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Remedy – Eine Familie, zwei Welten, Staffel 1

Rezension von Christel Scheja

 

Remedy ist eine kanadische Krankenhausserie aus dem Jahr 2013/14, die allerdings wegen zu schlechter Quoten schon nach der zweiten Staffel eingestellt worden ist. Hierzulande wird die Serie bisher nur auf SAT 1 Emotions ausgestrahlt und nun von Polyband auf DVD veröffentlicht. Gerade ist die erste Staffel erschienen.

 

Griffin Conner stammt aus einer Arztfamilie. Sein Vater, seine Schwestern alle haben medizinische Berufe und auch er sollte diesem Vorbild folgen. Allerdings hat er vor zwei Jahren sein Studium geschmissen und sich von nun an so durchgeschlagen, ohne den Kontakt mit Eltern und Geschwistern zu halten.

Der Zufall will es, dass er nach einer Schlägerei in einer Bar, bei dem sein Gegner auch noch stirbt, ausgerechnet in dem Krankenhaus landet, in dem Vater und Schwestern arbeiten. Da er wegen Mordes angeklagt werden soll, greift die Familie dem verlorenen Sohn unter die Arme. Während die Mutter als Rechtsanwältin sämtliche Strippen zieht, um eine Verurteilung zu verhindern, verschafft ihm sein Vater einen Job als Pflegehelfer im Bethune General Hospital, in dem er mittlerweile der Chefarzt ist.

So kehrt Griffin mehr oder weniger freiwillig in die Welt zurück, der er eigentlich den Rücken gekehrt hat – diesmal aber nicht als der zukünftige Nachfolger seines Vaters, sondern ganz unten – zwischen den einfachen Angestellten und Arbeitern des Krankenhauses. Zwar genießt er durch seine verwandtschaftlichen Beziehungen einen gewissen Bonus, aber er wird dennoch damit konfrontiert, dass viele von denen, auf die er früher herabgesehen hat, ihm nun Anweisungen geben dürfen. Aber es sind interessante Erfahrungen, die er mit dem Reinigungspersonal, den Helfern und Transportmitarbeitern macht – genau die Lehre, die er braucht, um wieder zu lernen, fest mit beiden Beinen auf den Füßen zu stehen.

In seiner Familie steht auch nicht so gut, wie es könnte. Seine ältere Schwester Sandy scheint zwar bald einen der Ärzte heiraten zu können, aber sie opfert sich in ihrem Dienst als Krankenschwester so sehr auf, dass sie bald am Ende ihrer Kräfte ist – was durch eine Schwangerschaft noch verstärkt wird.

Seine jüngere Schwester Melissa hat es geschafft, ihr Studium gut abzuschließen und Karriere zu machen. Sie gilt als junge, aufstrebende Chirurgin, die sich jetzt keinen Fehler erlauben will und dementsprechend allergisch auf Komplikationen reagiert. Griffin gegenüber bleibt sie reserviert, hat Angst, dass der heimgekehrte Sohn nun wieder die Aufmerksamkeit vom Vater bekommen könnte, die sie in den letzten zwei Jahren genossen hat.

Zu den familiären Problemen kommen natürlich auch noch die üblichen kleineren und größeren Katastrophen um die unterschiedlichsten Patienten und Krankenhausmitarbeiter. Und obwohl Griffin sein Studium nicht wieder aufnehmen will, kommt er natürlich auch in Situationen, in denen er gezwungen ist, seine Kenntnisse einzusetzen … und sich dadurch die Frage zu stellen, ob es doch nicht vielleicht besser wäre, sein Leben doch als Arzt in den Dienst der Menschen zu stellen.

 

Ob „Remedy“ wirklich so sehr aus dem Rahmen fällt, sei einmal dahin gestellt – immerhin betrachtet die Serie die Geschehnisse in einem Krankenhaus diesmal nicht nur aus der Sicht der Ärzte und Krankenschwestern, wie man es sonst gewohnt ist. Dadurch, dass die Hauptfigur selbst zu den einfachen Arbeitern gehört, erfährt der Zuschauer so nun mehr über die Gedanken und Gefühle, die Probleme und Sorgen der einfachen Leute, die als Reinigungspersonal und einfache Helfer zur Hand gehen und nicht besonders wahrgenommen werden, auch wenn ihre Arbeit fast genau so wichtig ist.

Aber man merkt doch, dass die Hierarchie im Krankenhaus stark ausgeprägt ist und die Putzfrau Zoe aus Angst um ihren Job nicht gerne den Mund aufmacht, obwohl sie sich an einer Spritze verletzt hat und so mit Aids infiziert sein könnte.

Griffin steht genau zwischen den Welten, ist das verbindende Element, vor allem für den Zuschauer und das macht ihn genau so interessant. Einen sympathischen Zug bekommt er, als er sich gegen die Möglichkeiten, die ihm die Familie bietet, entscheidet und bei den Leuten bleibt, die er als Kind und Jugendlicher kaum wahrgenommen hat, die ihm aber nun liebenswerter und herzlicher erscheinen als seine eigene karriereorientierte Familie.

Im Großen und Ganzen spielt der medizinische Aspekt in der Serie eher eine untergeordnete Rolle, ebenso wie die einfachen Leute, die doch nur Randnotizen bleiben.. „Remedy“ ist auch eine Familienserie, in der die einzelnen Mitglieder ihre ganz eigenen Sorgen und Nöte haben, Fehler begehen oder es sich durch ihr Verhalten mit jemandem verscherzen. Das gibt ihnen aber auch einen sehr menschlichen Zug und lässt sie nicht ganz so wie die Überwesen erscheinen, die Ärzte vermutlich für die meisten Menschen immer noch sind. Da sich die Macher ein paar Varianten zu den üblichen Klischees einfallen lassen, bleiben diese Entwicklungen angenehm abwechslungsreich, dennoch bedauert man es, dass auch hier die Ärzte und Krankenschwestern mehr Zeit bekommen als der Rest.

Zwar sorgen dramatische Notfälle immer wieder für ein wenig Action im Krankenhaus, um der Saga Spannung zu verleihen, alles in allem bleibt die dann aber doch moderat, da die medizinische Seite der Geschichte dem Beziehungsklüngel und den persönlichen Befindlichkeiten der Figuren untergeordnet sind. Letztendlich muss man schon das Gesamtpaket mögen, um Spaß an der Serie zu haben und vor allem auf Familienserien gepolt sein. Ansonsten wird es bei den zehn Folgen von Remedy nicht wirklich funken.

Bild und Ton sind auf der Höhe der Zeit, die Extras geben interessante Informationen zur Konzeption der Serie und zu den Figuren, so dass der Fan rundum zufrieden gestellt werden kann.

 

 

Fazit:

 

„Remedy – Eine Familie, zwei Welten“ beweist mit seiner Auftaktstaffel, dass man eine Krankenhausserie durchaus auch einmal aus einem anderen Blickwinkel erzählen kann. Allerdings kehrt die Serie zu schnell wieder zu den üblichen Konventionen zurück und konzentriert sich all zu deutlich auf eine einzige Familie, so dass die Serie letztendlich nicht aus dem Mittelmaß heraus kommt.

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Eure Meinung:

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MEDIUM:

Remedy – Eine Familie, zwei Welten, Staffel 1

Regisseur(e): Kelly Makin, Cal Coons, Don McBrearty, David Frazee, Stefan Pleszczynski

Komponist: Robert Carli, Tom Third

Künstler: Oleg M. Savytski, Lisa Grootenboer, John Buchan, Greg Spottiswood, Jan Peter Meyboom, Stephen Reizes, John Callaghan, Jason Knight, Kathy Weinkauf, Bernard Zukerman, Adam Barken, Sandra Chwialkowska, Kate Melville, Greg Nelson, Ellen Vanstone, Alison Lea Bingeman

Format: Dolby, PAL, RC 2

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Anzahl Disks: 3

FSK: Freigegeben ab 12 Jahren

Studio: Polyband/WVG

Erscheinungstermin: 28. August 2015

Produktionsjahr: 2014

Spieldauer: 420 Minuten

ASIN: B00XIU49ZQ

 

Erhältlich bei: Amazon

 

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Dillon Casey

Sara Canning

Enrico Colantoni

Sarah Allen

Genelle Williams

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Erstellt: 27.08.2015, zuletzt aktualisiert: 22.11.2019 07:56