Zurück zur Startseite


  Platzhalter

Russland – Im Reich der Tiger, Bären und Vulkane

Filmkritik von Christel Scheja

 

Über 2,5 Jahre waren sechs Kamerateams in Russland unterwegs, um dessen ungezähmte Natur in den abgelegensten Regionen zu filmen, sei es im Kaukasus am westlichen Ende des Landes, in Kamtschatka im äußersten Osten über den Ural, Baikalsee bis hin zur Arktis und der nordpazifischen Halbinsel.

Dabei haben sie nicht nur viele Entbehrungen und Strapazen auf sich nehmen müssen, sondern auch Gefahren, denn nicht selten erwiesen sich Natur oder Tiere als unerbittlich und manchmal sogar feindselig.

Noch einmal 3,5 Jahre hat es gedauert, um aus dem vorhandenen Material eine sechsteilige Serie namens „Wildes Russland“ zusammenzustellen. Zusätzlich ist der hier vorliegende Fernsehfilm „Russland – Im Reich der Tiger, Bären und Vulkane“ entstanden, in dem noch einmal die schönsten Bilder und ungewöhnlichsten zusammengeschnitten wurden.

 

Mit der Erzählerstimme von Siegfried Rauch beginnt die Reise im sibirischen Winter und geht zu den immer noch aktiven Vulkanen Kamschatkas, die zu den aktivsten der Erde gehören und dies auch noch immer sehr eindrucksvoll bewesen. Aber auch hier lässt sich das Leben nicht vertreiben.

Ruhiger, aber nicht unbedingt beschaulicher geht es im Kaukasus zu, der sich schnell als Ort der Gegensätze entpuppt. Immerhin bietet das höchste Gebirge Europas einen krassen Gegensatz, grenzen doch Sandwüsten an Gletscher und befinden sich der höchste und der tiefste Punkt des Kontinents dicht beieinander.

Im Ural erwarten den Zuschauer nicht nur dichte Wälder, auch Bären und Wölfe, zusammen mit Tieren wie dem russischen Desman, den es nur hier gibt. In Sibirien müssen nicht nur die menschlichen Bewohner, sondern auch die Tiere zäh sein, denn extreme Temperaturschwankungen sind keine Seltenheit. In den Wäldern hier lebt nicht nur der Zobel, auch das Moschustier, das wie ein Reh mit Vampirzähnen anmutet.

Weitere Stationen der Reise sind der tiefste und älteste See der Welt und nicht zuletzt die Arktis bis hin zur Beringstraße. Immer wieder gibt es neben weiten und unberührten Landschaften auch ungewohnte Naturschauspiele und Tieraufnahmen zu sehen.

 

Man merkt sehr deutlich, dass sich die Kamerateams des NDR und diejenigen, die am Ende den Film zusammengestellt haben sich deutlich und ungeniert an den britischen Dokumentationen orientieren, die die entsprechenden Maßstäbe gesetzt haben: „Planet Erde“ und „Unser blauer Planet“.

Wie diese Serien von der BBC setzen die Aufnahmen nicht in erster Linie auf sachliche Wissensvermittlung, sondern mehr auf Schauwerte. Im Mittelpunkt stehen nicht die Entdeckung von neuen Tierarten oder die Schilderung des Lebens in bestimmten Regionen, sondern atemberaubende Naturaufnahmen, zu denen nicht viel gesprochen und noch weniger erklärt wird. Man erfährt gerade einmal, was man vor sich hat, wenn es nicht ohnehin ersichtlich ist.

Stimmungsvolle Musik begleitet die Bilder und verstärkt die bereits durch die Aufnahmen vorhandene magische Atmosphäre. Menschen spielen keine Rolle in den Aufnahmen, nur Tiere und Landschaften werden in Szene gesetzt, sei es durch besondere Aufnahmetechniken oder natürliche Lichtverhältnisse, die ein wahres Farbenspiel versprechen.

Neben vertrauten Bildern sind aber auch erstmals mit viel Geduld Aufnahmen gelungen, die bisher kein anderer oder nur in schlechter Qualität gemacht hat, wie zum Beispiel von Bergwisenten im Kaukasus, Amur-Tigern am Stand, wilden Russischen Desmanen und sogar Baikalrobben unter Wasser.

Natürlich kann der Film nur einen Bruchteil der Aufnahmen zeigen, die in der Serie zu sehen waren, daher konzentriert man sich ganz auf die Höhepunkte und verzichtet weitestgehend auf Erklärungen und Informationen.

Daher hört man manchmal über Minuten den Sprecher nicht, sondern kann sich stattdessen ganz in Musik und Bilder vertiefen. Die Aufnahmen stehen jedenfalls denen der BBC-Dokumentationen in nichts nach, auch wenn man natürlich eine andere Handschrift erkennt, ebenso beim Schnitt.

Bei den Extras hat man sich ebenfalls nicht lumpen lassen. Neben zwei ausführlichen Makings-of zu den Dreharbeiten und der Musik gibt es noch eine Menge Interviews von den am Projekt beteiligten, sowie ein ausführliches Booklet.

 

Alles in allem ist „Russland – Im Reich der Tiger, Bären und Vulkane“ ein gelungener Film der die Serie „Wildes Russland“ ergänzt und komprimiert deren Inhalt wieder gibt. Vor allem junge und alte Fans von bildgewaltigen Naturdokumentationen dürften sich auch von diesem Film angesprochen fühlen.

 

Nach oben

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20230205100532e49735d0
Platzhalter

DVD:

Russland – Im Reich der Tiger, Bären und Vulkane

(DVD; Dokumentation; FSK 0)

Regisseur(e): Jörn Röver

Komponist: Kolja Erdmann

Format: Dolby, PAL, Region 2

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 2.0)

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

FSK: Ohne Altersbeschränkung

Studio: Polyband & Toppic Video/WVG

Erscheinungstermin: 26. August 2011

Produktionsjahr: 2010

Spieldauer: 91 Minuten

ASIN: B004UJHW5I

 

Erhältlich bei: Amazon

 


Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 28.08.2011, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01