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Robin Hood, Staffel 1, Teil 1

Filmkritik von Christel Scheja

 

Rezension:

 

Neben den Sagenkreis um König Artus gibt es noch eine weitere Legende, die immer wieder gerne in Büchern und Filmen aufgegriffen und so weltbekannt wurde: Robin Hood. Auch das britische Fernsehen hat sich schon mehrfach des Stoffes um den tapferen Outlaw angenommen, am bekanntesten ist wohl „Robin of Sherwood“ aus den Jahren 1983-85.

 

Vor einigen Jahren hat es einen weiteren Versuch gegeben, den Stoff zeitgemäß umzusetzen. Bis 2009 entstanden insgesamt 39 Folgen in drei Staffeln. In Deutschland läuft die Serie durch den Erfolg von „Merlin“ nun auf Super RTL und erscheint nun auch auf DVD.

Die Geschichte ist schnell erzählt. Fünf Jahre hat Robin von Locksley an der Seite von König Richard Löwenherz im Heiligen Land gekämpft und sein Land unterdessen der Verwaltung des Sheriffs von Nottingham zurückgelassen.

Als er vom Krieg gezeichnet nach Hause zurückkommt, muss er feststellen, dass der Sheriff und sein Erfüllungsgehilfe Guy von Gisborne Land und Leute zu ihren Gunsten ausgebeutet haben. Unter dem Deckmäntelchen, den König und seinen Kreuzzug unterstützen zu wollen, haben sie viel zu hohe Steuern verlangt und die Menschen langsam aber sicher ins Elend getrieben.

Wer nun aus Hunger wildert und stiehlt, dem drohen schwere Strafen. Robin kann dies nicht mit ansehen als er zufällig Zeuge einer solchen Bestrafung wird und rettet einigen seiner Bauern das Leben.

Das allerdings nutzen der Sheriff und Gisborne aus, um ihn für vogelfrei zu erklären und ihm sein Land nun ganz zu nehmen. Doch da er noch immer Verantwortung für seine Leute fühlt, bleibt Robin auch als Ausgestoßener und tut alles, um die armen Menschen zu beschützen. Gemeinsam mit den Bauern und einigen bereits im Wald lebenden Leuten gründet er die Bande der Outlaws von Sherwood Forest, die sich von nun an nicht scheuen, gegen die Soldaten des Sheriffs von Nottingham vorzugehen und all die zu bestehlen, die sich am Leid der armen Menschen bereichern.

Ein wenig versucht er damit auch Marian zu beeindrucken, die stolze wie schöne Tochter des ehemaligen Sheriffs, die allerdings ihre eigenen Wege kennt, um den Armen zu helfen.

 

Wie bei „Merlin“ fällt auf, dass die Neufassung der Serie nicht unbedingt auf historische Genauigkeit achtet. Das fängt bei Kleidung und Waffen an, geht über die Bauwerke, die ebenfalls nicht in diese Zeit passen und stellenweise sogar modern wirken, und geht bis hin zu den Dialogen, die sich oft genug ziemlich anachronistisch anhören. Letztendlich hat man das Gefühl, sich eher in eine Live-Rollenspiel-Session verirrt zu haben als in eine Serie, die im späten 12. Jahrhundert spielt.

Auch mit den Elementen der Sage nehmen die Autoren es nicht genau. Zwar bleiben die Grundkonstellationen gleich – Robin versucht ständig dem Sheriff von Nottingham eines auszuwischen und sein schlechtes Gewissen damit zu beruhigen, dass er die Bewohner seiner Ländereien vor der Willkür und all zu großer Ausbeutung beschützt, aber man nimmt sich sehr viele Freiheiten bei den Figuren.

Gerade in den ersten sechs Folgen tut sich die Serie sehr schwer, da mehr oder weniger der gleiche Grundplot verwendet wird – Robin entdeckt oder erfährt von einer Schurkerei des Sheriffs und tut was er kann, um die Auswirkungen zu minimieren und riskiert dabei sein Leben, um am Ende ein bisschen mehr Achtung zu gewinnen.

Noch ist nicht der Zusammenhalt in der Gruppe zu erkennen, der bezeichnend für die früheren Serien war, denn bis auf Much trauen die anderen Helden dem ehemaligen Adligen nicht. Und auch bei der Beziehung zu Marian will nicht unbedingt der Funke überspringen.

Auch die Musik ist oft ein wenig zu pathetisch für die Ereignisse. Die Schauspieler haben immerhin ihren Spaß an der Sache, wobei die Outlaws wesentlich mehr überzeugen können als die Schurken. Vor allem der Sheriff verhält sich teilweise zu übertrieben böse und grausam, dann wieder fällt er auf die simpelsten Tricks herein. Letztendlich wirkt er eher lächerlich als wirklich furchterregend.

Die Aufmachung der Serie ist von Bild und Ton her in Ordnung, allerdings gibt es kaum Extras. Auch die Teilung der Staffel dürfte nicht wirklich einen Kaufanreiz bieten.

 

 

Fazit:

 

Alles in allem ist der Anfang der modernen „Robin Hood“-Serie nicht wirklich überzeugend geworden. Mag man über die Anachronismen in Kostümen, Waffen und Bauwerken noch hinwegsehen und auch die flapsigen Dialoge verschmerzen können, so sieht es bei den einzelnen Folgen anders aus.

Sie sind zwar unterhaltsam, sind aber doch leider nur mäßig spannend und ziemlich oberflächlich, so dass nicht wirklich eine Bindung zum Zuschauer entsteht, wenn man nicht gerade sehr jung ist oder nichts gegen seichte Familienunterhaltung hat.

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DVD:

Robin Hood, Staffel 1, Teil 1

Robin Hood, GB 2006

Regisseur(e): Matthew Evans, Graeme Harper, D. O'Dwyer, R. Standeven, J. McKay

Komponist: Andy Price

Format: Dolby, PAL, RC 2

Sprache: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Englisch

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Anzahl Disks: 2

FSK: Freigegeben ab 12 Jahren

Studio: Polyband/WVG

Erscheinungstermin: 5. April 2012

Produktionsjahr: 2006

Spieldauer: 270 Minuten

ASIN: B006WVWYNC

Erhältlich bei: Amazon

 

Darsteller:

Jonas Armstrong

Gordon Kennedy

Sam Troughton

Lucy Griffiths

Richard Armitage

Keith Allan

Randy Lloyd

 


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Erstellt: 02.05.2012, zuletzt aktualisiert: 02.08.2020 16:26