz will den Chip unbedingt loswerden, was auf wenig Verständnis bei seinem Umfeld stößt. Er hat genug davon, all die Mordopfer und auch seine dahin siechende Mutter ständig vor Augen zu haben. Ob er den Chip rechtzeitig los wird, bevor dieser ihn wahnsinnig macht?

 

In Alles aus Liebe sind ein Künstler namens Teal und seine Muse und Gefährtin Nimbus in ernsthaften finanziellen Schwierigkeiten. Genau da bietet ein Kunstfreund an, das neueste Kunstwerk Teals für satte zehntausend Munits zu erwerben. Das würde alle Probleme mit einem Schlag lösen, doch der Vorschlag hat einen Haken: Nicht irgendeine Schauspielerin soll die notwendige Rolle bei den Aufführungen des Kunstwerks übernehmen, sondern Nimbus will der Mann praktisch gleich mitkaufen …

 

Völlig vertiert berichtet von einem Einsatz, bei dem einem außerirdischen Tierhändler das Handwerk gelegt werden soll. Problematisch dabei ist jedoch, dass niemand weiß, wie dieser Händler beziehungsweise seine Rasse genau aussieht. Jedes Wesen auf dem Weg durch das Gebäude, in dem der Tierhändler eine ganze Etage angemietet hat, könnte der Gesuchte sein …

 

Bei den erzählten Geschichten – jede CD hat eine Laufzeit von etwa fünfzig Minuten – von Hörspielen zu sprechen, ist eigentlich nicht ganz richtig, denn Dialoge, wie sie typisch für Hörspiele sind, treten kaum auf. Mehr Ähnlichkeit hat das Ganze mit szenischen Lesungen mit verteilten Rollen, von Sounds und Musik untermalt.

 

Die CD-Box passt sich der Vorlage damit sehr gut an, denn weder Inhalt noch Aufmachung lassen sich eindeutig einem Genre oder einem Stil zuordnen. Das macht das Hörbuch/-spiel „Punktown“ zu einer sehr innovativen Angelegenheit, die ihre Stärken, aber auch ihre Schwächen hat.

 

Die größte Schwäche ist, dass man unwahrscheinlich genau zuhören muss und die Geschichten dem Hörer einiges abverlangen, vor allem dann, wenn vor dem Hören noch keine Berührungspunkte mit der in „Punktown“ dargestellten Gesellschaft gegeben waren. Wer dort lebt und wie, nach welchen Regeln, zu welchen Bedingungen und so weiter, all das erschließt sich jeweils nur ein Stück weit, so dass man ständig auf alles gefasst sein muss und manches erst beim zweiten Hören einigermaßen einzuordnen weiß. Es handelt sich also nicht um eine Produktion, die man neben anderen Tätigkeiten, quasi nebenher, hören kann, sondern sie erfordert durchweg volle Aufmerksamkeit.

 

Entschädigt wird man dafür mit einer sehr hochwertigen Produktion, sowohl was Sounds als auch permanente, atmosphärische Musikuntermalung betrifft. Ton und Abmischung sind sehr sauber, die einzelnen Sprecher passen sich ihren Rollen sehr gut an und transportieren sie hervorragend, ohne dabei zu viel durch Stimmmodulationen zu interpretieren. Wirklich hervorragend!

 

Für Regie, Musik und Mix zeichnet sich Günter Merlau, einer der Gründer der Hörspielfirma, verantwortlich, für Geräusche und Schnitt ist Soundtechniker Frederik Bolte zuständig, für die Aufnahme Frederik Bolte und Jens Pfeifer.

 

Die Sprechrollen wurden an erfahrene und mehr oder weniger bekannte Schauspieler vergeben, was man beim Hören leicht bemerkt wie weiter oben schon beschrieben. Mac Diaz, der Protagonist der ersten Geschichte, wird beispielsweise von Bernd Hölscher gesprochen, Künstler Teal von Martin Schleiß und seine Partnerin Nimbus von Simone Pahl, den Erzähler der dritten Geschichte spricht Jan Spitzer. Günter Merlau selbst spricht in den ersten beiden Geschichten Nebenrollen.

 

Fazit:

„Punktown“ ist recht schwere Kost und daher nicht nebenher zu hören, sondern fordert volle Aufmerksamkeit – verdient diese allerdings auch auf ganzer Linie. Für Fans der Phantastik-, Hörbuch- und Hörspielfreunde eine absolute Empfehlung!

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 202405292104493ee3a08c
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Hörbuch:

Punktown Vol. 1

Autor: Jeffrey Thomas

Umfang: 3 CDs

Laufzeit: à 50 Minuten

Lausch, März 2008

Regie, Musik und Mix: Günter Merlau

Sounds und Schnitt: Frederik Bolte

 

ASIN: B0014DKPJS

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Sprecher:

Bernd Hölscher

Martin Schleiß

Simone Pahl

Jan Spitzer

Elsa Schütz

Michael Prelle


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Erstellt: 04.01.2010, zuletzt aktualisiert: 12.02.2024 15:44, 9822