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Sanctuary - Wächter der Kreaturen, Staffel 4

Rezension von Christel Scheja

 

Die vierte ist zugleich die letzte Staffel von „Sanctuary“, der Serie von Amanda Tapping und Damian Kindler, die mit Webisodes begann. Noch immer kämpft die über hundert Jahre alte Helen Magnus zusammen mit ihren Mitstreitern um das Wohl der Abnormen und ein Miteinanderleben mit den normalen Menschen. Iim Moment sieht es so allerdings aus, als würde sie den Krieg gegen die Ewiggestrigen und Furchtsamen in den Regierungen verlieren. Damit beschäftigen sich die letzten 13 Folgen der Serie.

 

Doch zuvor gilt es noch einen alten Feind aufzuhalten und zu besiegen – Adam Worth. Dieser hat nicht nur für den Untergang von Praxis gesorgt, der uralten und mächtigen Stadt, die Hohlerde beherrscht, sondern auch gewagt, mit deren Technik einen Tunnel in der Zeit zu öffnen.

Helen Magnus, die ihm furchtlos gefolgt ist, findet sich im London des späten 19. Jahrhunderts wieder. Damals als sie und ihre Freude gerade erst damit anfingen, ihr Leben aufzubauen. Zunächst liefert sie sich eine wilde Verfolgungsjagd mit ihm, wird dabei aber festgenommen und landet im Gefängnis.

James Watson holt sie dort heraus und kommt recht schnell hinter ihr Geheimnis, wird aber auch bald zum wichtigsten Verbündeten bei dem Versuch, Adam aufzuhalten, der nur ein Ziel hat – seine Tochter Imogen zu retten und damit sein Schicksal zu verändern. Doch alles hat seinen Preis. Selbst wenn es Helen gelingt, ihn zu stoppen, einfach in ihre Zeit zurückkehren, kann sie nicht.

In der Jetztzeit haben Will Zimmerman und die anderen Leiter der über die Welt verteilten Sanctuarys damit zu kämpfen, dass plötzlich immer mehr Flüchtlinge aus Hohlerde auftauchen und um Hilfe bitten. Die meisten scheinen tatsächlich nicht zu wissen, wo sie nach dem Untergang von Praxis noch hingehen können, einige haben jedoch haben dunklere Absichten, wie sich schon bald zeigen wird.

Für den jungen Ex-Profiler kommt die Stunde der Bewährung. Gerade als er im Begriff ist, sie zu meistern, kehrt auch Helen Magnus wieder zurück. Sie will lange nicht darüber sprechen, was passiert ist und verbirgt selbst vor ihren treusten Freunden die Wahrheit über ihr Verschwinden und ihre Abwesenheit.

In der Folge dieser Ereignisse verschärft sich die Stimmung der Regierungen gegen die Abnormalen. Es kommt immer wieder zu Übergriffen, Morden und Vertreibungen. Die nicht ganz menschlichen Wesen, werden in Lager getrieben und die Absicht der Verantwortlichen scheint klar zu sein – man hat deutlich Angst und will die Abnormen loswerden. Möglichst entgültig. Aktionen von der Gegenseite schütten Öl aufs Feuer und heizen die Stimmung gegen alle, die nicht ganz menschlich sind, an. Bis zu dem Tag, an dem der Untergang nicht mehr aufzuhalten ist und eine wichtige Entscheidung getroffen werden muss. Doch bis zuletzt legt Helen ihre Karten nicht auf den Tisch, an dem sie 113 Jahre hinter dem Rücken ihrer Freunde gearbeitet hat.

 

Nach der überlangen dritten Staffel, die nicht mehr nur in Mystery, sondern auch sehr klaren SF-Elementen schwelgte, ist die vierte nicht nur wieder auf 13 Folgen zurückgeschrumpft, man bekommt auch die Budgetkürzung zu spüren, Viele Folgen kommen mit kleinen Kulissen und sehr wenigen Spezialeffekten aus, spielen teilweise sogar nur im Sanctuary selbst. Man bemüht sich zwar, die Geschichte weiter voran zu treiben und in jeder Folge auf das Ziel zuzusteuern, aber das ist oft sehr vorhersehbar.

Nach dem furiosen Auftakt im London von 1888, in dem Helen Magnus nicht nur einen Wahnsinnigen aufhalten muss, sondern selbst oft genug in Versuchung geführt wird, die Geschichte zu ändern, geht es wieder ruhiger zu.

Die Konflikte sind zwar interessant, die Figuren entwickeln sich dadurch aber nicht wirklich weiter oder wachsen an ihren Aufgaben sondern verharren auf ihren Standpunkt. Wirkliche Probleme und Sorgen werden auf das große Finale vertagt.

Bis dahin darf man sich darüber amüsieren, dass Henry Vater wird und sich entsprechend aufführt, miterleben, wie der friedliche Bigfoot eine erschreckende Veränderung durchmacht und zusehen, wie Will sich einigen Dämonen der Vergangenheit stellen muss und immer wieder mit Helen aneinander gerät. Die Geschichten sind zwar halbwegs interessant angesetzt, die Auflösungen aber nicht immer ganz schlüssig, was meist an dem geringeren Budget liegt.

Immerhin hat die Serie einen akzeptablen Abschluss, der den Zuschauer nicht ganz im Regen stehen lässt. Zwar finden die Abnormen am Ende eine neue Zuflucht, die erst durch Helen Magnus’ Zeitreise möglich wurde, die Serie kommt aber nicht mehr dazu, die Schatten dieses neuen Paradieses auszuleuchten, was vielleicht auch gut ist, denn schon der Konflikt mit den weltlichen Behörten ist nicht immer so spannend abgelaufen, wie man es sich erhofft hätte – vor allem die Organisation, die gegen die Sanctuarys arbeitet bleibt eher blass.

Mystery und Science Fiction werden auch immer wieder ausgelebt, können sich aber nicht mehr ganz so entfalten wie in der zweiten und dritten Staffel, weil nicht mehr das Geld dazu da ist. So köcheln diese Elemente eher auf Sparflamme und werden eher beschrieben als gezeigt.

Bild und Tonqualität entsprechen der Entstehungszeit, auch die Spezialeffekte können sich sehen lassen. In dieser Hinsicht macht die Serie keine Abstriche. An Extras gibt es mehrere Making-ofs zu ausgewählten Folgen, Deleted Scenes und ein Gag-Reel.

 

 

Fazit:

Die vierte Staffel von „Sanctuary“ bietet zwar immer noch interessante Ideen und kurzweilige Mystery-Unterhaltung, wenn auch nicht mehr so atmosphärisch und spannend wie in den beiden Staffeln zuvor. Zumindest hat die Serie ein angemessenes Ende, mit dem vermutlich auch Fans zufrieden sein werden und endet nicht in einem Cliffhanger wie so manch andere kurzfristig eingestellte Serie, bei der die Macher keinen Abschluss mehr drehen konnten.

 

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Eure Meinung:

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DVD:

Sanctuary - Wächter der Kreaturen, Staffel 4

USA 2010

Regisseur: Martin Wood

Format: Dolby, PAL, RC 2

Sprache: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Umfang: 4 DVDs

FSK: 16

Koch Media, 7. September 2012

Spieldauer: 572 Minuten

 

ASIN: B008HYQ4DI

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Darsteller:

Amanda Tapping

Robin Dunne

Ryan Robbins

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Erstellt: 13.09.2012, zuletzt aktualisiert: 02.08.2020 16:26