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Sandman Universe: Lucifer 2

Rezension von Christel Scheja

 

Neil Gaiman hat das Sandman-Universe und damit auch viele seiner Figuren in die Hände neuer Mitstreiter gegeben. Die meisten von ihnen folgen seinem Kurs, bringen aber auch immer mehr eigene Ideen mit ein, so wie Dan Waters und sein Team, die die Geschichte von Lucifer weiter erzählen.

 

Der ehemalige Höllenfürst hat sich wieder aufgerappelt und aus seinem Gefängnis befreit. Es ist auch allerhöchste Zeit, denn mit dem Wiedererwachen von Sycorax, der Mutter seines Sohnes Caliban bekommt er alle Hände voll zu tun. Die mächtigste aller Hexen sinnt auf Rache an Götter, Engeln und Dämonen und findet auch noch in Thessaly eine Mitstreiterin, die nicht ahnt, was sie damit entfesselt.

Das wollen natürlich die Engel verhindern und so begibt sich der Höllenfürst hinab in Anubis‘ Reich. Denn dort erhofft er sich die Hilfe und Unterstützung die er braucht um das zu tun was nötig ist. Allerdings legt man ihm recht schnell auch noch von unerwarteter Seite Steine in den Weg, denn Caliban scheint seiner eigenen Agenda folgen zu wollen und nicht der seines Vaters.

 

Phantasievoll geht die Geschichte um Himmel und Hölle weiter, die neben Teufeln und Engel nun natürlich auch noch andere Wesen entfesselt, die belesene Fans vielleicht aus der ein oder anderen Mythologie kennen.

Wie man erwarten darf, hat der Teufel Schwierigkeiten. Die Pläne, die er sich zurecht gelegt hat, werden schon bald unterminiert und er muss immer wieder schnell reagieren, damit nicht gleich alles zusammen bricht.

Interessant ist, wie abgeklärt er wirkt – er agiert mit Göttern und auch seinen ehemaligen Engelskameraden recht entspannt und versucht diese davon zu überzeugen, dass er nicht noch mehr Chaos stiften will.

Es geht natürlich auch actionreich her, wenn überirdische Kräfte entfesselt werden, so dass die Figuren mehr tun müssen als reden. Gleichzeitig erhält der Leser auch noch einen interessanten Einblick in die Psyche Calibans, der nur am Anfang seinem Vater hilft, dann aber seinen ganz eigenen Weg geht, In der Hinsicht ist er wohl seiner Mutter ähnlich.

Die Handlung ist nicht ganz so versponnen und philosophisch-mystisch wie man sie von Gaiman kennt, zeigt aber gute Ansätze und mit den neuen aktiven Figuren kommt auch so etwas wie ein roter Faden in die Handlung. Zeichnungen und Farben bringen die richtige Atmosphäre in die Geschichte, die zwischen Abenteuer und Fantasy schwankt, dabei aber auch den Horror nicht vergisst. Der Band wendet sich an erfahrene Leser, die Spaß an hintergründigen Kommentaren und Entwicklungen haben. Die Figuren entwickeln sich weiter, man lernt nun auch einen etwas anderen Lucifer kennen als den, er im ersten Band noch ohne Hoffnung vor sich hin vegetierte.

 

Fazit:

»Lucifer« schlägt einen interessanten Weg im »Sandman Universum« ein. Der zweite Band bekommt eine interessante Geschichte mit einem roten Faden und endet mit einem dramatischen Cliffhanger, der Lust auf mehr macht.

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Eure Meinung:

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Comic:

Sandman Universe: Lucifer 2

Original: Lucifer # 7-12, USA 2018/19

Autor: Dan Waters

Zeichner: Max & Sebastian Fiumara, Aaron Campbell, Kelley Jones. Leomacs

Farben: Dave McCaig und Chris O’Halloran

Übersetzung: Gerlinde Althoff

Vollfarbiges Softcover, 148 Seiten

Paninicomics, Januar 2020

 

ISBN-10: 3741617482

ISBN-13: 978-3741617485

 

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 17.02.2020, zuletzt aktualisiert: 22.09.2020 20:09