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Rocketman (Bd. 5)

Rezension von Martina Klein

 

Der 13-jährige Yo arbeitet für die Nachrichtenorganisation „True Eyes“, für die er immer mal wieder einzelne Aufträge erledigen muss. Entstanden ist diese Zusammenarbeit mehr oder weniger durch einen Zufall...

 

Yos Vater ist Chirurg, wodurch die Familie sehr reich ist. Das führt dazu, dass Yo ständig von seinen Mitschülern bedroht wird, die ihm sein üppiges Taschengeld abnehmen wollen. Er wird zum Einzelgänger.

 

Auf der Seite vom Heyne-Verlag geht es dann wie folgt weiter:

 

„Als der 13-jährige Yo einen verletzten Mann auf der Straße aufliest und mit nach Hause nimmt, ahnt er noch nicht, dass sich dadurch sein ganzes Leben verändern wird. Der geheimnisvolle "R" ist ein Agent der weltweit operierenden Organisation „True Eyes“. Statt Geld lässt R sich mit Raketenteilen bezahlen, denn er hat einen Traum: mit seiner eigenen Rakete ins All fliegen.

Zusammen mit R erledigt Yo einige Aufträge für True Eyes, doch eines Tages werden die Freunde in eine grausame Falle gelockt: Ein Zweikampf auf Leben und Tod, wer sich weigert, den anderen zu töten, muss selbst sterben. Yo überlebt.

Bald schon beginnt der clevere Yo, selbst für die Organisation zu arbeiten; im Auftrag von Ines, der undurchschaubaren Chefin von True Eyes, reist er um die ganze Welt und löst einen Fall nach dem anderen. Immer im Schlepptau: Yayoi, seine unerschrockene und vorlaute Mitschülerin. Doch ein Rätsel bleibt ungelöst und lässt ihm keine Ruhe: was geschah damals in der Höhle wirklich mit R?“

 

Damit ist Folgendes gemeint: Wegen einer anderen Sache und in einer früheren Episode haben sich R und Yo den Zorn der True-Eyes-Chefin Ines zugezogen. Daraufhin hat sie die beiden zu einem Kampf auf Leben und Tod gegeneinander gezwungen. R hatte ein Schwert, Yo eine Pistole. Schließlich hat Yo auf R geschossen, der dadurch einen Wasserfall hinabstürzte. Als Sieger des Kampfes wurde Yo an Stelle von R Agent bei True Eyes. Was mit R nach diesem Kampf tatsächlich geschehen ist, weiß niemand...

 

Auf jeden Fall hat Yo daraufhin nicht nur Rs Aufgaben übernommen, sondern auch geschworen, Rs zurückgelassene Rakete fertig zu bauen.

 

Unterstützt wird Yo bei seiner Geheimdienst-Arbeit durch seine vorwitzige Schulfreundin Yayoi.

 

Wie so viele Mangas spielt auch dieser wieder zum großen Teil in der Schule (auf die der Hauptheld Yo und seine Freundin Yayoi gehen). Die Gewaltphantasien japanischer Schüler scheinen im Manga immer noch ein großes Thema zu sein. Wobei die Gewalt sich in dieser Manga-Reihe eigentlich sogar noch in Grenzen hält. Es geht wohl eher um die Sehnsucht der Teenager nach Abenteuern und der geheimnisvollen Welt der Agenten und Spione.

 

Mit von der Partie ist auch noch der verschlossen und abweisend wirkende Jiha. Ein junger Mann, den etwas Seltsames mit dem mysteriösen R verbindet: Sie haben beide die gleiche Narbe. In diesem Band erfahren wir, wie es dazu kam: Es gibt ein eigenartiges Ritual bei der Aufnahmeprüfung in die Organisation „True Eyes“: Immer zwei Neulinge müssen gegeneinander kämpfen. Wer nicht bereit ist für den eigenen Tod oder dazu, seinen Gegner zu töten, muss sterben. So besagen die Regeln, jedoch:

 

R und Jiha mussten bei ihrer Aufnahmeprüfung gegeneinander kämpfen und haben sich gegenseitig gleichzeitig eine identische Verletzung zugefügt – aber mit völlig anderer Motivation! Jiha war bereit für den Tod, R hingegen wählte das Leben, wollte den Gegner nicht töten und wich darum zurück. Deshalb ist – laut Jihas Aussage - Rs Narbe auch ein „Zeichen des Lebens“, Jihas dagegen das „Stigma eines Mannes auf dem Weg in die Hölle“...

 

Das Buch ist in vier einzelne Episoden unterteilt, wobei jeweils zwei eine zusammenhängende und in sich abgeschlossene Geschichte, bzw. einen von Yos Geheimdienst-Aufträgen bilden.

 

Im ersten „Fall“ geht es um das „Buch, das Unglück bringt“. Oft hat des den Besitzer gewechselt, da es häufig gestohlen wurde und – noch schlimmer! - viele seiner Besitzer den Tod fanden. Yo, Yayoi und Jiha sollen herausfinden, was dahinter steckt und ob das Buch diesen Namen zurecht trägt.

 

Der „Klappentext“ auf der Rückseite dieses Buches besagt dazu:

„Der finstere Jiha ist nicht gerade begeistert, dass Ines ihn mit Yo und Yayoi zusammenarbeiten lässt. Sind sie doch seiner Meinung nach nichts als nervtötende Knirpse!

Doch Ines vertraut dem cleveren Yo weiterhin knifflige Rätsel an...“

 

Die Lösung dieses Falles, die ich Euch natürlich hier nicht verraten will, ist übrigens sehr originell. Sogar Jiha ist schwer beeindruckt von der Cleverness des jungen Yo.

 

Der zweite „Fall“ zieht noch weitaus größere Kreise:

 

Wir bekommen Nachhilfe-Unterricht in Sachen Geschichte: Es wird ein Bogen gespannt vom Zweiten Weltkrieg bis hin zu den Apollo-Raumfahrt-Missionen zum Mond. Dabei geht es um Wernher von Braun und seine Erfindungen in Sachen Raketenbau. Und um seine Verwicklung in den Zweiten Weltkrieg bei der Entwicklung der V2-Rakete.

 

Die Handlung spielt deshalb z.T. auch im heutigen Berlin - was mir aufgrund der dadurch aufkommenden heimatlichen Gefühle natürlich gefallen hat! – und später in Peenemünde.

 

Und wir erfahren etwas über Rs Herkunft und seine Vorfahren, was allerdings irgendwie ziemlich an den Haaren herbeigezogen wirkt.

 

Insgesamt ist diese zweite Geschichte ein bisschen zu gewollt politisch.

 

Über das ganze Buch verteilt gibt es viele und ausführliche Wiederholungen der bisherigen Handlung, was diesen Manga sehr angenehm von anderen unterscheidet. Und endlich mal gibt es eine gute „Was bisher geschah“-Einführung in die Story und ein gutes „Whos’s Who“ der Hauptcharaktere. Deshalb kommt man super in die Geschichte rein und später auch mit.

 

Das macht diesen Manga richtig spannend und fesselnd. Man kann ihn gar nicht zur Seite legen, zumal die einzelnen Episoden auch immer ein abgeschlossenes und richtig gutes Ende haben.

 

Der Zeichenstil ist leider z.T. etwas steif und „hölzern“, die Figuren wirken dadurch manchmal recht starr – zumindest für einen Manga! Das fällt aber nur beim zweiten Hinsehen auf, da die Strichführung und Seitenaufteilung trotzdem sehr sicher sind.

 

Fazit:

 

Dieses Buch ist auf jeden Fall empfehlenswert! Es ist besonders geeignet für Comic-Leser, die noch nicht so viele Erfahrungen mit den Besonderheiten von Mangas haben, da die Geschichte sehr klar erzählt wird und nicht so viele Sprünge (also z.B. Zeitsprünge, räumliche Sprünge, Sprünge zwischen Realität und Phantasie, etc. etc. ...) hat wie bei anderen Mangas üblich.

 

Eure Meinung:


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Comic:

Rocketman (Bd. 5)

Autor & Zeichner: Motohiro Kato

Verlag: Heyne, München 07/2006

Format: Softcover

Sprache: Deutsch

Seitenzahl: 208

ISBN-Code: 3-453-59538-6

Erhältlich bei Amazon


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Erstellt: 27.07.2006, zuletzt aktualisiert: 20.06.2018 20:50