Runaway – The Dream Of The Turtle (NintendoDS)
 
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Runaway – The Dream Of The Turtle (NintendoDS)

Rezension von Björn Backes

 

_Handlung:_

Brian und Gina träumen von türkisem Meer, weißen Sandstränden und Abenteuerurlaub im Paradies auf Erden. Mit bepackten Koffern lassen sie sich von einem Privat-Flugzeug in die Inselidylle Hawaiis transferieren, erleben jedoch kurz vor der Landung den Schock ihres Lebens: Der Pilot stirbt! Mit letzter Kraft gelingt es Brian, zumindest für seine Partnerin einen Fallschirm zu ergattern, damit wenigstens sie den drohenden Absturz im Dschungel der Insel überlebt. Während Gina schweren Herzens springt, versucht der verzweifelte Amateur-Pilot Brian mit letzter Kraft, zu retten, was noch zu retten ist – vergeblich. Inmitten einer dicht bewachsenen Baumlandschaft erfolgt schließlich die außerplanmäßige Bruchlandung, die der junge Kerl wundersamerweise nahezu unbeschadet überlebt.

Nachdem sich Brian wieder gefasst und seine Sinne geordnet hat, begibt er sich voller Mut auf die Suche nach seiner Lebensgefährtin. Jedoch lassen seine Ambitionen im Verlauf der beschwerlichen Dschungel-Expedition immer stärker nach; seine Reise steckt nämlich voller kaum überwindbarer Hindernisse und Rätsel und führt ihn immer wieder in eine schier hoffnungslose Sackgasse. Nun ist es an seinem Steuermann, die missliche Lage zu überbrücken und Brian doch noch zu seiner großen Liebe zurückzubringen. Dabei wollte diese eigentlich nur die Tiki-Wasserfälle sehen und einige unbeschwerte Tage in der paradiesischen Sonne verbringen…

 

 

_Das Spiel_

„Runaway – The Dream Of The Turtle“ ist eine komplett übernommene Adaption des bereits im letzten Jahr erschienenen, zweiten Teils der „Runaway“-Serie, beschäftigt sich indes mit den gleichen Charakteren, allerdings in einem anderen Szenario, wie schon in der Debütausgabe. Dieses Mal begleitet man den Protagonisten durch das rätselhafte Inselleben und sucht mit ihm nach der verschollenen Freundin. Das Spiel gliedert sich dabei in insgesamt sechs Kapitel, in denen man an verschiedenen Orten Gegenstände sammelt, Hindernisse überwindet, Informationen bei den zahlreichen multikulturellen Einwohnern einholt und letztendlich doch den Eindruck hat, die eigens initiierten Ermittlungen würden in einer Sackgasse enden. Die Schwierigkeit des Spiels besteht nämlich darin, einen wirklich ausgeprägten Blick für alle nur erdenklichen Details zu besitzen. Es ist nämlich nicht bloß der Strand mit seinem aktiven Dschungelleben, den man bei seiner Suche abklappert; auch eine winterliche Berglandschaft und längst verlassene Gegenden altertümlicher Zivilisationen werden abgegrast, in der Hoffnung, Hinweise und Spuren Ginas zu entdecken. Letzteres geschieht vor allem in den Unterredungen mit den ortsansässigen, mitunter ziemlich merkwürdigen Gestalten. Vom stummen Mönchen über die nahezu barbusige Schönheit bis hin zum einbeinigen Surflehrer entdeckt man zahlreiche skurrile Persönlichkeiten in den mehr als einhundert verschiedenen Landschaftsszenarien. Dabei will jedes einzelne für sich gelöst und analysiert werden, Verstecke warten auf die zeitnahe Aufspürung und kaum sichtbare Items verschleiern sich zudem so sehr, dass man manchmal am Rande der Verzweiflung gerät, was den persönlichen Fortschritt betrifft. Erfolg haben wird lediglich derjenige, der komplexer und bisweilen auch abwegig denkt und mit unkonventionellen Schritten schließlich zum Ziel gelangt. Prinzipiell basiert „Runaway – The Dream Of The Turtle“ zwar ausschließlich auf Logik, doch bei all den verwirrenden Rätseln und dem erstaunlich hohen Schwierigkeitsgrad des Spiels verliert man diese schon einmal schnell aus den Augen. Immer und immer wieder…

 

 

_Grafik/Technik_

In Sachen Grafik ist die erste Ausgabe für den Nintendo-Handheld ein absolutes Highlight. Die Hintergründe, aber auch die Figuren sind sehr liebevoll gezeichnet, die Bilder indes gestochen scharf und darauf bedacht, die Detailfülle effizient darzustellen. Einzig die Gestaltung der Menüs hätte in diesem Sinne etwas besser ausgeprägt sein können, den vielen visuellen Schmankerln ebenbürtig zu sein. Insgesamt ist die Optik des Spiels aber sicherlich im positiv3en Gesamtresümee ein wichtiges Element.

Das Handling des Spiels lehnt sich hingegen ganz klar an die PC-Steuerung an. Mittels des Touchpens zieht man die Figur in den Landschaftsabschnitten vorwärts, entscheidet darüber hinaus, inwiefern sie Aktionen mit oder ohne bestimmte Gegenstände in seinem Rucksack durchführen möchte. Das Gefühl, die PC-Maus dabei in Händen zu halten, wird im Laufe des Spiels immer authentischer, wobei nicht unerwähnt bleiben soll, dass die Steuerung gerade im ersten Level noch recht gewöhnungsbedürftig ist und einer längeren Eingewöhnungsphase bedarf, besonders in den Aktionsphasen, die zum Aufdecken der Rätselaufgaben führen. Indes muss man ganz klar sagen, dass die Möglichkeiten, die das Gerät aufbietet, nicht gänzlich genutzt werden; eine effizientere Einbeziehung des Steuerkreuzes wäre zum Beispiel eventuell vorteilhafter gewesen. Aber wie gesagt: Man gewöhnt sich dennoch ziemlich zügig an die Bedienung des Touchpens.

 

 

_Spielspaß_

Bevor der Spielspaß genauer aufgeschlüsselt wird, sollte zunächst einmal darauf hingewiesen sein, dass dieses Adventure definitiv kein Spiel für ungeduldige Gamer ist. Mitunter dauert es Stunden, bis man an bestimmten Stellen Fortschritte erzielt und die kniffligen Aufgaben zu lösen vermag, was angesichts der Info dadurch aufkeimenden Langatmigkeit schon einmal zu üblen Frustrationen führen kann. Der Genre-Liebhaber wird jedoch gerade diese Eigenschaft des Spiels schätzen und ob des hohen Schwierigkeitsgrads die Herausforderung, die „Runaway – The Dream Of The Turtle“ zweifelsohne bietet, gezielt suchen. Und er wird belohnt, sobald er Herr der Steuerung ist und sich einmal im „Monkey Island“-ähnlichen Setting zurechtgefunden hat. Das Spielsystem ist erstklassig und geht zurück zu den Ursprüngen des klassischen Adventures, der Kniffel-Faktor ist trotz der scheinbar simpel anmutenden Story zudem sehr hoch angesetzt. Einziges Manko sind die untertitelten Dialoge, die entweder viel zu schnell fortschreiten oder aber durch Rechtschreibfehler bzw. Ungereimtheiten bei den Antwortoptionen auffallen. Den generellen, alles in allem überdurchschnittlich hohen Spielspaß werden sich hiervon aber höchstens penetrante Erbsenzähler vermiesen lassen.

 

 

_Fazit_

Die Reise an Brians Seite ist nach dem anfänglich als Vorspann inszenierten Absturz des Flugzeug tatsächlich ein wahres Vergnügen, bei dem man sich zwar so manches Mal den Kopf zerbrechen wird, welches aufgrund der innovativen Steuerung, der allgemeinen Vielschichtigkeit, letzten Endes aber ganz besonders wegen der fantastischen Rätselabenteuer einige lange Abende vor dem kleinen Nintendo-Gerät garantiert. Auch wenn es sich lediglich um die adaptierte Nachlese für die Portable-Variante handelt – „Runaway – The Dream Of The Turtle“ hat auch ein Jahr nach Erstveröffentlichung nun bei seinem DS-Debüt nichts, aber auch gar nichts von seinem Charme und Reiz eingebüßt. Ein wahrlich fantastisches Adventure, welches den wachsenden Anforderungen des Genres in allen Belangen gerecht wird.

 

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20240724094206edee681e
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Runaway – The Dream Of The Turtle

von Koch Media GmbH

Plattform: NintendoDS

USK-Einstufung: Freigegeben ohne Altersbeschränkung gem. 14 JuSchG

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 14.12.2007, zuletzt aktualisiert: 21.10.2022 08:12, 5495